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Mehr Zukunft als die Zukunftsstrategie

Die Hightech-Agenda Deutschland könnte das Modernisierungsprojekt der Merz-Regierung werden. Noch fehlt allerdings der Beweis, dass Anspruch und Ausstattung zusammenpassen.
Screenshot Live-Stream

Gespanntes Warten : Screenshot vor dem Livestream-Start.

SCHON BEVOR am Mittwochnachmittag mit großem Bahnhof die Auftaktveranstaltung zur Hightech-Agenda Deutschland (HTAD) stieg, stand fest: Dieses Programm der schwarz-roten Bundesregierung hat mehr Zukunft, als es die Zukunftsstrategie der Ampel je hatte.

Ja, das hat mit dem Aufschlag zu tun, den Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) nicht einmal drei Monate nach Amtsantritt vorgelegt hatte , dieser Mischung aus Roadmaps, Flaggschiff-Maßnahmen, Hebeln und Monitoring. Mit einem Fokus auf sechs Schlüsseltechnologien, fünf weitere Forschungsschwerpunkte und technologiegetriebenen Innovationen in strategischen Forschungsfeldern.

Nur muss man fairerweise sagen, dass auch der Vorgänger, die " Zukunftsstrategie Forschung und Innovation ", klug und in Teilen nicht unähnlich formuliert war, etwa bei einigen der beschriebenen Schwerpunkte von der digitalen und technologischen Souveränität bis hin zu einer wettbewerbsfähigen Industrie – wobei der Link zu Nachhaltigkeit und gesellschaftlich relevanten Missionen von der Zukunftsstrategie deutlich stärker betont wurde.

Doch neben strategischem Fokus und Umsetzungsperspektive ist es das Commitment an der Spitze der Bundesregierung, das den wirklichen Unterschied macht.

Modernisierungsnarrativ von oben

Nein, nicht das Commitment von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die den Umbau des BMFTR zum Wissenschafts- und Innovationsministerium in Teilen ausgebremst hat – und die inzwischen weit über die Bundesregierung hinaus als eigensinnig und teamunfähig gilt. Bundeskanzler Friedrich Merz (ebenfalls CDU) ist es, der begriffen hat, wie sehr er eine Aufbruchserzählung braucht, ein Modernisierungsnarrativ, und dass die Hightech-Agenda wesentlicher Bestandteil davon sein kann. Dass er beim HTAD-Auftakt auf dem Berliner EUREF-Campus für die Eröffnungsrede vorgesehen war, ist dabei nur ein Signal. Fast noch wichtiger ist, dass Merz in den vergangenen Wochen mehrfach ...

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Kommentare

#1 -

Andreas Bergner | Do., 30.10.2025 - 10:11

Lieber Herr Wiarda,

in den meisten Punkten stimme ich Ihnen zu, mahne aber auch, das ergeizige Vorhaben doch nun erstmal starten zu lassen - und nicht schon wieder alles madig zu reden. Auch dass hatte ja gerade D.Bär angemahnt: weniger Schlechtreden, mehr das Positive betonen. Also ... 

Ein Punkt der mit übrigens auffällt: Wenn wir den Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Wissenschaft so eminent fordern: Was leistet konkret die Wirtschaft? Legt sie ebenfalls 18 Mrd Euro auf den Tisch? Ohne echte Kooperation und mit alleinigen Steuerinvestmenst seitens des Bundes werden wir wohl keine Hightech-Republik Deutschland. Oder?

#1.1 -

jmwiarda Do., 30.10.2025 - 17:35

Antwort auf von Andreas Bergner (nicht überprüft)

Vielen Dank, lieber Herr Bergner! Wo, finden Sie, habe ich "madig geredet"? Ihre Beobachtung zur Wirtschaft teile ich, guter Punkt!!

Viele Grüße
Ihr J-M Wiarda

#1.1.1 -

Roman Held | Do., 30.10.2025 - 18:49

Antwort auf von jmwiarda

Ich finde den Beitrag sehr gut gelungen und kann das „madige“ nicht erkennen. Bitte weiter die Implementierung der HTAD kritisch begleiten. 
Die Wirtschaft trägt gut 2% der F&E in Deutschland. Hochschulen und angewandte Forschung ziemlich genau 1% überwiegend aus Steuermitteln finanziert. Insofern leistet die deutsche Wirtschaft seit Dekaden schon den größten Anteil. 

#2 -

Roman Held | Do., 30.10.2025 - 15:49

Bereits unter der vorherigen Bundesregierung wurde erkannt, dass der Transfer von wissenschaftlicher Grundlagenforschung in die Wirtschaft in Deutschland zu langsam erfolgt. Selbst über den Zwischenschritt der angewandten Forschung – etwa über außeruniversitäre Einrichtungen – dauert die Umsetzung bis zur industriellen Anwendung zu lange. Immer wieder wird über das zu geringe Tempo geklagt. Doch das Problem liegt tiefer: Es fehlt häufig an einem verbindlichen Konzept zur wirtschaftsnahen Anschlussfähigkeit von Forschungsinitiativen.

Ein besonders deutliches Beispiel bietet die Entwicklung der Batterietechnologien. Trotz erheblicher öffentlicher Investitionen, etwa in die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster, wurde von Beginn an versäumt, die spätere wirtschaftliche Verwertung verbindlich ...

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