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War da was?

Max Planck & Co bekommen bis Ende der 20er Jahre garantiert drei Prozent mehr – jedes Jahr. Im Gegenzug sollte künftig mehr von ihnen abverlangt werden – zum Beispiel durch ein ganz neues Förder- und Forderinstrument. Doch Bund und Länder scheinen die Pläne klammheimlich begraben zu haben.

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Artikelbild: War da was?

"Strategieentwicklungsraum?" Mit dem Begriff kann selbst die Suchmaschine Google nur wenig anfangen (Screenshot).

DER PAKT FÜR FORSCHUNG UND INNOVATION, kurz "PFI", dürfe auf keinen Fall genauso weitergehen wie bisher, mahnten Wissenschaftsexperten verschiedener Bundestagsfraktionen. Drei Prozent sicheres Plus jedes Jahr für die außeruniversitären Forschungsorganisationen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mehr, doch die leisteten im Gegenzug nicht genug – und das Bundesbildungsministerium fordere sie kaum. Der Druck aufs BMBF war gewaltig vor zwei Jahren, und so versprach das Ministerium von Anja Karliczek (CDU) Besserung für die nächste Paktrunde. Stellte sogar ein neues Finanzierungsschema in Aussicht. Richtig mutig klang das. Dann kamen die Bund-Länder-Verhandlungen um die Paktverlängerung, die Forschungsorganisationen warfen die Lobbymaschine an, und der Mut zu neuen Ideen wurde immer kleiner. Bis am Ende nur eine leere Hülle blieb. "Strategieentwicklungsraum" genannt. Vor wenigen Tagen ist die PFI-Verlängerung offiziell gestartet, und jetzt ist klar: Die Hülle wird leer bleiben. Da kommt nichts mehr. Die Forschungsorganisationen haben sich gegen die Politik durchgesetzt.

Doch der Reihe nach. 2018 hatte der Bundestagshaushaltsausschuss erstmals 25 Prozent der Betriebsmittel der Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Forschungsorganisation, gesperrt. Es war eine Reaktion auf die seit Jahren aufs Neue vorgetragene Kritik des Bundesrechnungshofs, die vier außeruniversitären Forschungsorganisationen seien "in Teilen überfinanziert". Innerhalb von vier Jahren hätten sich die Gelder, die nicht im selben Haushaltsjahr ausgegeben wurden, auf eine Milliarde Euro mehr als verdreifacht – weil sie so viel Geld hätten, dass sie nicht mit dem Ausgeben hinterherkämen. Was die Außeruniversitären heftig bestritten, auch das BMBF verteidigte sie. Doch die Haushaltspolitiker beschlossen, an Helmholtz, der Organisation mit der größten "Bugwelle", ein Exempel zu statuieren. Die Ansage an die Chefs der Helmholtz-Zentren: Erst wenn ihr uns nachweist, dass ihr 75 Prozent der aktuellen Betriebsmittel ausgegeben habt, bekommt ihr den Rest (wie die Geschichte weiterging, können Sie hier lesen).

Auch sonst schlug Helmholtz, Max ...

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Kommentare

#1 -

Andreas Weber | Fr., 15.01.2021 - 14:24
Im Kontext PFI sollte man die DFG nicht in einen Topf mit MPG, HGF ... werfen -- über die DFG-Mittel finanzieren in einem wettbewerblichen Vergabeverfahren nach Exzellenzkriterien primär (unterfinanzierte) Universitäten ihre Forschungsvorhaben. Gelebte Selbstverwaltung der Wissenschaft. Hingegen kommt der PFI Aufwuchs den anderen Forschungseinrichtungen unmittelbar zugute. Aus meiner Sicht ein fundamentaler und zu wenig diskutierter Unterschied.

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 15.01.2021 - 14:31
Lieber Herr Weber, Sie haben Recht: Die DFG hätte eigentlich spätestens in dieser Paktphase nicht mehr im PFI drin sein sollen. Weil sie anders ist, aber auch weil ich ihre Zuwächse teilweise lieber direkt in den Zukunftsvertrag für die Hochschulen investiert gesehen hätte. Damit wäre nebenbei auch etwas für die Senkung der Drittmittelquote getan worden. Viele Grüße! Ihr J-M Wiarda

#3 -

Martin Zumbusch | Fr., 15.01.2021 - 15:24
Wäre man den Kommentar so nehmen, wie es dort steht,
müßte man wohl extrem besorgt sein. Man vergleiche mal die genannten Aufwüchse im außeruniversitären Bereich mit den für Universitäten z,B. in Niedersachsen derzeit vor sich gehenden realen Kürzungen. Zur Wahrheit gehört meines Erachtens aber auch, daß die Förderung etwa der MPG oder der Blaue-Liste Institute
extrem strengen und relativ engmaschigen Bewertungen
unterliegen.

#4 -

Th. Klein | Mo., 18.01.2021 - 09:18
Man muss schon der Politik zugute halten, dass die Diskussion vor einem anderen Hintergrund ablief. Damals stand die HGF wegen hoher Ausgabenresten dermaßen unter Druck, dass der Haushaltsausschuss eine Sperrung veranlasste. Die FhG "glänzte" mit niedrigen Frauenanteilen und verhältnismäßig wenigen Ausgründungen.



Die HGF hat inzwischen die Verausgabung "im Griff". Und die FhG kann in der Tat auf die Corona-Krise verweisen, da sie so abhängig von der Wirtschaft ist, dass sie alle Ansprüche der Politik derzeit abbügeln kann. Und wie oben beschrieben, kann die MPG auf aktuelle Nobelpreise verweisen, da wird man unantastbar. Die Politik hat sich verschätzt.



Wenn der PFI ...

#5 -

Hamburger | Mo., 18.01.2021 - 16:27
Bisschen unterkomplex dieser Artikel. Ja, die Außeruniversitären sind fette, selbstzufriedene Katzen geworden. Bei denen muss sich einiges ändern, auch bei der MPG. Aber nein, Stratmann hat insoweit Recht, als der Strategieraum dafür ein untaugliches Mittel war: Politisch erzwungene, oder auch nur angereizte, "Vernetzung" funktioniert nicht; sie erzeugt bloss kurzfristige Beutegemeinschaften. Die Exzellenzinitiative hat das einmal mehr gezeigt. Schlimmstenfalls begünstigt sie Monokultur, anstatt 1000 Blumen blühen zu lassen.

#6 -

René Krempkow | Di., 19.01.2021 - 23:21
Dass ein gemeinsamer Strategieraum ein untaugliches Mittel ist, mag sein. Aber dies spricht m.E. nicht unbedingt dagegen, dass sich die vier großen AuF an (gern auch selbst gesetzten) Zielen messen lassen könnten, wenn sie weitere zusätzliche Gelder erhalten wollen.

Von Hochschulen - und das nicht nur in Deutschland - wird dies auch verlangt, und dort wird z.T. die Zielerreichung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Leider ist es für die Hochschulen aber keineswegs immer so, dass sie dann tatsächlich zusätzliche Gelder erhalten (so bei gedeckelten Leistungsbudgets, wenn sich "zu viele" der Hochschulen in einem Land verbessern). Glücklicherweise gibt es aber auch Leistungsanreiz-Modelle, ...

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