Nur noch eine unter vielen?
Die "Berlin University Alliance" war bislang der einzige Exzellenzverbund. Nach der Enttäuschung im Cluster-Wettbewerb droht der BUA jetzt der USP-Verlust: Vier weitere Uniallianzen wollen den Exzellenztitel – und bei ihnen herrscht Aufbruchstimmung.

Foto: PublicDomainPictures / Pixabay.
ES WAR KEIN TRIUMPHALER, aber ein ehrlicher Auftritt von FU-Präsident Günter M. Ziegler vor dem Wissenschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Das Abschneiden der Berliner Universitäten beim Exzellenzcluster-Wettbewerb könne man als "gutes oder enttäuschendes Ergebnis" sehen, sagte Ziegler, zugleich Sprecher der "Berlin University Alliance" (BUA): gut für die fünf erfolgreichen Cluster, enttäuschend für die fünf abgelehnten Anträge. Enttäuschend aber auch, dass die Berliner Erfolgsquote von 50 Prozent damit deutlich unter der bundesweiten (70 Prozent) gelegen habe und von den sieben bisherigen Clustern vier aussortiert worden seien.
Noch bitterer wäre die Statistik ausgefallen, hätte Ziegler die Entwicklung anderer deutscher Wissenschaftsstandorte gegengeschnitten. München: von vier auf acht Exzellenzcluster. Köln/Bonn: von acht auf zehn. Oder Hamburg: von vier auf fünf – jeweils, ohne dass es dafür eigens gegründete Exzellenzverbünde gebraucht hätte.
In die zweite Reihe
Auch im Einzelvergleich fielen die BUA-Universitäten zurück. Die FU, die alle fünf Berliner Cluster (mit-)beantragt hat, liegt gleichauf mit der TU Dresden und der Universität zu Köln. Davor: die Universitäten Bonn (8), LMU (7) und TU München (7) sowie Tübingen (6). Die HU kommt auf drei Cluster, die TU Berlin auf lediglich einen – Berlins Hochschulen finden sich in der zweiten bis dritten Reihe wieder.
In seiner Stellungnahme vor dem Abgeordnetenhaus bemühte sich Ziegler indes, die Bilanz etwas aufzupolieren, indem er neben den Exzellenzclustern die Berliner DFG-Sonderforschungsbereiche aufzählte (rund 30), dazu die drei neu bewilligten DFG-Graduiertenschulen und die fünf an Berliner Forschende vergebenen Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC).
Was zeigte: Es geht um viel Geld, pro Cluster und Jahr im Schnitt sieben Millionen. Es geht aber auch um Image, Reputation – und vor allem um den noch ...
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Kommentare
#1 - Konstruktionsfehler
"Weil allerdings zu dem Zeitpunkt die Förderempfehlungen zu den bestehenden Exzellenzuniversitäten bereits ein halbes Jahr lang vorliegen und den Rektoraten und Präsidien längst mitgeteilt wurden, ist kaum vorstellbar, dass die Exzellenzkommission ihnen noch widerspricht" - das halte ich für sehr optimistisch! Eher halte ich es für einen potentiell sehr problematischen Konstruktionsfehler, dass sowohl über Evaluationsfolgen und Neuanträge in einer Sitzung entschieden werden soll. Immerhin sitzen alle Minister*innen der Länder mit im Gremium, und die müssten dann also ggf. erst entscheiden, dass eine aktuelle EXU aus ihrem Bundesland aufgrund schlechter Evaluation ausscheidet, um dafür dann einen Neuantrag eines anderen Landes zu ...
#2 - Die Evaluation ist eine Farce
Die Evaluation ist eine Farce. Ich gehe jede Wette ein, dass keine einzige Exzellenzuni / Exzellenzverbund vom Expertengremium eine negative Empfehlung erhält. Hartes Kriterium ist die Anzahl der Exzellenzcluster - clever gemacht, da unterschiedliche Gutachterpanels für die Entscheidung zu einzelnen Clusteranträgen zuständig sind, und somit die "negative" Entscheidung niemandem in die Verantwortlichkeit gelegt werden kann. Die Umstellung der Förderlinie Exzellenzuniversität von einem wettbewerblichen Verfahren auf ein Evaluationsverfahren ist ein Holzhammersignal an die Gutachter*innen, dass eine negative Evaluation nicht gewünscht ist, wenn die Universtität / der Verbund des Status einmal erreicht und umfangreiche Förderung erhalten hat.
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