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GAIN-Tagung in San Francisco: Mehr als ein teurer Klassenausflug?

Morgen geht es wieder los, morgen beginnt er, der alljährliche Klassenausflug der deutschen Wissenschaftselite in die Vereinigten Staaten. Offiziell trägt er den Namen GAIN-Jahrestagung und hat als gemeinsame Unternehmung von DFG, DAAD und Alexander-von-Humboldt-Stiftung das Ziel, die in den USA vermeintlich verloren gegangenen jungen deutschen Forscher für eine Rückkehr in die Heimat zu begeistern. Ich zitiere mal kurz auszugsweise aus der Liste der eigens nach San Francisco angereisten Redner und Referenten: DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel, DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, Humboldt-Generalsekretär Enno Aufderheide, BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, Leopoldina-Präsident Jörg Hacker, HRK-Präsident Horst Hippler, der neue Helmholtz-Präsident Otmar Wiestler, die Generalsekretärin der Leibniz-Gemeinschaft, Christiane Neumann, dazu fast ein halbes Duzend Bundestagsabgeordnete und die Präsidenten/Rektoren der Universitäten Hannover, Jena, Freiburg, Stuttgart, Aachen, Dortmund und Dresden. Puh, ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen, der oder die meint, auch in dieser Reihe genannt werden zu müssen.



 

Vergangenes Jahr hatte ich selbst das Vergnügen, bei der GAIN-Tagung dabei zu sein, und abgesehen davon, dass der damalige Veranstaltungsort Boston eine schöne Stadt und es sicherlich verdienstvoll von unseren Wissenschaftslenkern ist, all der jungen Talente wegen den langen Flug auf sich zu nehmen, habe ich mich ...

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Kommentare

#1 -

Marion Schmidt | Fr., 04.09.2015 - 12:54
Lieber Jan-Martin, vielen Dank für den guten Beitrag! Ich war selbst auch vier Mal bei der GAIN-Tagung dabei und habe die gleichen Eindrücke gewonnen. "Klassenausflug" trifft es sehr gut :-) Ich habe allerdings auch gesehen, wie wichtig eine solche Veranstaltung ist, um überzogene Erwartungen auf beiden Seiten zu relativieren. Nicht jeder deutsche Nachwuchswissenschaftler in den USA ist nur deshalb ein High-Potential, weil er an einer US-Uni ist. Und nicht jede deutsche Uni ist plötzlich ein Top-Arbeitgeber, nur weil es die Exzellenzinitiative gibt...

Ich freue mich auf weitere interessante und provokante Beiträge von Dir!

#2 -

Hanna Proner | Mo., 07.09.2015 - 17:27
Lieber Jan-Martin, Danke für Deinen Beitrag, den ich voll teile. Ich war dieses Jahr das erste Mal auf der GAIN und hatte einen ähnlichen Eindruck - und viele wertvolle Gespräche, weil eben nicht alle auf dem Sprung sind, sondern mit Zeit und Muße am "anderen Ende der Welt" sitzen. Was mich noch mehr überrascht hat: Die Nachwuchswissenschaftler haben in den Gesprächen fast alle deutlich gemacht, dass sie doch gerne zurück nach Europa wollen. Auch - und das hat mich am meisten überrascht, wenn Sie in Berkeley, Stanford oder am MIT sind (bei denen wir immer in Ahhhhh und Ohhhhhhh denken). ...

#3 -

Thomas Gawlowski | Di., 15.09.2015 - 16:58
Vielen Dank für den schönen Beitrag. Ich selbst war 2011 als DFG-Stipendiat und PostDoc an der UC San Diego Teilnehmer auf der GAIN. In den letzten drei Jahren habe ich als Vertreter (Forschungsreferent) der Universität Paderborn an den GAIN-Jahrestagungen teilgenommen und werde hoffentlich noch bei den kommenden Tagungen auch wieder dabei sein. Ich muss zugeben, dass auch ich teilweise wegen der immer anwesenden "Wissenschaftsprominenz" so gerne an der GAIN-Tagung teilnehme. Und gerade weil die GAIN so prominent besucht wird, finde ich es wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass es neben den „üblichen Verdächtigen“ wie den U15 und TU9 noch weitere ...

#4 -

Klaus Diepold | Mi., 16.09.2015 - 19:21
Lieber Herr Wiarda,
gutes Thema - vor allem das Abschluss mit dem Hinweis auf das Positionspapier der U15. Immerhin gibt es in Deutschland mit der TU München schon mindestens ein Beispiel wie ein entsprechendes Tenure-Track System, das diesen Namen auch verdient, aussehen kann. Es ist sicher interessant an diesem Beispiel zu studieren, welche Dynamik und welche Effekte ein derartiges System in Deutschland zu erzeugen vermag.

#5 -

MA | Fr., 09.10.2015 - 21:09
Ich kann an den GAIN-Veranstaltungen nichts positives finden, und halte sie schlichtweg für Propaganda. Schon die Tatsache, dass diese ganze Prominenz ins Ausland pilgern muss, um Werbung für die deutsche Unilandschaft zu machen, spricht doch schon Bände- wenn die Lage in der Heimat denn so rosig ist wie bei diesen Veranstaltungen dargestellt, warum sind diese dann denn überhaupt notwendig? Allein dass sie durchgeführt werden (müssen) ist schon ein Armutszeugnis, aber die Teilnehmer dieser Werbeveranstaltungen fallen drauf rein und fühlen sich anscheinend geschmeichelt ob der ganzen Aufmerksamkeit, die sie jetzt bekommen zu scheinen- wohl vergessend, dass wir dieselben Debatten (tenure track ...

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