Direkt zum Inhalt

Wenn es eng wird, sind die Mütter dran

Wie lange Schulen im Frühjahr geschlossen blieben, hing auch mit der gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Müttern zusammen, ergab eine Max-Planck-Studie. Was die Corona-Einschränkungen für ihre Karriere konkret bedeutet, zeigt jetzt eine neue Befragung am Beispiel der Wissenschaft.

Bild
Artikelbild: Wenn es eng wird, sind die Mütter dran

Foto: Standsome Worklifestyle / Unsplash.

ES SIND ZWEI STUDIEN, die viel aussagen über die Gesellschaft, in der wir leben. In Deutschland und anderswo.

Die eine hat das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock veröffentlicht , zuletzt berichtete der Deutschlandfunk . Kernaussage: Gesellschaften, die stärker die Berufstätigkeit von Müttern befürworten und unterstützen, haben die Schulen nach dem Frühjahrs-Lockdown deutlich früher wieder geöffnet – während Staaten, in denen die Gleichstellung von Müttern eine geringere Rolle spielt, andere Corona-Eindämmungsmaßnahmen zuerst beendeten oder abwarteten, bis die Infektionsraten noch stärker gesunken waren. "Wir hatten die Vermutung, dass die Normen und Werte, die in einer Gesellschaft dazu vorherrschen, eine Rolle gespielt haben", sagte die Studienautorin Natalie Nitsche im Deutschlandfunk -Interview. "Wir waren aber überrascht ob der Deutlichkeit der Ergebnisse."

Und was ist mit Deutschland?

Überraschend ist, dass die Schulen in Deutschland laut Nitsche und ihrem Ko-Autor Ansgar Hudde vergleichsweise früh (nach rund einem Monat) wieder geöffnet wurden – ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#3 -

T. Seidel | Mo., 07.12.2020 - 19:43
Die Aussagekraft beider Studien ist leider (mal wieder) sehr begrenzt. Die erste Studie ist korrelativ und es gibt bei Vergleichen zwischen Ländern immer mehr als eine plausible Erklärung für gefundene Unterschiede. Die zweite Studie basiert auf einer (nicht repräsentativen) Befragung von Professor*innen, in der subjektive Eindrücke abgefragt wurden. Diese unterliegen vielfältigen Biases. Es wäre deutlich informativer, "harte" Daten zu Geschlechtsunterschieden in den Submission Rates während bzw. kurz nach dem Lockdown bei Journals zu erheben. Meine Wissens wurde das auch in den USA schon gemacht, mit uneindeutigen Ergebnissen hinsichtlich Publikationsdifferenzen zwischen Männern und Frauen im Lockdown. Es ist wohl leider alles ...

#5 -

Enno Aufderheide | Mi., 09.12.2020 - 14:45
so sehr ich der Überschrift zustimme - den anderen befund dürfen wir auch nicht aus den Augen verlieren: von den Vätern gaben 46 Prozent an, mindestens genauso viel oder mehr veröffentlicht zu haben wie vor der Krise. Bei kinderlosen Professorinnen sagten das immerhin 56 Prozent d.h. wir müssen auch bei Vätern "Erziehungszeiten" bei der output-Beurteilung in Anschlag bringen. Aber wie erklärt sich der große Unterschied zwischen kinderlosen Prof'innen und Professoren? Es bleibt spannend, wie stark sich der gemessene und nicht nur der gefühlte Output entwickelt!

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • Wir müssen nicht die besten Freunde der Regierung sein

Wir müssen nicht die besten Freunde der Regierung sein

Sie zählt zu den wichtigsten Terminen im parlamentarischen Jahr und dauert meist bis tief in die Nacht: die jährliche Bereinigungssitzung des Bundestagshaushaltsausschusses. Heute ist es wieder soweit, und die Fachpolitiker werden wie immer gebannt zuschauen, was Haushaltspolitiker wie Eckhardt Rehberg und Swen Schulz mit ihren Etats machen. Ein Gespräch über Geld, Macht – und das schwierige Verhältnis zwischen Bund und Ländern.


  • Glücklich wird, wer Prof ist

Glücklich wird, wer Prof ist

Die neue DZHW-Wissenschaftsbefragung zeigt eine erstaunlich hohe Zufriedenheit mit dem Zustand der Wissenschaft in Deutschland – und an einigen Stellen eine deutliche Kluft zwischen den Statusgruppen.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Viel Geld für die KI-Forschung, weniger für die KI-Hochschullehre

Bund und Länder einigen sich auf zwei Programme zur Künstlichen Intelligenz – der Digitalpakt Hochschule dürfte damit endgültig vom Tisch sein.