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"Ich werde mich auf die Seite der Kinder und Jugendlichen stellen"

Bundesministerin Karin Prien über Generationengerechtigkeit, politische Prioritäten in einer alternden Gesellschaft, die Verhandlungen mit den Ländern um Digitalpakt, Startchancen & Co – und die Rolle ihres Hauses.
Porträtfoto von Karin Prien vor blauem Hintergrund

Karin Prien , 60, war acht Jahre lang Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und 2022 Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Seit drei Jahren ist Prien stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, hat das Bildungskapitel des schwarz-roten Koalitionsvertrags maßgeblich mit ausgehandelt und steht seit dem 6. Mai an der Spitze des neu zusammengesetzten Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Foto: Dominik Butzmann/BMBFSFJ/photothek.de.

Frau Prien, als Lisa Paus, Ihre Vorgängerin an der Spitze des damaligen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kurz BMFSFJ, 2022 ins Amt kam, lautete eines ihrer ersten Pressestatements, das "S" für Senioren im Kürzel ihres Ministeriums werde oft zu leise ausgesprochen. "Das will ich ändern", kündigte Paus an. Jetzt wurde das BMFSFJ um die Zuständigkeit für Bildung erweitert. Sprechen Sie als Ministerin das neue "B" im Kürzel künftig besonders laut aus?

Die Erweiterung des Hauses um die Verantwortung für Bildung ist zunächst einmal eine echte Stärkung. Denn die Bildungskette zieht sich durch alle Lebensphasen: von der frühkindlichen Bildung über die Schule und Berufsausbildung bis zum lebenslangen Lernen. Insofern ergeben sich für die Bildung Schnittstellen zu allen bisherigen Bereichen dieses Hauses: Bildung und Familie, Bildung und Jugend, aber auch Bildung und Alter. Wenn man es richtig versteht und ganzheitlich denkt, dann gehören alle diese Bereiche zusammen. Die Kunst wird es sein, die Logik der Bildungskette politisch so zu steuern, dass auch wirklich neue Synergien entstehen.

Wie wollen Sie in der Öffentlichkeit am liebsten genannt werden? Bildungsministerin? Familienministerin?

Natürlich möchte ich, dass alle Bereiche sichtbar werden – Familien- und Frauenpolitik genauso wie die Belange älterer Menschen. Wenn die Menschen künftig sagen "Bildungs- und Familienministerin", kann ich jedoch gut damit leben.  

In der Corona-Zeit haben Sie sich als Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und KMK-Präsidentin für offene Schulen eingesetzt. Die Belange der Kinder und Jugendlichen dürften in einer alternden Gesellschaft nicht hinten runterfallen, lautete Ihre Forderung. Wie setzen Sie in Ihrer neuen Rolle ein ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 28.07.2025 - 14:45

"Die frühe und verpflichtende Sprachdiagnostik und -förderung im Vorschulalter gehört für mich zu den prioritären Zielen des Bundes in dieser Legislatur."

Das sagt Frau Prien, und so sehen es auch etliche Bildungswissenschaftler. Aber andere (politisch vielleicht anders orientierte) Bildungswissenschaftler meinen schon, die Sprachdiagnostik sei "diskriminierend", sie wittern "Segregation" und bemängeln die "Einsprachigkeit" dieser Tests:

https://uni-paderborn.sciebo.de/s/yTdKDH84pzywNwN

Es ist nicht zu sehen, wie jemals eine Einigkeit darüber erzielt werden kann, wie die Kinder im Vorschulalter am besten zu fördern sind. Art. 6 GG sagt, dass die Erziehung allein den Eltern obliegt, und wenn die sich um deutsche Sprachkenntnisse der Kinder nicht bemühen, dann dürfen ...

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