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Nur ein Vorschlag für die Galerie?

Kulturstaatsminister Weimer schlug Harvard einen Exil-Campus in Deutschland vor – doch auf Nachfrage bleibt von dem Vorstoß wenig übrig. Das kraftvolle Signal der Bundesregierung, das jetzt nötig wäre, steht weiter aus.
Harvard Hall, ein historisches Backsteingebäude, auf dem Campus der Harvard University in Cambridge, Massachussets

Harvard Hall auf dem Campus der Harvard University in Cambridge, Massachussets. Foto: Daderot, CC0, via Wikimedia Commons.

DAS ANGEBOT machte internationale Schlagzeilen. ''Exiled from Harvard? Study here, Germany says'', titelte die London Times .

''Ich schlage der Harvard University vor, in Deutschland einen eigenen Exil-Campus zu gründen'', sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Deutschland stehe für Kunst- und Pressefreiheit, für Studienqualität und Offenheit, Diskurs und Diversität. ''Studenten von Harvard und anderen amerikanischen Universitäten sind in Deutschland sehr willkommen.''

Ein Vorschlag mit perfektem Timing

Weimer war Chefredakteur der Welt , der Berliner Morgenpost und von Focus , er gründete das Magazin Cicero – und das Timing seines Vorstoßes war perfekt: Gerade hatte das US-Heimatschutzministerium Harvard die Zertifizierung entzogen, ausländische Studierende aufzunehmen. Bereits immatrikulierte internationale Studierende müssten die Universität verlassen oder würden ihren Aufenthaltsstatus verlieren.

Die internationalen Medien berichteten im Minutentakt, denn es war nur der jüngste Angriff auf Harvard. Die immer gleiche offizielle Begründung: Die Universität habe es ''antiamerikanischen und pro-terroristischen Agitatoren'' erlaubt, ...

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Kommentare

#1 -

Kaktus | Mi., 28.05.2025 - 17:57
"Im Koalitionsvertrag gebe es zudem die Ankündigung des 1000-Köpfe-Programms, mit dem die Bundesregierung neue internationale Talente gewinnen wolle." Also sind alle Wissenschaftler, die aktuell in Deutschland sind, nicht gut genug? Mein Eindruck ist, dass Politiker gegenueber den Wissenchaftlerinnen, die in Deutschland schon da sind, einfach nur respektlos sind. Solche Aussagen sind beleidigend.

#2 -

Marie | Mi., 28.05.2025 - 18:51
Ganz überraschend ist es für mich nicht, dass es sich nur um eine medienwirksame Ankündigung ohne weitere Konsequenzen handelt. Der gesamte Vorschlag ist zudem extrem unrealistisch. Was mich eher freuen würde, wäre, wenn die Bundesregierung Mittel bereitstellen würde, um Forschende in Deutschland zu unterstützen, denen die Forschungsgelder aus den USA weggebrochen sind. Da wackeln ganze Karrieren von Doktorandinnen, Doktoranden oder Postdocs, deren Finanzierung plötzlich wegbricht. Dafür Auffangfinanzierungen zu schaffen und die Forschung weiter zu ermöglichen – das wäre vermutlich realistischer und deutlich wirksamer. Aber eben weniger spektakulär.

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