Flüchtlinge an die Uni: Das Ende der Meritokratie?
Vielleicht ist es gut, in diesen Tagen nicht den Kern der Flüchtlingsdebatte aus den Augen zu verlieren. Rechtskonservative Politiker mögen sich fragen, ob wir zu viele Feinde unserer Lebensart ins Land lassen. Verantwortliche Politiker fragen sich etwas Anderes: Wie schaffen wir es, den Neuankömmlinge gerade jetzt nicht das Gefühl zu geben, sie alle stünden unter einem Generalverdacht? Wie schaffen wir es, ihnen weiter Offenheit zu signalisieren – die Offenheit einer Gesellschaft, die Voraussetzung jeder Form von Integration ist?
Am Tag der Anschläge, genauer gesagt nur wenige Stunde vorher, hat Bundesministerin Johanna Wanka zusammen mit der Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel, ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das Flüchtlingen den Zugang zu den Hochschulen erleichtern soll. An sich nichts Neues, denn die einzelnen Maßnahmen waren vorher bereits bekannt – ebenso wie die Summe, die der Bund in den nächsten Jahren investieren möchte: mehr als 130 Millionen Euro. Kai Gehring von den Grünen hat übrigens Recht, wenn er bemängelt, dass Union und SPD "das Paket zu Lasten von Haushaltsmitteln aus anderen Bildungsbereichen geschnürt haben". Er hat auch Recht, dass das nicht gut ist, weil so möglicherweise der verqueren Argumentation Vorschub geleistet wird, wir hätten ...
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Kommentare
#1 - LIeber Herr Wiarda,ich muss zugeben, dass ich die Aktionen…
ich muss zugeben, dass ich die Aktionen von Wanka/Wintermantel noch nicht unter diesem Gesichtspunkt betrachtet habe. Sie erkennen darin eine nicht ursprünglich intendierte aber großartige Chance unser eingefrorenes System der Hochschulzulassung neu zu schnüren. Das wäre in der Tat eine revolutionäre Leistung wofür wir den Flüchtlingen lange dankbar sein dürfen.
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