Direkt zum Inhalt

Hinter den Kulissen der Wohltäter

Die Wissenschaft braucht eine ehrliche Debatte über private Wissenschaftsstiftungen, ihre Governance und Vergabeverfahren. Die Hochschulen müssen sie führen – auch wenn es wehtut.

HOCHSCHULEN BEKLAGEN einen teilweise ruinösen Wettbewerb um staatliche Drittmittel. Mitarbeiterinitiativen machen sie für die vielen Befristungen und Kettenverträge in der Wissenschaft verantwortlich, und beide Seiten sind sich einig: Die Relation zwischen Drittmitteln und Grundfinanzierung ist schon lange aus dem Gleichgewicht geraten.

Mit Folgen auch für die Inhalte. Der Anreiz sei groß, die beantragten Forschungsprojekte an den vermuteten Mainstream anzupassen, sagen Kritiker. Gleichzeitig stiegen die Chancen für Unternehmen, die Wissenschaft für ihre eigenen Interessen einzuspannen. Über die großzügige Finanzierung bestimmter Forschungsvorhaben oder sogenannter Stiftungsprofessuren, die meist auf fünf Jahre vereinbart und im Anschluss oft von den Hochschulen fortgeführt werden müssen – mit ihren ohnehin schon so knappen Grundmitteln.

Die Wirklichkeit ist natürlich weniger schwarz-weiß. Die meisten Stiftungsprofessoren arbeiten unbehelligt von den Unternehmen, echte Skandale sind selten. Und während die Schieflage zwischen staatlichen Dritt- und Dauermitteln unter Hochschulforschern weitgehend Konsens ist, fällt die Bestandsaufnahme beim Engagement der Wirtschaft anders aus: Ihr Anteil an allen Drittmitteln sank laut Stifterverband zwischen 2009 und 2019 von 22,4 auf 17,2 Prozent.

Erstaunlich angesichts der oft so aufgeregten Debatte ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Die Digitalisiererin

Die Digitalisiererin

Historikerin, Liberale, PR-Fachfrau, ehemals Landtagsabgeordnete und Geschäftsführerin eines Studentenwerks – heute eine der profiliertesten Digital-Politikerinnen. Das alles ist Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt. Porträt einer Ungeduldigen.


  • Aussichten: wechselhaft

Aussichten: wechselhaft

Bewerben sich Frauen um eine Professur, haben sie bei gleicher Leistung teils höhere Erfolgschancen als Männer. Allerdings gibt es viel weniger Frauen, die für eine Professur in Frage kommen. Ändert sich das allmählich?


  • Artikelbild: Und ob wir hungrig sind!

Und ob wir hungrig sind!

Der neue Max-Planck-Präsident Patrick Cramer über Nachholbedarf bei der Postdoc-Förderung, Deutschlands Standortschwächen, die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – und notwendige Veränderungen aus eigener Kraft. Patrick Cramer ist Biochemiker und Molekularbiologe und seit 22. Juni 2023 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.Fotos: Christoph Mukherjeee/MPG.