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Hervorragende Nachricht, viele Fragezeichen

Die Große Koalition will arme Schüler bei der Anschaffung digitaler Endgeräte für den Unterricht unterstützen, das dazu gehörende Sofortprogramm ist 500 Millionen Euro schwer. Aber wie genau kommt das Geld bei den Schülern an? Und was passiert nach der Krise?

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Artikelbild: Hervorragende Nachricht, viele Fragezeichen

Foto: StockSnap / pixabay - cco.

ES IST EINE HERVORRAGENDE Nachricht, auch wenn etliche Details zunächst noch unklar waren: Die Bundesregierung will 500 Millionen Euro für Schüler bereitstellen, die selbst nicht das Geld haben, um sich für den Unterricht am heimischen Computer zu rüsten. Das hat der Koalitionsausschuss der Großen Koalition von Union und SPD in der Nacht zu Donnerstag als Teil eines weiteren Corona-Maßnahmenpakets beschlossen. SPD-Chefin Saskia Esken twitterte anschließend: "Die #Schulen werden den Unterricht auch künftig durch digitale Lernangebote ergänzen. Vielen Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf fehlt im #homeschooling ein geeignetes digitales Endgerät. Dafür erhalten sie eine Unterstützung von je 150 Euro, Gesamtsumme 500 Mio. Euro."

Esken, die sich vor ihrer Zeit als Parteichefin einen Namen als Digitalpoltikerin gemacht hat, berührt in ihrem Tweet zwei entscheidende Punkte: Erstens ist das mit den digitalen Lernangeboten nach Corona, wenn der Präsenzunterricht wieder normal läuft, nicht vorbei – sollte es nicht, darf es nicht sein. Und zweitens: Die angemessene Ausstattung jeder Schülerin und jedes Schülers mit den notwendigen digitalen Endgeräten ist kein Luxus, eigentlich noch nicht einmal eine Frage des Bildungsbudgets, sondern im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit der sozialen Teilhabe – entsprechend ist es auch die finanzielle Hilfe für, wie Esken es formuliert, "Schüler mit Unterstützungsbedarf". >>


Konkreter, bitte!

Bund und Länder ...

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Kommentare

#1 -

Meinolf Müller | Do., 23.04.2020 - 15:33
Ein Schnellschuss ohne jegliche Vorüberlegung. Welche Geräte sollen sich die Schülerinnen und Schüler, die dafür in Frage kommen, denn für die mickrigen € 150,00 anschaffen? Ein Laptop ist teurer und für ein billiges Tablet braucht man ein WLAN bzw. eine SIM-Karte und damit fallen monatliche Providergebühren an (übrigens auch bei einem Laptop).
Wieder mal ein unüberlegter Schuss, der ins Leere laufen wird.

#2 -

Bräuer | Do., 23.04.2020 - 19:47
Die Schulen sind jetzt schon überfordert, sa h man auch für Abrechnungen für den Berlinpass! Und für 150.- bekommt man kein Laptop, vieleicht bei Ebay mit Win. 7! Dann brach man eine Sim karte . das ist doch wieder eine unüberlegte aktion und Verarsche!

#3 -

S.Radicke | Do., 23.04.2020 - 22:21
Interessant ist, dass schon ein Digitalpakt von über 5 Milliarden € existiert, dessen Nutzung aber bürokratisch und schwerfällig ist. Die letzte Instanz sind nicht Schulen und Schüler sondern die Landratsämter, aber die lassen sich Zeit mit der Digitalisierung. 150,- € sind echt nur ein Zuschuss, da fehlen zur Digitalisierung und digitalem Lernen noch einige Neuronen, um was Sinnvolles daraus machen zu können.

#4 -

Sven Zimmermann | Do., 23.04.2020 - 22:25
Eine verfehlte Investition. Wenn man nachhaltig Investieren möchte, brauchen Schüler eine homogene, verwaltete Lösung, die sicherstellt, das Sicherheitsstandards, Softwareversorgung und digitale Lerntools zur verfügung stehen. Sonst wird digitales lernen zur Farce ...

