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Warum Bildung als Thema bei der Bundestagswahl keine Rolle spielen wird

Die Parteien reden viel über Kitas, Schulen und Ideale, doch eigentlich haben sie nur ein Ziel: Nicht anecken.

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Artikelbild: Warum Bildung als Thema bei der Bundestagswahl keine Rolle spielen wird

VERGANGENE WOCHE SASS ich mit einem Kollegen beim Mittagessen zusammen, wir plauderten über dies und das, und irgendwann fragte er mich: Gibt es ein Bildungsthema, das bei der Bundestagswahl eine entscheidende Rolle spielen wird? Ich überlegte kurz, dachte an Martin Schulz und Angela Merkel, an all die Versprechen von Bildungsoffensiven, kostenlosen Kitas für alle und neuen Ganztagsschulprogrammen und antwortete: Nein.

In sieben Wochen bestimmen die Deutschen, wer sie die nächsten vier Jahre regieren, sie in die so viel beschworene Zukunft führen wird, und ausgerechnet bei der Frage, die angeblich über unser aller Zukunft entscheidet: gähnende Leere, allenthalben.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Es wird über Bildung diskutiert, am plakativsten tatsächlich von SPD-Kanzlerkandidat Schulz, der im Mai bei seinem fast schon legendären Auftritt in der Neuköllner Stadtbibliothek kurzerhand, aber mit großer Geste skandinavische Verhältnisse in Sachen Bildungsfinanzierung versprach. Woraufhin seine Leute wochenlang zu tun hatten, die dafür nötigen zusätzlichen 75 Milliarden Euro unbemerkt wieder einzukassieren und der Kandidat sich selbst im Interview relativierte. Inhaltlich tat sich Schulz ansonsten vor allem damit hervor, dass er die Rücknahme der Schulzeitverkürzung auf 12 Jahre gut hieß, die Abschaffung von Kitagebühren für gut verdienende Eltern ebenfalls und ansonsten das sozialdemokratische Lieblingsthema des Kooperationsverbots und seiner dringend nötigen Abschaffung rauf- und runterdeklinierte. Und dann war da noch seine Ankündigung, eine Million neue Ganztagsplätze in den Schulen zu schaffen. Wobei selbst die irgendwie verhallte, weil Kanzlerin Merkel in bekannter ...

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Kommentare

#1 -

F. Husi | Mo., 07.08.2017 - 11:14
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Als Vater von KIndern, die bald in das Schulsystem einmünden wird mir jetzt schon Bange angesichts der Zustände in den Schulen. Da sollen dann (in meinem Bundesland) halb ausgebildete "Hilfslehrer" die Aufgaben übernehmen. Ob das so schlecht ist, da kann man auch drüber streiten. Selbst in den Kitas, die mitunter über 200€ im Monat kosten und einer Gruppengröße von 19 Kindern und 1,5 Erziehern, ist es nicht besser. Da beschleicht einem als Elternteil schon ein gewisse Unruhe, ob der Staat/das Land/die Kommune das beste für seine/unsere Kinder will.



#2 -

Josef König | Mo., 07.08.2017 - 12:31
Lieber Jan-Martin,



Bildung war noch nie in der Bundespolitik ein Wahlkampfthema - vielleicht mit Ausnahme der frühen 60er mit den Picht'schen Reformen und kurz darauf der Begegnung der 68er Proteste. Also wird sie es ganz natürlich auch dieses Jahr nicht sein, schon allein, weil damit keine Stimmen holen kann.



Wenn sie aber zum Thema würde, dann hätte ich einige Ergänzungen und Veränderungen zu Deinen Vorschlägen:



1) Kitagebühren noch sozialer gestalten oder womöglich komplett abschaffen - und dennoch viel Geld besonders in die frühkindliche Erziehung stecken, weil hier die Grundlagen gelegt werden; womöglich müsste auch in die bessere Ausbildung der Kinderbetreuer/innen ...

#3 -

Lina | Mi., 06.09.2017 - 23:38
Ein wesentliches Thema, das mir im Artikel noch zu kurz kommt, aber eminente Auswirkungen auf die diskutierte Problematik hat, ist das Problem der Stellenkürzungen und -befristungen bei wissenschaftlichen Angestellten. Vor allem sollte man es auch einmal aus der Sicht der Studentinnen und Studenten betrachten. Dann stellt man leider fest, dass diese um sich greifende Seuche auch stark zu deren Lasten geht. Dem aktuellen Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs und der Kommentierung der GEW zufolge (siehe z.B. die Zusammenfassung bei https://www.textundwissenschaft.de/2017/05/02/1272/ ) hat sich in dieser Hinsicht, vielen Beteuerungen zum Trotz, bislang nicht wirklich etwas zum Besseren gewendet. Nach wie vor hat die ...

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