Direkt zum Inhalt

Unter welchen Umständen Schulschließungen Sinn ergeben...

...und warum sie es so, wie manche es vorhaben, ganz sicher nicht tun. Eine Analyse angesichts der losrollenden zweiten Corona-Welle.

Bild
Artikelbild: Unter welchen Umständen Schulschließungen Sinn ergeben...

Foto: Pixabay.

BEVOR AM FREITAG in mehreren Bundesländern die Herbstferien begannen, hieß es an vielen Schulen: Bitte alle Bücher und Hefte mitnehmen, wir wissen nicht, ob in zwei Wochen überhaupt noch Präsenzunterricht ist. Die Stadt Delmenhorst hat gar nicht erst bis nach den Ferien gewartet. Oberbürgermeister Axel Jahnz entschied, nachdem am 08. Oktober der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritten worden war, dass am nächsten Morgen, dem letzten Schultag vor den Ferien, alle Schulen in der Stadt dicht bleiben sollten.

Fast könnte es einem so vorkommen, als würden die politischen Beteuerungen, in einer zweiten Welle die Bildungs- und Teilhaberechte der Kinder und Jugendlichen besser zu beachten, mancherorts schon in der ersten Bewährungsprobe eines langen Corona-Winters vergessen – während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Bürgermeistern von elf Großstädten immer noch wacker betonte: Oberste Priorität bei allen Maßnahmen sei es, die Wirtschaft am Laufen zu halten und dass Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen gehen könnten.

Wie aber ist überhaupt die Lage in den Schulen? Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitag, es würden insgesamt vermehrt COVID-19- bedingte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. "Weitere Ausbrüche gibt es in Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen, verschiedenen beruflichen Settings sowie in Zusammenhang mit religiösen Veranstaltungen."

Kitas und Schulen werden also inzwischen in der RKI-"Ausbrüche-Liste" explizit erwähnt – anders als beispielsweise noch vor zwei Wochen. Eine vollständige bundesweite Übersicht der zurzeit von Corona-Maßnahmen betroffenen Schulen liegt nicht vor. Angesichts von mehreren tausend neuinfizierten Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 19 in der gerade zu Ende gegangenen Kalenderwoche dürften es aber erneut in vielen hundert Kitas und Schulen neue Infektionen oder Verdachtsfälle gegeben haben. Fakt ist allerdings auch, dass dies angesichts von etwa 100.000 Bildungseinrichtungen bundesweit immer noch einem Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich entspräche.

Ja, präventive Schulschließungen können gerechtfertigt sein – aber bestimmt nicht so

Dass auch präventive Schulschließungen – also abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen, aber unabhängig ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Franz K | Fr., 16.10.2020 - 15:19
Schöner Artikel.



Es gibt zwischen



Regelbetrieb

(alle rein, maskenpflicht wenn Zahlen steigen) mit Lüften



und



Schulschließungen



auch Zwischenschritte, die gar nicht diskutiert werden.



Meine Tochter geht in eine Klasse, wo die Klassenlehrerin das Tragen von MASKEN verboten hat, obwohl wir Risikogruppe sind.

Gelütet wird NICHT alle 20 Minuten, weil es die L verboten hat. Es war damals noch warm.



In RLP (Hubig-Land) ist kein Geld für Luftfilter-Anlagen vorhanden. Ok.

Wie kann man Viruslast noch senken?

1/2 Klassen.

Einfach. Billig. Schnell.

Würde die Kurve abflachen lassen.



Wo stecken sich Kinder an?

Schulbusse.

Beengte Wohnverhältnisse

(Arm, Ausländer, Aussiedler, Asylbewerberkinder)



Den Satz, dass ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Schulen schließen, damit die Gesellschaft weitermachen kann wie bisher? Umgekehrt muss es laufen!

Schulen schließen, damit die Gesellschaft weitermachen kann wie bisher? Umgekehrt muss es laufen!

KMK-Präsidentin Stefanie Hubig über den Coronaschutz in Schulen, die Digitalisierungsprogramme von Bund und Ländern – und Bildungsaufgaben, die über die Pandemie hinausreichen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Wie sind die Zahlen?

Diese Woche haben sich die Regierungschefs von Bund und Ländern über neue Corona-Maßnahmen verhandelt. Parallel reißen die Debatten über die Rolle von Kitas und Schulen in der Pandemie nicht ab. Was aber lässt sich aus der aktuelle Corona-Statistik herauslesen?


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Weil nicht alles ist wie immer

Die Erwartungen an den informellen Schulgipfel im Kanzleramt gestern Abend waren hoch. Und nein, es folgte keine totale Enttäuschung. Trotzdem ist das, was Konkretes herauskam, angesichts der Lage zu wenig.


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Weniger Ansteckungen durch die Schulöffnungen?

Seit die Sommerferien zu Ende sind, sinkt der Anteil der Neuinfektionen unter Kindern und Jugendlichen. Wie kann das sein? Und was hat das mit den Testhäufigkeiten zu tun? Eine Analyse.


  • Neues Regelwerk nach 56 Jahren

Neues Regelwerk nach 56 Jahren

Heute will die KMK ihren neuen Bildungsstaatsvertrag besiegeln. Die Chancen, dass ihr dies gelingt, stehen gut. Die Chancen, dass es ein echter Aufbruch wird, eher weniger.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Erste Schritte

Die Kultusminister loben sich selbst für ihre historische Taten, ganz so berauschend ist ihr heute beschlossenes Bildungsabkommen freilich nicht. Aber es hätte Potenzial. Um es zu nutzen, muss die KMK aber erst sich selbst ändern.