15 Ja-Stimmen: KMK hat Staatsvertrag zur Akkreditierung beschlossen – und der DHV poltert
Die Kultusminister haben gestern den geplanten Staatsvertrag zur Reform des Akkreditierungssystems beschlossen. Dies hat die Kultusministerkonferenz offiziell mitgeteilt. Wie erwartet, haben alle Länder bis auf Mecklenburg-Vorpommern (MV) zugestimmt, MV selbst hat sich wie angekündigt enthalten und damit den Weg zur Einigung freigemacht. Die Ministerpräsidenten sollen den Staatsvertrag im Frühjahr unterzeichnen. Bis dahin wollen sich die Länder auf eine so genannte Musterverordnung zur Durchführung verständigen. Gelingt dies nicht, müsste jedes Land seine eigene Verordnung aufstellen.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) lobte den Beschluss, warnte jedoch vorsichtshalber schon mal vor "Kleinteiligkeit" und "landesspezifischen Sonderregelungen". Es brauche "die nötigen Freiheitsgrade für die Hochschulen."
Die Professorengewerkschaft DHV reagierte verärgert auf den KMK-Beschluss. Er sei "eine herbe Enttäuschung" und "ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die auf einen Befreiungsschlag gehofft hatten", sagte Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. Kempen bezog sich damit auf verschiedene Aufrufe und Petitionen , die die Politik aufgefordert hatten, die externe Qualitätssicherung abzuschaffen. Die Kultusminister, sagte Kempen, begingen einen schweren Fehler und sollten ihren Beschluss revidieren.
Fast schon skurril mutet die Bestrafung an, die sich der DHV für die Politiker ausgedacht hat: Aus Protest gegen die Entscheidung werde man dieses ...
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Kommentare
#1 - Der DHV verzichtet dieses Jahr also "aus Protest" auf sein…
Schon seit langem rächt sich, dass der DHV weder willens noch in der Lage ist, realitätstaugliche hochschulpolitische Positionen zu entwickeln. Stattdessen wählte er die Selbstverzwergung dahingehend, ausschließlich die individuellen Freiheitsrechte seiner Mitglieder zu verteidigen. Zur wirklich spannenden Aufgabe, auf Basis dieser Freiheitsrechte gleichwohl programmatische Arbeit zu leisten, kann sich der Verband anscheinend nicht durchringen. Nun denn, das Serviceangebot für die Mitglieder ist gut, die Mitgliedszahlen scheinen zu stimmen. Nur eben fehlt es an einer hochschulpolitischen Stimme der Universitätsprofessoren (das permanente ...
#2 - So wie der DHV es sieht, höre ich es auch oft von…
#3 - ja, hier nimmt der DHV durch seine jahrzehntelange…
Aus den diversen Verfassungsgerichtsurteilen geht ja klar hervor, dass die individuell starke Freiheitsposition der Professoren zugleich mit einer Pflicht zur gemeinschaftlichen Aufgabenwahrnehmung an Hochschule und Fakultät, etwa ...
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