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Aha-Effekte im "OECD Skills Outlook"

Was ein internationaler Vergleich über soziale Herkunft, Migration und das deutsche Bildungssystems zeigt – und wie er zugleich verbreitete Niedergangserzählungen infrage stellt.
OECD-Tabelle

Höhere Bildung, geringerer Status? Die Säulen zeigen den Anteil Erwachsener (30 bis 65 Jahre), die gleich oder höher gebildet sind als ihre Eltern, aber einen niedrigeren beruflichen Status haben. Je geringer, desto besser. Die Rauten zeigen den Anteil 15-Jähriger, die trotz gleicher oder höherer Bildungserwartung einen niedrigeren Berufsstatus erwarten. OECD Skills Outlook 2025 , CC BY 4.0 .

DIE OECD HAT ihren " Skills Outlook 2025 " veröffentlicht, eine Zusammenstellung internationaler Vergleichsstatistiken, die zeigen, wie erworbene Kompetenzen, berufliche Karrieren und soziale Herkunft zusammenhängen. Für den Bericht werden keine neuen Daten erhoben, die meisten stammen aus PIAAC 2023, dem Erwachsenen-PISA.

 

Man kann die 260 Seiten durchforsten und stößt dabei auf wirklich aufschlussreiche Tabellen und Grafiken, von denen einige, zumindest bei mir, Aha-Effekte produzierten. Begleitend zum Bericht hat die OECD auf ihrer Website aber auch eine Art Dashboard bereitgestellt, auf dem man mit wenigen Klicks die Ergebnisse einzelner Länder mit dem internationalen Schnitt oder auch untereinander vergleichen kann.

 

Da sieht man dann zum Beispiel, dass in Deutschland die Bildung und der Berufsstatus der ...

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Kommentare

#1 -

René Krempkow | Fr., 12.12.2025 - 14:49

Wieder einmal ein schöner Beitrag, lieber Herr Wiarda! 

Ich möchte hierzu noch einen weiteren kleinen Lichtblick beisteuern: Denn wie jüngst eine Evaluation des Berliner Chancengleichkeitsprogramms (BCP) zeigte, hat Berlin nicht nur den höchsten Frauenanteil an Professuren bundesweit, sondern im BCP auch (deutlich) überdurchschnittliche Anteile an Erstakademiker:in- und Migrationshintergrund. 



Und das ist noch nicht alles: Im Ausblick auf die künftige Förderung wurde durch Micha Klapp, Staatsekretärin für Arbeit und Gleichstellung, auch angekündigt: „Intersektionalität soll künftig eine bedeutsame Rolle spielen“ 

(siehe zu weiteren Ergebnissen auch den Tagungsbericht zur kürzlich stattgefundenen Jubiläumstagung mit Vorstellung der Evaluationsergebnisse in: https://scilogs.spektrum.de/wissenschaftssystem/25-jahre-berliner-chancen/ ).

#2 -

Wolfgang Kühnel | Di., 16.12.2025 - 14:13

Ich bin mehr und mehr erstaunt, dass all diejenigen, die Bildung in Zusammenhang mit wirtschaftlicher Prosperität bringen (allen voran die OECD) jetzt Aspekte sozialer Gerechtigkeit statt echter Leistungsdaten in die Debatte werfen. Das Motto scheint zu lauten: Wenn wir schon bei PISA so schwach sind, dann sind wir wenigstens bei solchen Tabellen wie die oben gezeigte oder bei der Diversitäts-Förderung Spitze.

Da frage ich mal ganz nüchtern: Inwieweit ist soziale Gerechtigkeit eine Kategorie im Zusammenhang mit Wirtschaftsdaten? Ich befürchte, die Wirtschaftszahlen eines Landes sind davon unabhängig. Die USA sind wirtschaftlich sehr stark, die soziale Gerechtigkeit dagegen scheint nicht besonders entwickelt ...

#2.1 -

René Krempkow  | Mi., 17.12.2025 - 22:26

Antwort auf von Wolfgang Kühnel (nicht überprüft)

... haben sich Ruth Kamm und ich bereits vor 15 Jahren hier ausführlich geäußert: https://www.wissenschaftsmanagement-online.de/beitrag/ist-leistungsorientierte-mittelvergabe-im-hochschulbereich-gerecht-gestaltbar 

#3 -

René Krempkow  | Do., 18.12.2025 - 08:04

Zu individueller Leistungsfähigkeit und ihren Bedingungen, sowie den ökonomischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Effekten sozialer Ungleichheit ist kürzlich ein Beitrag mit etlichen weiteren aktuellen Quellen hier erschienen: https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/was-soziale-ungleichheit-mit-unseren-gehirnen-macht/

#3.1 -

Wolfgang Kühnel | Sa., 20.12.2025 - 22:51

Antwort auf von René Krempkow (nicht überprüft)

Wenn man aber auf die obige Grafik blickt, dann stellt man fest, dass die PISA-Sieger wie Canada, Japan, Estland, Finnland, Schweiz, Korea , Neuseeland und auch der OECD-Durchschnitt SCHLECHTER dastehen als Deutschland, während z.B. Chile gut dasteht, obwohl ganz weit hinten bei PISA. Haben Sie dafür auch eine Erklärung? PISA-Sieger zu sein verbessert offenbar die soziale Gleichheit doch nicht, aber genau das wurde uns doch immer erzählt. Ihr Link nennt auch den Bildungsetat der jeweiligen Länder und beklagt den niedrigen in Deutschland. Aber was verbessern denn nun hohe Bildungsausgaben empirisch  nachweislich?  

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