Passt bitte auf!
Ein Diskussionspapier der Leopoldina forderte die "Entbürokratisierung des Wissenschaftssystem" und liegt damit im Trend. Gefährlich wird es, wenn dabei Aufgaben, die für den Erhalt der Demokratie fundamental wichtig sind, zum unverbindlichen Nebenzweck erklärt werden. Ein Gastbeitrag von Britt Dahmen.

Britt Dahmen ist Leiterin des Referats Chancengerechtigkeit an der Universität zu Köln. Foto: Sammy Jamal.
DIE GESAMTE WISSENSCHAFT in Deutschland starrt sorgenvoll bis geschockt auf die Zerschlagung von Grundpfeilern des Bildungssystems in den USA. Durch seitenlange Listen mit Schlagwörtern von "antisemitism" über "gender" bis "racism", die Forschungsarbeiten zu diesbezüglichen Themen aus dem Fördersystem ausschließen sollen, wird das Prinzip der Wissenschaftsfreiheit ausgehebelt. Das Verbot der Erhebung und die Löschung von wissenschaftlichen Daten in verschiedensten Forschungsfeldern untermauern die Ernsthaftigkeit und Tragweite, mit der die US-amerikanische Regierung ihre politischen Eingriffe verfolgt.
Die ursprünglich international wegweisende Förderpraxis von Chancengerechtigkeit beim Bildungszugang in den USA gehört ebenfalls zu den Opfern der Trump-Regierung. Maßnahmen zur Sicherung von Diversität wurden untersagt, zusammen mit der Entlassung von Mitarbeiter*innen aus diesem Arbeitsfeld und der Abwicklung des nationalen Bildungsministeriums, zuständig für die Verteilung von Mitteln für sozial schwache Schüler*innen, stellt dieses Verbot wahrscheinlich nur die erste weithin sichtbare Zerstörungswelle dar, mit der der US-amerikanische Präsident die sogenannte "woke" Bewegung ...
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