Mehr Overhead, weniger Projekte
Ein Papier mit Sprengkraft: Wie der Wissenschaftsrat die deutsche Forschungsfinanzierung verändern will.

Titelseite des Positionspapiers. (Screenshot)
SCHEUT DER WISSENSCHAFTSRAT, dieses einzigartige Beratungsgremium von Wissenschaft und Politik, in der Krise den Konflikt? Oberflächlich betrachtet könnte man dieser Meinung sein angesichts des Positionspapiers zu den Strukturen der Forschungsfinanzierung , das er kürzlich verabschiedet hat. Denn wer darin die ultimativen Forderungen nach mehr Geld sucht, wird enttäuscht.
Im Gegenteil, von immer neuen Steigerungen der Forschungsbudgets könne nicht mehr selbstverständlich ausgegangen werden, betont das Gremium, es gehe darum, Forschungsfinanzierung "krisenfester" zu machen. Der Ansatz sei gewesen, sagt der neue Wissenschaftsratsvorsitzende Wolfgang Wick , "die Strukturen der Forschungsfinanzierung zu verbessern, um die vorhandenen Mittel möglichst effektiv und effizient einzusetzen".
Die Politik hört so etwas sicher gern. Und wer die Funktionsweise des Wissenschaftsrats kennt, dieses wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremium von Bund und Ländern, der weiß: Ohne Zustimmung der Politik geht hier gar nichts.
Ohne Zustimmung der Wissenschaft allerdings auch nicht. Und wer glaubt, es handelt sich deshalb um zahme Empfehlungen, die der Wissenschaftsrat da formuliert hat, übersieht deren Sprengkraft.
Wenn das Gremium etwa feststellt, dass die immer weitere gewachsene Projektfinanzierung zulasten der Grundmittel der Hochschulen gehe, ist das nicht nur eine Kritik ...
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Kommentare
#1 - Freud'scher Verschreiber:"ist eine Kapitulation der…
"ist eine Kapitulation der Wissenschaft vor der Politik"
VG, FB
#2 - Danke für den Hinweis, ist korrigiert. Und bei allen Ehren…
#3 - Ich höre mich an wie eine festhängende Schallplatte, weil…
#4 - Zitat: "Zugleich aber, und das ist die andere Seite, würde…
Man kann das auch positiv sehen. Es käme endlich in der Mehrzahl nur noch zu Projekten mit Substanz, bei denen Drittmittelgeber also bereit ist, sich finanziell wesentlich höher zu engagieren, weil etwas substantielles zu erwarten ist. Das ist bei vielen Kooperationsprojekten mit der Industrie heute eben grade nicht der Fall. Die Projektpartner steigen nur ein, weil es sie wenig kostet, weil sie Nachwuchs abgreifen können und weil es gut für die Presse ...
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