Direkt zum Inhalt

Mehr Kooperation, mehr Daten, mehr Erwartungen

Nach schwachen Schülerleistungen verständigen sich Bund und Länder auf eine gemeinsame Roadmap. Mit der Nennung konkreter Zielmarken für die Bildungspolitik aber tun sie sich noch schwer. Dafür signalisieren sie Einigkeit beim Thema datengestützter Unterricht und bemühen sich um Differenzierung in der Social-Media-Debatte. Sachsens Kritik an der Lehrer-Verbeamtung erteilen die Länder eine deutliche Absage. 
Straßenschilder

BEI DER SITZUNG der KMK-Bildungsministerkonferenz am Donnerstagmorgen in Berlin haben sich Bund und Länder wie erwartet auf eine gemeinsame Roadmap geeinigt, die zuvor auf Staatssekretärsebene erarbeitet wurde. "Gemeinsames langfristiges Ziel", heißt es in der Präambel des Textes, "innerhalb der nächsten zehn Jahre den Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Mindest- und Regelstandards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen, sowie die Zahl der Schulabgänge ohne Schulabschluss deutlich zu reduzieren und zugleich die Leistungsspitze gezielt zu fördern."

Die Roadmap beschreibt sieben zentrale Handlungsfelder, die alle Ebenen des Bildungssystems betreffen und laut Ministern in ihrem Zusammenwirken die Bildungsqualität nachhaltig verbessern sollen. Dazu gehörten insbesondere die datengestützte Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht, die Verbesserung der Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern sowie die Stärkung der Bildungsforschung, betonten Bund und Länder. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen künftig stärker aufeinander abgestimmt würden und als "kohärentes Gesamtsystem" wirkten.

Hintergrund der ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Ruth Himmelreich | Mo., 30.03.2026 - 10:43

Eine "überwältigende Mehrheit der Länder sieht keinen Anlass für eine Änderung und hält weiterhin uneingeschränkt an der Verbeamtung fest." Aha. Interessieren sich, so muss man sich schon fragen, die Minister*innen  - ab und zu, gelegentlich, vielleicht - für die Meinung der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land dazu? "Eine überwältigende Mehrheit von 81,4 Prozent der Befragten ist laut Umfrage der Meinung, dass neu eingestellte Staatsbedienstete Teil der gesetzlichen Rentenversicherung werden sollten, anstatt weiterhin Beamtenpensionen zu erhalten." https://www.news4teachers.de/2025/05/umfrage-mehrheit-der-buerger-moechte-lehrkraeften-den-beamtenstatus-streichen/ 

#1.1 -

Wolfgang Kühnel | Do., 02.04.2026 - 09:36

Antwort auf von Ruth Himmelreich (nicht überprüft)

Das kann man so sehen. Aber haben Sie auch gut begründete Kriterien, für WELCHE Themen bei Umfragen im Volke das gelten soll? Das Umfragevolk möchte z.B. auch mehrheitlich

-- weniger unkontrollierte Zuwanderung durch Asyl haben,

-- die "inklusive eine Schule für alle" lieber nicht als obligatorisch einführen,

-- das Gendersternchen lieber nicht verwenden,

-- das Ehegattensplitting lieber behalten,

-- den berüchtigten "Mittelstandsbauch" bei der Steuerprogression lieber abschaffen, der die Normalverdiener übermäßig belastet,

-- legale Sterbehilfe ohne bürokratische Hürden haben (das hat sogar das Bundesverfassungsgericht angemahnt),

-- lieber kein Chaos beim Heizungsgesetz haben, nachdem noch vor 20 Jahren Gasheizungen ausdrücklich empfohlen ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Collage aus Portraitfotos von Felicitas Thiel und Petra Stanat vor blauem Hintergrund.

"Wir haben viel, woran wir anknüpfen können"

Die Bildungsforscherinnen Petra Stanat und Felicitas Thiel erklären, wie der richtige Einsatz von Daten Schule und Unterricht besser machen kann, warum Deutschland dabei hinterherhinkt – und weshalb jetzt eine selten günstige Gelegenheit für echte Veränderungen entsteht.


  • Schwanenwerder Luftbild

Nach dem Honeymoon kommt die Roadmap

Auf der Digitalpakt-Zielgeraden knirscht es zwischen Bundesbildungsministerin Prien und ihren Länderkollegen. Es geht um Geld und Vertrauen. Jetzt muss der geplante Bund-Länder-Aufbruch nach dem IQB-Bildungstrend zeigen, dass der neue Geist der föderalen Bildungspolitik trägt.


  • In die Luft gereckte Haende mit gruenen und einer roten Abstimmungskarte.

Wenn die AfD mitredet, wird der Föderalismus zum Risiko

Was passiert in der Bildungs- und Forschungspolitik, wenn Rechtsextreme in einem Land in die Regierung kommen? Die Folgen für KMK, GWK und Bund-Länder-Programme wären erheblich. Noch ist Zeit, Vorkehrungen zu treffen.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Theresa Schopper

Abschied einer leisen Treiberin

Mit Theresa Schopper verlässt nun wohl auch die einzig verbliebene Initiatorin von "Bessere Bildung 2035“ die Bildungsministerkonferenz. Was das bedeutet.


  • Jugendliche sitzen draussen nebeneinander und nutzen ihre Smartphones.

Die notwendige Zumutung der Komplexität

Früher als gedacht legt die unabhängige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" ihre Bestandsaufnahme vor. Ihre Empfehlungen folgen im Juni, doch schon jetzt ist die Botschaft klar: Wer die Probleme lösen will, muss an Strukturen arbeiten – sonst bleibt jedes Social-Media-Verbot Symbolpolitik.


  • Nahaufnahme eines Jugendlichen vor grauer Wand, der sich schuetzend die Hand vors Gesicht haelt.

Mehr Gewalt, wenig Erklärung

Die Gewaltzahlen unter Kindern steigen. Das BKA spricht von Zukunftsängsten, multiplen Krisen und Social Media als mögliche Hintergründe. Doch ein entscheidendes Stichwort fehlt in der Debatte meist: die Corona-Pandemie. Ein Kommentar.