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Ein neues Miteinander an den Hochschulen

Ein "Nichtsemester" wegen Corona? Warum die Petition dazu

so wichtig ist – und warum darin eine Chance steckt, die über

die Krise hinausreicht.

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Artikelbild: Ein neues Miteinander an den Hochschulen

Foto: Screenshot der Petition.

DER ZUG SCHEINT nicht mehr aufzuhalten, und das ist gut so. Es ist gerade mal eine Woche her, dass Ulrich Radtke, Rektor der Uni Duisburg-Essen und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK,) im Deutschlandfunk ein "Nichtsemester" ins Gespräch brachte. Drei Professorinnen griffen die Idee auf und entwickelten sie über einen Offenen Brief zur Online-Petition weiter. Letzter Stand: 2400 Unterzeichner, Unterstützung unter anderem auch von Studierendenverbänden wie dem fzs und der Bildungsgewerkschaft GEW.

Auch Politiker und Wissenschaftsorganisationen schlossen sich der Forderung an. Der Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule der grünen Bundestagsfraktion, Kai Gehring, schrieb in einem Brief an Bundesbildungsministerin Karliczek: "Ferner ist zu prüfen, ob das laufende Semester für Studierende nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet wird und sich entsprechend nicht negativ auf die Bafög-Bezugsdauer auswirkt." Und Berlins Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD) sagte im Interview hier im Blog , er würde lieber von einem "Kreativ-Semester" sprechen, "in dem alle Seiten aber vor allem sehr kulant und fair miteinander umgehen sollten", dazu gehöre für ihn auch, "dass dieses Semester beim ...

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Kommentare

#1 -

Marco Winzker | Mi., 25.03.2020 - 18:51
"Wenn der Wettstreit um die Umsetzung der Idee nur halb so engagiert wird wie der um ihre Bezeichnung,"



Worte und Bezeichnungen sind wichtig, das wissen wir doch alle. Und gerade wenn man sich momentan nicht persönlich sieht, prägt ein erstes Wort, eine Überschrift umso stärker. Es sitzen gerade viele engagierte Lehrende und HD-Supporter daran, wie man sinnvolle Möglichkeiten zum Studieren anbieten kann. Die bisher verwendeten Worte hören sich für mich nach "geht ja gar nicht, hat ja sowieso keinen Zweck" an. Letzte Woche gab es vom Hochschulforum Digitalisierung das Online-Event "Hochschulbildung und Corona: Was wir schon tun - was sonst ...

#2 -

René Krempkow | Mi., 25.03.2020 - 20:15
Angesichts der Coronovirus-Pandemie wird eigentlich nur - wie in einem Brennglas - noch deutlicher als sonst, dass all diejenigen, die, wie sie schreiben, ´am stärksten´ belastet seien: ´erwerbstätige Studierende, Studierende mit Care-Verpflichtungen, ausländische Studierende´, sowie übrigens tendenziell auch Nichtakademikerkinder.

Dies zeigte sich allerdings auch schon vor der aktuellen Corona-Sondersituation in einem häufige(re)n De-facto-Teilzeitstudium solcher Studierenden. Und dieses wiederum ist einer der stärksten fächerübergreifend relevanten und zugleich von den Hochschulen mindestens teilweise beeinflussbaren Einflussfaktoren auf die Studiendauer, wie eine in Kürze erscheinende bundesweite Analyse anhand von über zehntausend Bachelorabsolventen ergibt (www.researchgate.net/publication/339954145).

Die Abiturnote als am häufigsten genutzer (wenngleich umstrittener) Indikator für ...

#3 -

rayblossom | Do., 26.03.2020 - 18:09
Sehr geehrte Lehrende,



wenn das ernsthaft Ihre Forderung ist, dann wäre es meine, dass dann ab sofort alle Unterzeichner dieses Briefes in Kurzarbeit gehen. Da das rechtlich vermutlich nicht möglich ist, dann verzichten Sie doch bitte ab sofort auf 40 % Ihres Nettogehaltes, zusätzlich gedeckelt noch durch die Beitragsbemessungsgrenze. Da Sie ja offensichtlich nicht mehr arbeiten wollen und Ihnen "erschwerte Bedingungen" offensichtlich nicht zugemutet werden können, die derzeit für viele andere Berufsgruppen sicherlich noch viel schwerwiegender sind (man denke nur an Pfleger, Krankenschwestern, Ärzte, Kassiererinnen etc, die auch noch ihre persönliche Gesundheit riskieren. Wenn Sie also Ihre Arbeitsleistung nicht mehr ...

#4 -

Achim Stenzel | Fr., 27.03.2020 - 13:41
Da Worte Fakten schaffen, ist der Begriff "Nicht-Semester" fatal. An vielen Hochschulen arbeiten viele Menschen seit 14 Tagen in erheblichem Umfang daran, dass ein wie auch immer geartetes Sommersemester stattfinden kann. Die Hochschulen finden auch Wege, Fristen und Termine felxibel an die aktuelle Situation anzupassen. Was ich vermisse, ist ein klares Statement der Bildungsministerin: Alle, die im Sommersemester Bafög beziehen, erhalten ein Semester Förderung obendrauf. Ohne Einzelfallprüfung, ohne Abwägung über das im Sommer im Endeffekt tatsächlich absolvierte Pensum. "Wir" schmeißen den Klinikkonzernen, die in den vergangenen Jahren ordentlich verdient haben, Milliarden dafür hinterher, dass sie nun auf einmal Patienten versorgen ...

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