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"Die Jungs müssen singen!“

Warum Lernen erst möglich wird, wenn Kinder Sicherheit und Selbstwirksamkeit erfahren. Ein Gastbeitrag von Kai Maaz.
Illustration drei Jungs, die eine Musikperformance abliefern vor gelbem Hintergrund.

Bild: freepik.

IN DEN VERGANGENEN FÜNF JAHREN habe ich den Forschungsverbund der Bund-Länder-Initiative Schule macht stark (SchuMaS) geleitet. Diese Zeit war geprägt von intensiver Zusammenarbeit zwischen Schulen, Wissenschaft, Verwaltung und vielen Engagierten vor Ort. Man könnte an dieser Stelle eine klassische Bilanz ziehen – über Fortschritte, Kooperationen und beeindruckende Leistungen, gerade an Schulen in herausfordernden Lagen. Ebenso über Irritationen und Lernprozesse, die nötig waren, um gemeinsames Entwickeln zu ermöglichen. All das wäre zu Recht eine Anerkennung des außergewöhnlichen Engagements.

Heute möchte ich jedoch eine andere Perspektive einnehmen. Nicht Prozesse und Projekte sollen im Mittelpunkt stehen, sondern zwei Momente, die zeigen, worum es im Kern schulischer Arbeit geht – und was Bildungsforschung, Schulentwicklung und Politik noch stärker in den Blick nehmen sollten.

Zwei Momente, die zeigen, worum es in Schule wirklich geht

Es gibt Veranstaltungen mit viel fachlichem Input – und jene Augenblicke, die zwischen den Zeilen mehr sagen als ganze Vorträge. Solche Momente erlebte ich bei der 5. Netzwerktagung von "Schule macht stark" in Mannheim.

Zwei Situationen machten besonders deutlich, dass schulisches Lernen viel früher beginnt als beim Stoff – nämlich bei der Erfahrung von Sicherheit, Anerkennung und Wirksamkeit.

Der erste Moment: Tobias Schirneck, der "RAPAGOGE", brachte mit rund 15 Jugendlichen eine Rap-Performance auf die Bühne. Musikalisch nicht perfekt – aber das spielte keine Rolle. Entscheidend war: Die Jugendlichen erfuhren Resonanz und Selbstwirksamkeit. ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Do., 20.11.2025 - 17:46

Was soll eigentlich neu sein an dem, was Maaz sagt? Wissenschaftlich fundiert kann das kaum sein, weil es eben so vage und unverbindlich bleibt mit den üblichen Schlagworten. Was soll denn konkret geschehen, um das allgemeine Desaster bei den großen Tests zu verbessern? Sagt er das? Einfach mehr singen? Mir kommt das vor wie das klassische "Gesundbeten": Man postuliert etwas und schränkt gleichzeitig ein, dass das nur wirken kann, wenn Zusatzbedingungen erfüllt sind. Und die sind dann halt nicht erfüllt. So geht das bereits seit PISA 2000, und daher hat einfach NIEMAND irgendeine Verantwortung für reale Entwicklungen, besonders die hohen ...

#1.1 -

H. H. Dieter | Mo., 24.11.2025 - 18:54

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

Herrn Maaz ist sehr wohl bewusst, dass seine Gedanken und Forderungen nicht neu sind. Auch die Erkenntnis, dass schulische Lehr- und Erziehungspraktiken sie seit Ewigkeiten viel zu wenig beachten, gehört dazu. Gerade gemeinsames Musizieren und Singen, so auch gemeinsam betriebener Sport und gestaltete Kunst und Theaterspiel, festigen und beschleunigen die Persönlichkeitsbildung durch direkt von nah zu nah erlebtes Geben und Nehmen in sozialer, individueller, und nicht zuletzt auch um Anerkennung und Erfolg konkurrierender Hinsicht. Wo könnte dies idealer geschehen als in einem Orchester, einer Theatergruppe, im Gruppensport, beim gemeinsamen Singen in einem Chor? Doch nach wie vor - seit wie ...

#1.1.1 -

Wolfgang Kühnel | Mi., 26.11.2025 - 18:07

Antwort auf von H. H. Dieter (nicht überprüft)

Wo steht ein Nachweis zu Ihrem letzten Satz? Das ist vermutlich schon richtig, aber nach dem letzten IQB-Bildungstrend könnte man das auch als Ablenkungsmanöver sehen. Am mangelnden Singen wird das katastrophale Ergebnis kaum liegen. Außerdem findet man auf der Homepage der meisten Schulen Hinweise auf Schulchöre, Schulorchester, auch mal eine Schulband, also gibt's das alles schon, es gibt auch viele Schulen mit musischem Profil. Dass in der Kita und der Grundschule gesungen wird, ist nichts neues. Da sollte die Wissenschaft uns lieber eine  fundierte Statistik dazu präsentieren, die eventuell einen Mangel zeigt. In dem unverbindlichen Stil von Herrn Maaz mit ...

#1.1.1.1 -

H. H. Dieter | Sa., 06.12.2025 - 00:53

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

Sie haben in jeder Hinsicht recht. Außer in den ausdrücklich als "musisch" profilierten Schulen fehlt es jedoch an Voraussetzungen für eine emotional motivierte fachlich qualifizierte musische Bildung und gemeinschaftliche Praxis. Aus eigener Erfahrung glaube ich zu wissen: Die angebotenen Möglichkeiten werden selten aktiv beworben und nur von bereits vor- oder außerschulisch motivierten Schülern angenommen.  Stattdessen werben sie für eine bessere Außenwahrnehmung ("Image") der Schule, bleiben also oberflächlich.

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