So geht es weiter mit der Exzellenzinitiative
Es war eine Marathonsitzung von über 12 Stunden, doch am Ende haben die Wissenschaftsstaatssekretäre aus Bund und Ländern Dienstagabend die Einigung geschafft – und zwar gleich doppelt: Die Eckpunkte der Exzellenzinitiative stehen, und auch beim Tenure-Track-Programm gab es einen Durchbruch.
Vor den Details ein Disclaimer: Auch wenn die 17 Staatssekretäre sich einig waren, die letzte Entscheidung liegt bei den Ministern und wird dann formalrechtlich in der Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) am 22. April und beim Treffen der Ministerpräsidenten am 18. Juni besiegelt.
Die vielleicht wichtigste Nachricht ist, dass die neue Runde der Exzellenzinitiative mit zwei Jahren Verzögerung starten wird und es bis dahin eine Überbrückungsfinanzierung geben soll. So hatte es die international besetzte Imboden-Kommission gefordert, und nach zwischenzeitlichem Zögern war die Politik dann doch bereit, sich darauf einzulassen.
Bereits vor der Sitzung vom Dienstag stand fest, dass es zwei Förderlinien geben soll: Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Für die erste Förderlinie sollen im Jahr 385 Millionen Euro zur Verfügung stehen, für die zweite Förderlinie 148 Millionen.
Den wieder aufgekommenen Streit um die Zahl der künftigen Exzellenzuniversitäten konnten die Staatssekretäre entschärfen. Während der Bund zuletzt drei bis fünf Unis fördern wollte, hatten einige Länder die ...
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Kommentare
#1 - Vielen Dank für die Infos! Können Sie was dazu sagen, was…
#2 - Liebe/r Ozzy G, leider nein. Dazu kann ich nichts sagen.…
#3 - Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
#4 - Mir stellt sich die Frage, ob die…
Klaus Boehnke (Vice Dean der BIGSSS)
#5 - Herzlichen Dank für die aktuellen Informationen zur…
Dem Ziel der Geschlechter-Gleichstellung wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative I (2006 – 2017) ein hoher Stellenwert beigemessen, was in der Evaluation durch den Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Jahr 2015 noch zum Ausdruck kommt, sich aber im Jahr 2016 nicht in den Vorschlägen der Expertenkommission für eine Exzellenzinitiative II niederschlägt. Das CEWS-Positionspapier Nr. 5 kritisiert die mangelnde Rezeption gleichstellungsrelevanter Ergebnisse ...
#6 - Lieber Herr Boehnke,in der Tat stellen sich bei der Frage…
in der Tat stellen sich bei der Frage der Überbrückungsfinanzierung viele Fragen. Ich kann sie nicht wirklich beantworten, nur vermuten: Nicht wirklich vorstellen kann ich mir, dass die auslaufende Förderlinie überbrückt wird. Darüber hinaus muss man vermutlich bei Dauer und Umfang der Überbrückung unterscheiden zwischen den beiden neuen Förderlinien. Wenn die Entscheidung bei den Clustern vorher fällt, könnte hier die Finanzierung der neuen Cluster früher starten und die Überbrückung der alten kürzer bzw. knapper ausfallen. Umgekehrt könnte bei der Nachfolge der bisherigen Zukunftskonzepte durch die späteren Bewilligungen auch die Überbrückung länger sein. Die zwei Jahre Verschiebung sind ...
#7 - Liebe Frau Dalhoff,auch hierzu habe ich keine Kenntnisse.…
auch hierzu habe ich keine Kenntnisse. Allerdings gab es schon vor Wochen Überlegungen, Kriterien wie Lehre, Transfer oder Gleichstellung bei den Anträgen auch in irgendeiner Form zu berücksichtigen. Ob und inwieweit das schon klar ist, kann ich im Moment nicht sagen. Beste Grüße, Ihr J-M Wiarda
#8 - Lieber Herr Wiarda,das (keine Überbrückung für die…
das (keine Überbrückung für die Graduiertenschullinie) befürchte ich eigentlich auch.
Die Graduiertenschulen der GradSchool-Förderlinie sind gerade dabei, eine gemeinsame Stellungsnhme zu erarbeiten, die noch vor Ostern an die Öffentlichkeit gehen soll.
Was aus meiner Sicht (im Fall einer tatsächlichen Nicht-Überbrückung der GradSchool-Förderlinie) in dieser Situation wichtig wäre, ist es, den Graduierten-Schulen zumindest die Möglichkeit einer kostenneutralen Projektverlängerung einzuräumen. Die DFG ist dazu aktuell ohne eine politische Vorgabe nicht bereit.
Best regards
Klaus Boehnke
#9 - Vielen Dank für die Infos.Die 1000 TT Professuren…
Die 1000 TT Professuren erscheienen mir aber als Taschenspielertrick mit bösen Nebeneffekten, da die Gesamtzahl der Professuren- trotz steigender Studierendenzahlen- nicht erhöht wird. Denn letztlich wird dadurch (mal wieder) eine Generation von Nachwuchswissenschaftlern vor die Wand gefahren: In den letzten Jahren haben Bund und Länder zahlreiche gut dotierte Programme zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aufgestellt (Noether, HGF, MPI, VW-Stiftung, etc.), die den Asst.-Prof's in den USA nachempfunden sind. Jedoch werden keine weitergehende Positionen bereitgestellt (kein TT). Zahlreiche der NachwuchsgruppenleiterInnen haben exzellente Arbeit (Publikationen, Drittmittel, Lehre, etc.) geleistet. Doch wo sollen Sie denn jetzt hin? Die ...
