Unter welchen Umständen Schulschließungen Sinn ergeben...
...und warum sie es so, wie manche es vorhaben, ganz sicher nicht tun. Eine Analyse angesichts der losrollenden zweiten Corona-Welle.

BEVOR AM FREITAG in mehreren Bundesländern die Herbstferien begannen, hieß es an vielen Schulen: Bitte alle Bücher und Hefte mitnehmen, wir wissen nicht, ob in zwei Wochen überhaupt noch Präsenzunterricht ist. Die Stadt Delmenhorst hat gar nicht erst bis nach den Ferien gewartet. Oberbürgermeister Axel Jahnz entschied, nachdem am 08. Oktober der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritten worden war, dass am nächsten Morgen, dem letzten Schultag vor den Ferien, alle Schulen in der Stadt dicht bleiben sollten.
Fast könnte es einem so vorkommen, als würden die politischen Beteuerungen, in einer zweiten Welle die Bildungs- und Teilhaberechte der Kinder und Jugendlichen besser zu beachten, mancherorts schon in der ersten Bewährungsprobe eines langen Corona-Winters vergessen – während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Bürgermeistern von elf Großstädten immer noch wacker betonte: Oberste Priorität bei allen Maßnahmen sei es, die Wirtschaft am Laufen zu halten und dass Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen gehen könnten.
Wie aber ist überhaupt die Lage in den Schulen? Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitag, es würden insgesamt vermehrt COVID-19- bedingte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. "Weitere Ausbrüche gibt es in Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen, verschiedenen beruflichen Settings sowie in Zusammenhang mit religiösen Veranstaltungen."
Kitas und Schulen werden also inzwischen in der RKI-"Ausbrüche-Liste" explizit erwähnt – anders als beispielsweise noch vor zwei Wochen. Eine vollständige bundesweite Übersicht der zurzeit von Corona-Maßnahmen betroffenen Schulen liegt nicht vor. Angesichts von mehreren tausend neuinfizierten Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 19 in der gerade zu Ende gegangenen Kalenderwoche dürften es aber erneut in vielen hundert Kitas und Schulen neue Infektionen oder Verdachtsfälle gegeben haben. Fakt ist allerdings auch, dass dies angesichts von etwa 100.000 Bildungseinrichtungen bundesweit immer noch einem Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich entspräche.
Ja, präventive Schulschließungen können gerechtfertigt sein – aber bestimmt nicht so
Dass auch präventive Schulschließungen – also abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen, aber unabhängig ...
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Kommentare
#1 - Schöner Artikel.Es gibt zwischenRegelbetrieb(alle rein,…
Es gibt zwischen
Regelbetrieb
(alle rein, maskenpflicht wenn Zahlen steigen) mit Lüften
und
Schulschließungen
auch Zwischenschritte, die gar nicht diskutiert werden.
Meine Tochter geht in eine Klasse, wo die Klassenlehrerin das Tragen von MASKEN verboten hat, obwohl wir Risikogruppe sind.
Gelütet wird NICHT alle 20 Minuten, weil es die L verboten hat. Es war damals noch warm.
In RLP (Hubig-Land) ist kein Geld für Luftfilter-Anlagen vorhanden. Ok.
Wie kann man Viruslast noch senken?
1/2 Klassen.
Einfach. Billig. Schnell.
Würde die Kurve abflachen lassen.
Wo stecken sich Kinder an?
Schulbusse.
Beengte Wohnverhältnisse
(Arm, Ausländer, Aussiedler, Asylbewerberkinder)
Den Satz, dass ...
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