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Verfeuert für die eigene Imagerettung

Endlich mal ein Aufschlag von Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger: Sie will eine Offensive für neue Technologien. An sich richtig, doch der Vorstoß kommt viel zu spät – und weckt eine Befürchtung.

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Artikelbild: Verfeuert für die eigene Imagerettung

Bettina Stark-Watzinger auf der re:publica 2024 in Berlin. Foto: Kritzolina, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons .

EINE "OFFENSIVE FÜR TECHNOLOGIEOFFENHEIT" will Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) mit einem Impulspapier einläuten, das sie zuerst über die FAZ -Wirtschaftsredaktion lancierte. Endlich ein strategisch-konzeptioneller Aufschlag einer Ministerin, die sonst vor allem durch plakative Zeitungsinterviews zu Themen auffällt, für die sie gar nicht zuständig ist, und vielen ihrer Verhandlungspartner in Bund und Ländern Rätsel aufgibt, wo sie politisch überhaupt hinwill.

Das wiederum sagt der als "BMBF-Diskussionsbeitrag" titulierte Siebenseiter erfreulich deutlich und erfreulich streitbar. Es ist ein starkes Papier. Umso bedauerlicher, dass es in der politischen Debatte keinerlei Durchschlagskraft entwickeln wird. Was wiederum an der Ministerin liegt.

Der Reihe nach. Unter den Vorschlägen, die das BMBF macht, sticht einer hervor: "Wir schlagen vor, das Innovationsprinzip in der Gesetzgebung und der Verwaltungspraxis zu verankern." Und zwar gleichberechtigt neben das geltende Vorsorgeprinzip, da derzeit bei der Gesetzesfolgenabschätzung der Fokus vor allem auf Risiken und Bedenken liege, während die Chancen und ...

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Kommentare

#3 -

Nikolaus Bourdos | Di., 13.08.2024 - 19:26
Interessantes Papier, steht einiges drin, das schön und richtig ist, aber auch der alltägliche FDP-Firlefanz:



- Synthetische Kraftstoffe: die wird Herr Lindner vermutlich als einziger in Deutschland in seinen Porsche tanken, während der Rest der Welt locker weiterzieht mit seinen E-Auto-Innovationen und steigenden Marktanteilen



- Fusionsenergie: Nicht totzukriegen, als ob in den nächsten 20 Jahren die Technologie so weit wäre, dass irgendwo ein Fusionskraftwerk ans Netz gehen würde.



Abschließend auf die europäische Bürokratie als Innovationshemmnis zu verweisen, ist wohlfeil; da sollte man den Blicke mindestens genauso sehr auf die landeseigene Bürokratie lenken.



Und jetzt? Sie haben völlig Recht, Herr Wiarda: ...

#4 -

Benita Wohlers | Mi., 14.08.2024 - 00:17
Klasse! Batterieforschung hat nicht gut funktioniert, weil andere Länder und Industrien schneller und innovativer sind. Und jetzt soll es die KI richten, wo u.a. die USA und Taiwan meilenweit voraus sind.

Und zwar in Forschung, Entwicklung und industrieller Umsetzung. Ähnliches gilt für Kernfusion und Pflanzenzüchtung.

Macht doch erst mal eines vernünftig, wie bspw. Wasserstofftechnologien „Innovation Made in Germany“ und nicht ständig neue Spielwiesen.

Wie naiv ist Stark-Watzinger eigentlich? Deutsche Forschung rennt weiter immer wieder hinterher…

#5 -

Sapientia | Sa., 17.08.2024 - 14:00
Über die Bürokratie der EU zu schimpfen, ist immer wohlfeil. Im eigenen Haus gibt es aber inzwischen schon eine Dystopie:



Bei EU-Anträgen erhält man selbst im Falle einer Ablehnung eine substantielle schriftliche Begründung; bei BMBF-Anträgen gibt es das nicht. Auf telefonische Nachfrage gibt es gelegentlich in der Regel nicht besonders hilfreiche Informationen.



KollegInnen haben sogar schon erste Erfahrungen dahingehend gemacht, dass sogar die formelle Ablehnung eines BMBF-Antrags nur telefonisch gemacht worden sind.



Insgesamt wirkt das BMBF deshalb nach außen hin inzwischen wie eine Dystopie.

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