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Das virtuelle Kollegium

Wie zwölf Hochschulen ein bundesweit einzigartiges Studienmodell aufgebaut haben zwischen Online-Lehre, Präsenz und moderner Didaktik. Ein Interview über kleine Gruppen, Kooperation über Ländergrenzen hinweg – und die Bedeutung von Abbrecherquoten.
Collage aus Portraitfotos von Friedhelm Muendemann (links) und Hans Georg Helmstaedter (rechts).

Friedhelm Mündemann (links) und Hans Georg Helmstädter (rechts). Fotos: Oliver Karaschewski und privat.

Herr Mündemann, der Hochschulverbund VFH, dessen Geschäftsführer Sie bis vergangenes Jahr waren, feiert 25. Jubiläum. VFH stand ursprünglich für "Virtuelle Fachhochschule". Der Begriff Fachhochschule ist heute out, das VFH-Modell aber – sagen Sie – immer noch einzigartig modern?

Friedhelm Mündemann:  Einzigartig ist unser Verbund aus mehreren Gründen. Wir sind 2001 im Rahmen eines Leitprojekts des damaligen Bundesforschungsministeriums gestartet. VFH war eines von fünf Bundesleitprojekten zur Digitalisierung der Lehre damals und ist das einzige, das bis heute überlebt hat.

Aber es gibt doch auch andere virtuelle Hochschulen, die je nach Bundesland teilweise deutlich mehr Partner zusammenbringen?

Mündemann:  Ohne deren Arbeit abwerten zu wollen: Das sind später entstandene, auf einzelne Bundesländer beschränkte Modelle, die oft nur Modulsammlungen bieten, aus denen Studierende bestimmte Leistungspunkte belegen können. Bei uns ist von der Beratung bis zum Studienabschluss alles online. Wir sind bundesweit das einzige Projekt dauerhafter hochschul- und bundeslandübergreifender Kooperation zum gemeinsamen Betrieb von Online-Studiengängen.

"Ein Netzwerk auf ganz unterschiedlichen Ebenen, 

von Hochschulleitungen bis zu technischen Mitarbeitenden. 

Ich nenne das gern eine Art Familie, ein virtuelles Kollegium."

Was hat sich seit der Gründung 2001 geändert?

Mündemann:  Als wir anfingen, gab es weder Corona noch ein breites Verständnis von digitaler Lehre. Wir waren Pioniere auf einem Feld, das in dieser Form noch gar nicht existierte. Wir haben früh mit Studiengängen experimentiert, damals noch mit Diplom, später mit der Umstellung auf Bachelor ...

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Kommentare

#1 -

Martin | Mi., 28.01.2026 - 18:57

Hallo, ich bin ehemaliger Studierender an der TH Brandenburg (als Teil der VFH) aus dem Online Studiengang Medieninformatik. Ich komme aus einem nicht Akademiker Umfeld und hatte auch Anlauf Schwierigkeiten. Mit jungen 22 Jahren startete ich das Online Studium nachdem ich erfolglos in Präsenz studiert hatte, an einer anderen Hochschule. Die meisten meiner Kommilitonen waren gute 10-15 Jahre älter als ich und bereits berufstätig. Es war ein Segen für mich so ambitionierte Menschen im Studium kennenzulernen, die neben einem Vollzeitjob noch ein Online Studium absolvieren. Ich kann mich noch gut an das erste Semester und das Modul Selbstkompetenz und Softskills ...

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