#10 - Liebe/r PS,vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe das…
vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe das nicht ganz so negativ. Die Politik geht derzeit davon aus, dass die Studierendenzahlen mittelfristig eher wieder etwas zurückgehen werden. Insofern ist die Ansage, am Ende des TT-Programms insgesamt eher mit einem (kleinen) Gesamtplus der Uniprofessuren dazustehen, eine verhältnismäßig gute Nachricht, finde ich. Sie haben aber insofern Recht, dass parallel zum Aufwuchs der 1000 TT-Positionen die Zahl der befristeten Professuren um ebenfalls 1000 abgesenkt werden soll – hier könnte man das Nullsummenspiel vermuten. Trotzdem überwiegt für mich am Ende das Positive: Endlich wird bundesweit der Tenure Track als Instrument der Personalentwicklung ...
#11 - Sehr geehrter Herr Wiarda,vielen Dank für die…
vielen Dank für die Informationen.
Ich sehe das geplante Konzept etwas kritisch und würde mich freuen, wenn Sie folgende Punkte kommentieren könnten.
Wenn trotz der 1000 neuen Tenure-Stellen die Gesamtzahl der Professuren nicht wesentlich erhöht werden soll, ergeben sich für mich daraus nur zwei ableitbare Möglichkeiten:
1. Professuren würden in den nächsten Jahren vorgezogen besetzt und direkt aus der Menge der Postdocs rekrutiert, womit eine ganze Generation hoch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses, die derzeit über Junior Professuren, Emmy-Noether, HGF, MPI, etc. gefördert werden, leer ausgehen würde. Falls diese auch für eine Bewerbung zugelassen werden sollten, würde das ...
#12 - Lieber Herr Böttcher,besten Dank für Ihre Anmerkungen.…
besten Dank für Ihre Anmerkungen. Fest steht: Alle Tenure-Track-Stellen münden bei positiver Evaluation der Wissenschaftler in ECHTEN Dauerstellen. Man kann es so formulieren: Es gibt keine Garantie, dass von den Ländern zusätzliche Professuren geschaffen werden, sehr wohl aber werden sie 1000 bislang befristete Stellen in unbefristete Stellen umwandeln. Es gibt also insgesamt 1000 befristete Stellen weniger unter den Professuren. Das ist auf jeden Fall der Gewinn. Ob und inwieweit die Länder zusätzliche Professuren schaffen, ist offen. Inwiefern das Tenure-Track-Programm mit den bestehenden Programmen verzahnt werden, kann ich noch nicht beantworten. Aber die Gefahr, die Sie beschreiben, besteht ...
#13 - Ich frage mich, wie der Wissenschaftsrat (und ergänzend…
Der Wissenschaftsrat selbst besitzt nach dem zugrunde liegenden Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern keine Rechtsform, und damit keine Rechtsfähigkeit. Mit anderen Worten: er kann nicht wirksam im Rechtsverkehr auftreten, z.B. keine Verträge u.ä. schließen - auch nicht durch die Geschäftsstelle. Es bedarf doch der Rechtsfähigkeit zur Wahrnehmung staatlicher Aufgaben - oder gilt in diesem Fall etwas anderes, als (grund)gesetzlich verankert und ...
#14 - Liebe/r Frau/Herr Schmitz,diese Frage kann ich nicht…
diese Frage kann ich nicht beantworten. Aber vielleicht ist das ja auch einer der Gründe, warum die Entscheidungen eben in der GWK fallen und dort auch die neuen Entscheidungsgremien angesiedelt sein werden? Ist aber nur eine Vermutung meinerseits...
Beste Grüße,
Ihr Jan-Martin Wiarda
#15 - Lieber Herr Wiarda,wenn Ihre Vermutung richtig ist, hätte…
wenn Ihre Vermutung richtig ist, hätte dieser "Auftrag" sicherlich in einer öffentlichen Vegabe ausgeschrieben werden müssen.
VG
Schmitz
#16 - Lieber Herr Wiarda,mit großem Interesse habe ich Ihre…
mit großem Interesse habe ich Ihre Antwort auf die Anfrage von Herrn Böttcher vom 07 April 2016 gelesen. Darin schreiben Sie, dass noch unklar sei, wie das Tenure-Track-Programm mit den bestehenden Programmen (etwa befristeten Juniorprofessuren) verzahnt werden würde.
Was würden Sie aus heutiger Sicht jemandem empfehlen, dem eine befristete Junioprofessur angeboten wird? Sollte er wohl lieber die Stellen ablehnen und auf eine TT-Stelle warten, um nicht Gefahr zu laufen, als befristeter Juniorprof zum einen nicht mehr für eine der neuen TT-Stellen zugelassen zu werden und zum anderen dann schwerer eine Anschlussstelle zu finden, da etwa befristete W2-Stellen ...
#17 - Lieber Herr M.,puh, eine Antwort bedeutet ganz schön viel…
puh, eine Antwort bedeutet ganz schön viel Verantwortung – ich kann ja auch nur vermuten. Bitte berücksichtigen Sie das bei Ihren Überlegungen. Ich weiß, dass es an einigen Universitäten Überlegungen gibt, Juniorprofessuren künftig mit Tenure-Track-Stellen zu verzahnen, was zugleich bedeutet, dass es dann auf Juniorprofessuren keine Hausberufungen mehr geben kann. Wenn eine Verzahnung (noch) nicht gegeben ist, wäre ich, wenn das irgendwie geht, eher zurückhaltend. Im nächsten Dreivierteljahr sollte Klarheit bestehen über die TT-Strategie der einzelnen Hochschulen. Aber wie gesagt: Alles nur Vermutungen...
Alles Gute und viele Grüße,
Ihr Jan-Martin Wiarda
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