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Weil eben nicht alles bleibt, wie ist

Manche sagen, die Debatte um die Digitalisierung in der Bildung sei übertrieben. Welch ein Irrtum. Wir müssen das Bildungssystem dringend auf die große Transformation vorbereiten. Sechs Thesen von Myrle Dziak-Mahler.

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Artikelbild: Weil eben nicht alles bleibt, wie ist

Foto: Dragons /Pixabay

ÜBER DIE SCHULEN wird derzeit viel geredet: Es gibt zu viele Schüler und zu wenig Lehrer, viele Schulgebäude sind marode und bei all den Problemen müssen die Schulen auch noch neue Aufgaben bewältigen. Eines der Schlagworte, über das derzeit mit am meisten diskutiert wird, ist die Digitalisierung. Deutsche Schulen stehen im internationalen Vergleich schlecht dar, wenn es um die Vermittlung von Medienkompetenzen geht. Da ist der von Bundesministerin Wanka angekündigte Digitalpakt nicht nur ein wichtiges Signal, sondern dringend notwendig – sollte er denn kommen.

In die digitale Infrastruktur von Schulen zu investieren, ist zwingend – ohne Frage, aber nur ein Anfang. Das allein reicht nicht aus. Es braucht vor allem neue Konzepte, wie Unterricht angesichts komplett veränderter Bedingungen gelebt werden soll. An dieser Stelle setzt das Papier „ Bildung in der digitalen Welt “ an, das Ende vergangenen Jahres von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen wurde. Dieses Papier ist an sich sehr begrüßenswert, da es normativ wirkt und eine strategische ...

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Kommentare

#1 -

Bleistifterin | Mi., 20.09.2017 - 10:57
Es würde ja schon helfen, wenn differenzierter mit den Begriffen umgegangen würde. Geht es um Bildung? (umfasst abstrakte Konzepte, Lese-Schreib-Textkompetenzen, Werte etc)
Oder geht es um fachliche Ausbildung?

Solange jedes Schulfach auf seinen "Nutzen" für "die Wirtschaft" (wer soll das sein?) abgeklopft wird, sind Inhalte automatisch veraltet.

#2 -

Martin Lindner | Mi., 20.09.2017 - 14:36
Das ist ungefähr richtig, und es ist gut, dass das die Geschäftsführerin eines Zentrums für LehrerInnenbildung schreibt. Es ist aber an vielen Stellen genauso ungenau und wolkig wie es leider eben auch sonst meist ist, wenn von "Digitalisierung der Schule" die Rede ist. Wir müssen dringend konkreter werden!



1. SchülerInnen lernen eigenständiger und damit selbstbestimmter und selbstbewusster, Bildungsinhalte zunehmend außerhalb der Schule, insbesondere in sozialen Netzwerken, lernen nach individuellem Interesse und individuellem Lerntempo.



Jein. Irgendwie stimmt das schon, aber das ist sehr unkonkret. In vieler Hinsicht sind SuS gerade im unübersichtlichen digitalen Raum sehr unsicher und brauchen viel Anleitung. Aber ...

#3 -

Klaus Diepold | Mi., 20.09.2017 - 23:52
Ich würde auch davor warnen im allgemeinen "Digitalisierungsrausch" die Lösung im Schulfach "Informatik" zu suchen. Programmieren an sich ist vergleichsweise trivial, Beherrschung von Komplexität ist schwieriger und muss nicht durch "Informatik" im engeren Sinn angepackt werden und mit Programmieren schon gar nicht.



Ich bin mir nach einiger Diskussion und Lektüre zur Digitalisierung der Schule überhaupt nicht mehr sicher, was man darunter eigentlich konkret versteht. iPad im Klassenzimmer kann es irgendwie nicht sein, ein Pflichtfach Informatik ebenso wenig. Unterricht ersetzen mit "googlen" klingt auch nicht richtig. Was ist denn nun damit gemeint?

#4 -

M. Schmitz | Do., 21.09.2017 - 01:22
Ich sehe Digitalisierung vor allen Dingen als Chance: In Zeiten, wo uns Lehrer*innen fehlen, wo der frühzeitige Berufsaustritt der Regelfall ist, wo die Belastungen durch Korrekturen und fächerfremdes Unterrichten immer mehr zunehmen, sollte Digitalisierung zum beidseitigen Gewinn eingesetzt werden. Für Lehrende und Lernende! Neusseland ist da sicher ein (fast) gutes Beispiel...



Die Lehramtsausbildung hängt hier tatsächlich hinterher. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase. Hier wird oft krampfhaft und offensichtlich unbeholfen über eine "Medien-Etikettierung" von Veranstaltungen und der Zuhilfenahme von Fremdreferenten auf die Forderung reagiert (übrigens ähnlich wie beim Umgang mit Vielfalt und Inklusion...).

Allerdings, wer will ...

#5 -

Kathrin Stenzel | Do., 28.09.2017 - 11:01
Unsere Organisation macht sich für die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts stark - an Schulen und gemeinsam mit Lehrkräften. Wir stimmen vielen der obigen Aussagen zu, weil auch wir sehen, dass unser Schulsystem im Industriezeitalter stehen geblieben ist. Jedoch sehen wir es als absolut nicht notwendig, Schülerinnen und Schüler mit dem Erlernen einer Programmiersprache zu traktieren. Die Debatte in der Bildung muss sich unseres Erachtens darum drehen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler benötigen, um diese rasanten Veränderungsprozessen, wie wir sie jetzt im Rahmen der Digitalisierung unserer Gesellschaft erleben, mitgestalten zu können bzw. daran teilhaben zu können. Das heißt mal ganz losgelöst ...

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