#5 -

Michels | Do., 23.04.2020 - 22:34
Hallo,hat man vielleicht auch mal darüber nachgedacht,dass viele Eltern die dringend gebotenen 150€ nicht beantragen werden,weil es über die Schulen läuft und es viele Familien gibt,denen es wichtig ist,ihre Kinder vor Diskriminierungen (auch von seitens der Lehrkräfte) fern zu halten!!?

#6 -

Johanna | Fr., 24.04.2020 - 00:23
150 Euro soll ein Zuschuss sein für die Anschaffung eines Laptop oder Tablet. Das ist ein Witz oder schlechter Scherz. Wie sollen Eltern die gerade mal über die Runden kommen bei einer Anschaffung noch zu bezahlen. Es ist doch sogar der Regierung egal gewesen das diese Eltern seit Corona noch mit weniger auskommen müssen, da durch die hamstereinkäufe die Lebensmittel teurer geworden sind bzw. Zum Teil nur noch die Markenprodukte zu bekommen sind. Und wie stellen sich unsere Politiker den vor wie das ohne Internet funktionieren soll .Die Mehrheit dieser Menschen besitzen überhaupt keinen Internetanschluss da es monatlich Geld kostet.

#7 -

Daniel kuckuk | Fr., 24.04.2020 - 00:50
Ein I Patt/Laptop kostet ca.350~500.-€.
Wo bitte bekomme ich dieses Gerät welches die Schule (Medienkomzept) auch klappt?Was ist mit Wartung,Versichung,Schutzhülle ?
Und wie wird es sichergestellt das auch alle Familien auch einen Internetanschluss haben?
Werden BuT noch die Schülerbeihilfe reicht für dieses aus.
Ein Ansparen von Harz 4 satzt ist nicht möglich,den für die schon 14 jahre alt sind bekommen "stolze" 0,25€ pro monat für Bildung.

#8 -

T. Zielecke | Fr., 24.04.2020 - 13:13
Mit den 500 Mio. € wird neben viel Bürokratie vor allem ein enormer Elektroschrottberg fabriziert. Digitalisierung geht nämlich tendenziell quer zum Klima- und Umweltschutz, wenn die Geräte nicht recyclingfähig gebaut, energiesparend genutzt und stofflich wiederverwertet werden. Das ist bei privaten, vor allem billigen Geräte erst recht nicht zu erwarten.



Digitalisierung des Unterrichts ist in Notsituationen wie diesen als Ausweichmaßnahme sinnvoll, dann muss es aber auch einheitlich erfolgen. Als Dauermaßnahme bin ich aber eher skeptisch.

#9 -

H.Krebs | Sa., 25.04.2020 - 17:45
Schade, hier sind wohl nur negativ denkende Leute unterwegs. Konstruktiv gedacht:

Ja, wir haben einen enormen Rückstand bei der Digitalisierung und in den Schulen. Ja, 150 € pro Endgerät reichen nicht aus. Ja, vieles ist noch unklar, so auch der Verwaltungsweg.

Aber: die 150 € sind ein Anfang, den das Land oder der Schulträger aufstocken kann. Bisher verlangen viele Bundesländer "use your own divice" - diese Position kommt jetzt unter Druck. Der Bund lockt mit der Möhre, und Land und Schulträger werden es sich politisch nicht leisten können, die Gelder verfallen zu lassen.

#12 -

Sikora | Mi., 06.05.2020 - 13:51
Wir haben uns tatsächlich über erspartes 2 PCs angeschafft damit unsere beiden Söhne das Homeschooling überhaupt irgendwie bewältigen können. Wir sind aber beide Berufstätig und haben zwar nicht unmittelbar mehr Geld als welche die ihre Gelder über Ämter erhalten. 3 Kinder! Haben wir denn auch irgendwie eine Chance auf den Zuschuss? Immerhin fehlt auch eine Webcam, Mikrofon, Windows 10 mussten wir dazu kaufen + Office. Ich seh es schon kommen das wir 2,50€ über den Satz liegen werden. Wie immer! Es wird immer ein Problem der Mittelschicht bleiben.



Für 150€ bekomme ich bestimmt kein Tablett - das ist korrekt! Aber ...

#13 -

Lehrerin | Di., 12.05.2020 - 19:09
Her mit dem Geld, und zwar schnell! Bitte, bitte! Für 150,- bekommt man ein kleines Tablet, damit können die Schüler sich die Hausaufgaben über Iserv herunterladen und ihre Mails lesen. Das wäre schon ein enormer Fortschritt!

