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Crisis. What Crisis?

Was tut die Wissenschaft eigentlich selbst, um die von ihr beklagten Probleme zu lösen?  Ein Debattenbeitrag zur Academic Crisis List von Volker Meyer-Guckel.

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Artikelbild: Crisis. What Crisis?

Volker Meyer-Guckel ist seit 2022 Generalsekretär des Stifterverbandes.Foto: Damian Gorczany.

MAN MUSS Michael Gerloff und Lutz Böhm sehr dankbar sein für die verdienstvolle Arbeit und den Diskursaufschlag, den sie mit der Veröffentlichung ihrer " Academic Crisis List " unternommen haben. Der Wert der Arbeit liegt vor allem in dem Versuch einer Kartierung von wiederkehrenden Problemfällen und Baustellen in der Wissenschaft und dem Ansatz, diese in einen systemischen Zusammenhang zu stellen. Dies hat das Potenzial, über den Reformbedarf im Wissenschaftssystem und ihrer Rahmenbedingungen einmal jenseits der Diskurse über einzelne Teilthemen nachzudenken.

Ganz im Sinne der Autoren: Denn der Transformationsdruck der Gesellschaft setzt auch die Wissenschaft als Ganzes unter Transformationsdruck. Eine große Aufgabe, die wir als Gesellschaft angehen müssen, und die gerade deshalb nicht auf einen innerwissenschaftlichen Diskurs oder die Beschäftigung durch den Wissenschaftsrat beschränkt bleiben darf. Daher sei es erlaubt, die angestoßene Debatte und die aufgemalte Karte mit Fragen und Anmerkungen zu ergänzen. Man möge mir verzeihen, wenn ich das etwas zugespitzt tue – es geht mir nicht um eine Fundamentalkritik, sondern um die ...

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Kommentare

#1 -

Josef Müller | Do., 09.03.2023 - 10:54
Bezeichnend, dass Volker Meyer-Guckel ausgerechnet dem Themenfeld Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft des "wissenschaftlichen Nachwuchses" keinerlei Erwähnung schenkt.
Aber vermutlich sind gute und sichere Beschäftigungsverhältnisse mit planbaren Weiterbildungs- und Karrierewegen einfach zu wenig "innovativ".

#2 -

Lutz Böhm | Do., 09.03.2023 - 17:40
Die Katze beißt sich ein bisschen in selbst in den Schwanz an dieser Stelle. Eine meiner Kernaussagen ist:

Das System setzt sein Anreize.

Würde ich zB alle Dinge, die ich in der Liste aufzähle und kritisiere anders machen, würde ich im aktuellen System dem potentiellen Fortschritt meiner wissenschaftlichen Karriere schaden. Diesen Idealismus kann ich mir nicht leisten. Diesen Idealismus kann sich im aktuellen System eigentlich niemand unterhalb einer unbefristeten Professur leisten. Sie merken, worauf es hinaus läuft? Jeder der aufgezählten Punkte ist eng verzahnt und das System scheitert nicht an schlechter innerer Qualitätskontrolle sondern daran, dass man durch prekäre Abhängigkeitsverhältnisse ...

#3 -

Michael Gerloff | Do., 09.03.2023 - 18:30
Vielen Dank für Ihren Beitrag Herr Meyer-Guckel!



Sie haben Recht, wenn Sie feststellen, dass innerhalb der Wissenschaft ein Problembewusstsein und der Wille zum Handeln existieren muss. Viele innerwissenschaftlichen (Fehl-)Anreize werden schon jetzt aus der wissenschaftlichen Community heraus kritisiert. Zum Großteil besteht die, ursprünglich von Herrn Böhm verfasste, Academic Crisis List aus genau diesen innerwissenschaftlichen Konfliktfeldern.

Es bleibt allerdings fraglich, ob ein Problembewusstsein und der entsprechender Handlungswille in den Ebenen existiert, in denen über mittel- bis langfristige Strategien entschieden wird. Beispielsweise glänzen weder die Hochschulrektorenkonferenz noch der Deutsche Hochschulverband mit mutigen Problemanalysen und Reformvorschlägen.

Hier muss, meiner Meinung nach, sowohl vom ...

#4 -

Thore Bergmann | Mo., 13.11.2023 - 21:43
"Die akademische Welt war eher überrascht als vorbereitet auf diese Entwicklung und die Forschungsleistungen eines privaten Unternehmens"



Woraus leiten Sie diese Annahme? Woraus folgern sie, daß das Thema der KI wirklich von Bedeutung für die Wissenschaften ist? Und woraus folgern Sie, daß KIs wirklich eine große Bedeutung für die Gesellschaft haben?



Ich glaube, Sie sind hier einer PR-Kampagne von Microsoft zum Opfer gefallen (wie leider viele Leute in der "intellektuellen" Welt). KI ist ein Thema, das vor allem die Medien interessiert und künstlich auf die Gesellschaft gelegt wird. Das merkt man daran, dass wirklich tiefe und wissenschaftliche Diskussionen zu dem ...

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