Von wegen teurer
Der Potsdamer Uni-Präsident Oliver Günther argumentiert, deutlich mehr Dauerstellen in der Wissenschaft und damit deutlich bessere Karrierechancen würden viele Milliarden zusätzlich kosten. Das stimmt aber gar nicht. Eine Replik von Mathias Kuhnt.

Mathias Kuhnt ist Soziologe und an der TU Dresden tätig im Bereich Hochschulforschung und Soziale Netzwerkanalyse. Foto: privat.
ES IST ERFREULICH, nun auch von Herrn Günther wie von vielen anderen Hochschulleitungen das Eingeständnis zu hören, dass die Unsicherheit zwischen Promotion und Professur in Deutschland "besonders extrem" ist, weshalb der Frust von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland auch besonders groß ist. Und gut, dass auch Herr Günther diesen schlechten Berufsaussichten entgegenwirken möchte.
Dafür sieht er in seinem Gastbeitrag im Wiarda-Blog neben der Möglichkeit einer Reduktion von Promotionsstellen, auf die ich später noch eingehen werde, nur diejenige, den Hochschulen deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Er folgt damit der insbesondere bei Hochschulleitungen üblichen Argumentation: Wir würden mit Freude mehr Dauerstellen schaffen, wenn wir das dafür nötige zusätzliche Geld zur Verfügung gestellt bekämen. Man tut damit so, als wäre es ausreichend, einem dysfunktionalen einfach noch ein gutes System aufzupfropfen.
Auf dieser Basis berechnet Herr Günther, was es kosten würde, so viele zusätzliche Stellen zu schaffen, dass ...
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Kommentare
#1 - Vielen Dank fuer diesen Beitrag!
#2 - Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich bin auf Ihr…
#3 - Vielen Dank für den Beitrag, und ich bin ebenso auf die…
#4 - Das Modell setzt auf einer Reihe eigentümlicher…
#5 - @Mainz: "Da nun allenthalben (in manchen BL) Stellenpläne…
Genau das! Die Fehlanreize durch die Globalhaushalte werden bislang viel zu wenig diskutiert, auch weil Daten fehlen. Rechtlich gesehen ist das - Ausnahme Stiftungsuniversitäten - eine Aufgabe der Fachaufsicht durch die Länder: Durch Fachaufsicht soll sichergestellt werden, dass die selbstverwalteten Organisationen Mittel zweckmäßig und nicht nur rechtmäßig verwenden. Aber die Länder machen es nicht und verstecken sich hinter dem Vorwand der Hochschulautonomie: Es gibt kaum Zielvereinbarungen, in denen die ...
#6 - Die Problematik als solche ist jedem bewusst, der längere…
1. Es wird nie gesagt, wie man die Zeit- und Dauerstellen zählt. Nur relativ wenige Doktoranden- und Postdoktorandenstellen sind Landesstellen aus dem Etat der jeweiligen Hochschule. Die allermeisten sind drittmittelfinanziert, aber eben auch an zahlreichen Instituten außerhalb der Hochschulen. Da gibt es die Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und vieles mehr. Die DFG finanziert Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs sowie Einzelprojekte. Etliche Stiftungen vergeben Promotionsstipendien, das ist ein weitgehend undurchschaubares Geflecht. ...
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