#14 -

Thomas Grüning… | Mi., 13.05.2020 - 16:10
Tipp: Weg von Apple, Microsoft und co., statt dessen webbasierte Anwendungen über offene Lernplattformen wie Moodle (alles drin, sogar interaktive Tafeln für Gruppenarbeiten und Videokonferenz) => 1. Endgeräteunabhängige Nutzung, zum Beispiel Leasingrückläufer mit Linux-Mint (Kosten ca. 150,-Euro), 2. Weniger Datenschutzprobleme für Lehrerinnen und Lehrer, 3. gesellschaftlich offene Weiterentwicklung von Bildungssoftware von Leuten, die in der Bildung arbeiten.

Warum von staatlicher Seite teure Lernplattformen entwicklen lassen, wenn es doch schon bewährte Lösungen gibt.



#15 -

Jessica | Fr., 05.06.2020 - 18:20
Schrecklich was mein Kind benachteiligt war die letzten 9 Wochen IM Homeschooling...ohne Wlan oder irgendwelchen Geräten waren wir angewiesen, dass uns eine andere Mutter hier und da die Sachen mit ausgedruckt hat...wir haben die Arbeitspläne dann aber erst Donnerstag abends bekommen können und mein gerade 8 Jahre alt gewordener Junge musste dann alles an einem Tag machen bzw auch am Wochende...teilweise musste ich als Mutter die Blätter erst abzeichnen damit der Kleine sie machen konnte..140 Matheblätter waren das....und weil wir 2x die Mappen in der Schule vorbeibringen mussten, hatte mein kind einmal Donnerstag abend bis Mitternacht gesessen und alles gemacht, ...

#16 -

Sandra | Sa., 13.06.2020 - 02:52
Tja, und wo sind die 150 pro Kind nu? Antrag bei BuT gestellt...Ablehnung mit Kommentar es sei Aufgabe des Jobcenters. Also dann Antrag beim Jobcenter gestellt... Ablehnung mit Kommentar, es sei die jeweilige Schule zuständig. Bei der Schule nachgefragt...Kommentar: wir haben zwar aus den Medien davon gehört, aber Geld dafür zum Verteilen haben wir nicht bekommen. Also was war das nun für ne Aktion??? Grosses Gerede und "wir tun so viel für die wortwörtlich armen Kinder", aber keiner ist zuständig, wenn man denn dann auf die Idee kommt, einzufordern was versprochen wurde. Bin alleinerziehend, geringverdienend mit ALG II Zuschuss. Habe ...

#17 -

Grundschullehrerin | Mo., 15.06.2020 - 12:26
Wie wäre es, wenn erst mal Lehrer Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen würden? Ich kenne niemanden, der in irgendeinem einem Unternehmen tätig ist und seine Arbeitsmaterialien wie PC/Laptop, (Rot-) Stifte, DruckerPapier, Drucker, Arbeitshefte und -bücher, Stempel, Tonpapier, Sonstiges Bastelpapier, Plakate etc. etc. etc. SELBST bezahlen muss oder überhaupt dazu bereit wäre. Wo bleibt hier die Unterstützung der Regierung? Soll ich meine Arbeitsblätter am besten wieder per Hand auf Schmierpapier schreiben? Aber Digitalisierung verlangen! Super! Dankeschön Staat! Ich bin wirklich wütend!

Dazu werde ich noch verdonnert, im nächsten Schuljahr statt 50% Auf 85% aufzustocken. Davon spricht niemand mehr in der tollen ...

#18 -

Frank | Di., 30.06.2020 - 10:18
Hallo, erstmal 150€ sind besser als gar nichts. Meine Tochter bekommt von der Schule vorgeschrieben fürs nächste Schuljahr ein ipad (stift empfehlenswert) + Schutzhülle plus Versicherung 500€. Da
wollte ich die 150 über Bildung und Teilhabe (klares nein). Also über die Schulen so sagt man mir (Die wissen nicht wie das Geld abgerufen werden Kann (nur beschlossen) kein Antrag. Also kein Geld.
Tolle Sache Regierung

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