Der Millionenpoker
Das Medizinstudium soll neu strukturiert werden. Die Pläne gibt es seit Jahren, doch jetzt spitzt sich der Streit um die Finanzierung der Großreform zu. Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf das Bund-Länder-Gerangel um die Ärzte von morgen aus?

Foto: 10741031/Pixabay.
ES GEHT UM DAS GROSSE GELD. Seit Jahren streiten Bund und Länder, meist hinter den Kulissen, um die künftige Finanzierung der Medizinerausbildung. Ein Thema, das vor Corona bereits für Aufregung in Wissenschafts- und Gesundheitspolitik sorgte, und seit Beginn der Pandemie erst recht.
Jetzt haben sich die Wissenschaftsminister aller Länder auf eine Bundesratsentschließung geeinigt, mit der sie den Bund erneut unter Druck setzen wollen. Das Problem ist allerdings, dass das schon letztes Mal nicht geklappt hat. Und dass auch diesmal nicht alle ihre Gesundheitsministerkollegen mitziehen wollen. Die Spaltung geht erneut quer durch einige Landesregierungen. Aber der Reihe nach.
Vor mehr als vier Jahren, Ende März 2017, hatten die Wissenschaftsminister nach langem Poker dem "Masterplan Medizinstudium 2020" zugestimmt , dessen 37 Punkte viele schon damals überfällige Verbesserungen der Ärzteausbildung festlegte: von einer neuen Struktur des Studiums, der Verknüpfung klinischer und theoretischer Inhalte vom ersten Semester an, also eine frühzeitige Praxisorientierung "am Patienten und seinen Bedürfnissen" und vieles mehr. Doch hatte die Reform ihren ...
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