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Hört auf, auf den Kultusministern von früher herumzuhacken!

Hätten sie es besser wissen und den Lehrermangel verhindern können? Vielleicht. Sicher ist: Die heutigen Bildungspolitiker haben es in der Hand, künftige Krisen zu verhindern. Doch bislang tun sie wenig dafür.

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Hört auf, auf den Kultusministern von früher herumzuhacken!

Krissa Corbett Cavouras: " teacher's desk ", CC BY-NC-ND 2.0 .

IRGENDWER MUSS JA schuld sein an dem Desaster. Fast 40.000 Lehrer fehlten, hat der Präsident des Lehrerverbandes, Hans-Peter Meidinger, neulich hochgerechnet. Ein bisschen über den Daumen gepeilt, das räumte er selbst danach ein , aber allein die Zahl reichte, um die Empörung über den gefährlichen Mangel an Pädagogen auf eine noch höhere Betriebstemperatur zu steigern. Als nächstes steuerte der Vorsitzende der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, das Schlagwort vom " Bildungsnotstand " bei, und mein geschätzter Kollege Christian Füller forderte in der WELT "am besten einen Untersuchungsausschuss, der die Schulminister der Jahre 2010ff. vorlädt und fragt: Wie konntet ihr die Statik der Bildungsrepublik nur so verkommen lassen?"

Wie praktisch für die aktuellen Kultusminister, dass sich die öffentliche Wut immer stärker auf ihre Vorgänger konzentriert. Gern unterstützen die Bildungspolitiker des Jahres 2018 das sich allmählich festsetzende Narrativ, es sei das Planungsversagen der Bildungspolitiker der Jahre 2008, 2009 oder 2010 gewesen, das sie ...

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Kommentare

#1 -

Edith Riedel | Mo., 03.09.2018 - 22:17
Aus den Fehlern der Vergangenheit lernt man. Dazu muss man sie aber identifizieren und nicht unbesehen hinter sich lassen. Mutig in die Zukunft - gerne. Aber bitte nicht ohne einen kritischen Blick auf die Fehler der Vergangenheit. Das beste Beispiel ist ja genannt: der nächste Schweinezyklus, für den mit den verzweifelten Einstellungen nicht qualifizierte Quereinsteiger_innen gerade die Grundlage gelegt wird.

#2 -

Mannheimer Studi | Di., 04.09.2018 - 10:31
Vorteil des Vorschlags: Man wird die hochnäsigen Kommentare mit der Behauptung Lehramtsstudis würden nur die Hälfte der Fachstudis leisten los.

Nachteil des Vorschlags: Die Länder müssten sich dann um Absolventen mit oft guten Karriereaussichten bemühen, statt um Abiturienten, die noch nicht wissen wohin es geht. Hm, vielleicht ist das auch ein Vorteil... ;)

#3 -

Martin Lommel | Di., 04.09.2018 - 23:08
Grundlage müssten dann entweder Zweifach-Bachelor sein, die je 90 CP für ein Fach vergeben oder wir hätten dann in Zukunft Ein-Fach-Leher*innen, oder? Könnte man ja mal in den Bundesländern diskutieren, die ohnehin noch keine gestuften Studiengänge im Lehramt haben...

#5 -

Ruth Himmelreich | Mi., 05.09.2018 - 11:42
In meinem Bundesland haben wir von unserem KM vor über zehn Jahren schon einmal konkrete Lehrerbedarfsprognosen gefordert, mit den Argumenten, man wisse, wieviele Lehrer in den Ruhestand gehen und wieviele Schüler absehbar in 5 Jahren ins Schulsystem kommen.



Antwort: Njet. Das ginge nicht, man könne nicht absehen, welche Reformen man in den nächsten Jahren angehen werde, die hätten schliesslich (siehe Gruppengrößen, Schulformen) einen großen Einfluss auf den Lehrerbedarf. Man kann jetzt auf die trägen Bürokraten schimpfen, aber sie waren nur realistisch. Die Reformen sind politikgesteuert, und es wird tatsächlich alle zwei Jahre irgendwas am Bildungssystem herumreformiert, weil eine Regierungspartei sich ...

#6 -

Henning Feldma… | Fr., 14.09.2018 - 23:48
Man kann Prof. Prenzel und somit Herrn Wiarda ganz besonders in einer Sache vollkommen zustimmen. Ein sog. polyvalentes Lehramtsstudium, in dem das Fachstudium im Bachelor noch nicht lehramtsbezogen ausgerichtet ist und in dem im Rahmen eines fachübergreifenden Studienelements die Möglichkeit geboten wird, sich im Sinne der Berufsorientierung (z. B. im Rahmen von Orientierungspraktika) mit dem Berufsziel Lehramt auseinanderzusetzen (Stufe 1), um erst zum Master-Studium die endgültige Entscheidung für das Lehramt oder einen anderen Weg zu treffen (Stufe 2), wird an der Ruhr-Universität Bochum bereits seit 2004 praktiziert. Wir machen mit diesem Modell sehr gute Erfahrungen. Neben den von Prof. Prenzel ...

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