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Weiter warten auf die Trendwende

Was bedeuten die neuen BAföG-Zahlen, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat? Warum war Ministerin Stark-Watzinger von ihnen so demonstrativ begeistert? Und vor allem: Lässt die Reform der Ampel-Koalition den Kreis der Empfänger endlich kräftig wachsen? Eine Analyse.

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Artikelbild: Weiter warten auf die Trendwende

Ist die Talfahrt nach zehn Jahren gestoppt? Die Entwicklung der BAföG-Empfänger in der Grafik des Statistischen Bundesamtes. Was diese nicht zeigt: Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Gesamtzahl der Studierenden verdoppelt.

VERGANGENEN FREITAG hat das Statistische Bundesamt die BAföG-Statistik für 2021 veröffentlicht. Demzufolge ist die Zahl der geförderten Studierenden im Monatsschnitt leicht gestiegen: von 321.083 auf 333.474. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sprach laut BMBF-Pressemitteilung von einer "sehr guten Nachricht" nach "langen Jahren des Rückgangs", zumal auch der durchschnittliche Förderbetrag zugenommen habe. Und sie fügte hinzu: "Wir wollen auf diesen Erfolg jetzt aufbauen" – mit der neulich beschlossenen Novelle zum Wintersemester und weiteren, bereits im Ampel-Koalitionsvertrag versprochenen Reformschritten. Denn: "Wir wollen jedem jungen Menschen die Möglichkeit geben, ein Studium aufzunehmen, auch wenn die Eltern nicht über ausreichende Mittel verfügen. Deshalb sehe ich mein Haus auch als das Chancenministerium."

Liest man die Pressemitteilung aus dem Ministerium Stark-Watzingers, fragt man sich, welche Superlative dort erst ausgepackt werden, sollten ...

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Kommentare

#1 -

Django | Di., 16.08.2022 - 17:56
Als Gutverdiener wünsche ich mir eigentlich, dass Leistungen wie die Ausbildungsfürderung, aber auch die diversen Sozialleistungen, durch eine entsprechende Gesetzesänderung indexiert werden. Mit einer Klausel, dass bei starken Steigerungen wie in den letzten Monaten auch unterjährig angeglichen werden muss... Es ist doch unwürdig, dass diverse Regierungen sich auf die Brust klopfen, wenn sie diese Leistungen überhaupt anheben, ohne zu erwähnen, dass der Aufwuchs seit Langem hinter der allgemeinen Preisentwicklung herhinkt.

#2 -

Daisy Duck | Mi., 17.08.2022 - 01:21
Ich vermisse eine kritische Auseinandersetzung mit dem Pandemie-Aspekt. Die Bundesländer haben die Regelstudienzeiten verlängert. In der Folge beziehen mehr Studierende länger BAföG. Nachzulesen in der Gesetzesbegründung zu 15a BAföG im 27. BAföG-Änderungsgesetz. Nur bei Bereinigung der aktuellen Zahlen um diesen Personenkreis wären sie seriöserweise interpretierbar.

#3 -

Achim Meyer au… | Di., 23.08.2022 - 13:58
Leider geben die Daten nicht her, ob es in 2020 tatsächlich einen leichten Anstieg der Gefördertenquote gegeben hat. Möglicherweise ist es auch nur eine Folge der erweiterten Pandemieregelungen: mit den Verlängerungen der Regelstudienzeit über mehrere Semester hat sich auch die Förderungshöchstdauer verlängert. Andernfalls wären diese Studierenden aus der Förderung gefallen.

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