Direkt zum Inhalt

Stefan Kühl: Ich bin Teil-Befürworter von Bologna

Gestern meldete sich Stefan Kühl bei mir. Sie wissen: Das ist der Organisationssoziologe von der Universität Bielefeld, der mit am ausdauerndsten, aber auch am klügsten gegen die Bologna-Studienreform anschreibt. Zum Beispiel mit seinem Buch "Der Sudoku-Effekt", in dem er die Überbürokratisierung der Hochschullehre beklagt. In meinem ZEIT-Artikel vom vergangenen Donnerstag hatte ich ihn als "eine Art Chefideologen der Bologna-Gegner" bezeichnet. So lobt ihn zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister und bekennender Diplom-Fan Mathias Brodkorb für seinen "klaren Blick" und die „große Leistung, das Bologna-Problem mal vernünftig aufzudröseln“. Stefan Kühl schreibt mir nun, die Lektüre meines Artikels habe ihn zum Nachdenken gebracht. Eigentlich sei er ja ein "(Teil-)Befürworter" der Reform. Ein erstaunliches Bekenntnis. Und ganz sicher einen Gastbeitrag wert. Herr Kühl hat mir erlaubt, seine Mail hier zu veröffentlichen.



Begriffsschimäre Bologna? Von Stefan Kühl

Könnte es sein, dass Bologna inzwischen zu einer Begriffsschimäre verkommen ist auf die alles mögliche gute und schlechte zugerechnet wird? Personen die sich zur Hochschulpolitik äußern, werden dann entweder den Bologna Gegnern oder den Bologna Befürwortern zugerechnet (oder rechnen sich selbst den Bologna-Gegnern oder den Bologna-Befürwortern zu).

Würde es nicht Sinn machen, die ganze Diskussion in Bezug auf Bologna breit aufzufächern? So ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Christian Maxwill | Mi., 22.06.2016 - 22:39
Ich gebe Stefan Kühl recht: die Aufteilung in Bologna-Gegner und –Befürworter sollte man langsam hinter sich lassen. Dafür steht „Bologna“ für viel zu vieles und droht dadurch, zur leeren Worthülse zu werden. Auch die Dreiteilung von ihm reicht mir da bei weitem noch nicht aus. Es scheinen mir nicht nur die ECTS-Punkte Ursache für die Überbürokratisierung zu sein, da gibt es noch andere Beispiele.



Aber ich fange mit den ECTS-Punkten an: die Idee, Transparenz für Studierende zu schaffen und Studiengangs-Entwickler aufzufordern, sich mit dem Thema „Workload“ auseinanderzusetzen ist gut. Die ungewollten bürokratischen Nebeneffekte beschreibt Stefan Kühl mit seinem Sudoku-Effekt.



Ähnliches ...

#2 -

Klaus Diepold | Fr., 24.06.2016 - 19:14
Ich kann dem Beitrag von Stefan Kühl und den Ausführungen von Christian Maxwill weitgehend zustimmen. Ich freue mich, wenn die Diskussion um Bologna ein neues Level erreichen kann. Ich habe den Eindruck, dass zunehmend alles was in unserer Bildungslandschaft nicht passt Bologna in die Schuhe geschoben wird. Das bringt uns aber auch nicht vorwärts.



Es gibt aber immer ein paar Punkte, wegen derer ich die leidenschaftliche Debatte der Vergangenheit, und auch der Gegenwart nicht verstehe. Ich greife mal die ECTS auf, die oft als das Kernstück der Bürokratisierung betrachtet wird. Aus meiner Sicht macht es perfekten Sinn diese neue Währung ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Vorherige Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Bologna: Was für manche ironiefähig ist, bleibt für andere bierernst

Nächste Woche diskutieren sie in Hannover mal wieder über die Studienreform. "Humboldt ade – Bologna, oh je?", so haben die Initiatoren von "Lehren" ihre Tagung im Schloss Herrenhausen überschrieben. "Lehren" nennt sich selbst "das Bündnis für Hochschullehre", unter den fünf Trägern sind Stifterverband und Volkswagen-Stiftung.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Viel Lärm um wenig

Am Freitag habe ich mir die Gewinner und Verlierer der Extra-ExStra-Verhandlungen angeschaut. Heute geht es mir um die Frage, ob denn der gefundene Kompromiss die "Exzellenz-Strategie" nun besser macht. Die Antwort: Ja und nein. Hier mein Kommentar, der heute Morgen im ZEITChancen Brief erschienen ist.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Bilanz der Exini-Verhandlungen: Von Gewinnern und Verlierern

Am Tag nach der "ExStra"-Entscheidung läuft der Wettstreit um die Deutungshoheit. Ist Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) der strahlende Sieger, als der er sich jetzt gibt? Hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) Recht, wenn sie betont, ihre Verhandlungsziele seien im Kern sogar noch gestärkt...


Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Der Bildungsbericht 2016 und seine Vorläufer

Der Bildungsbericht wird verfasst von der Autorengruppe Bildungsberichterstattung, die das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) federführend verantwortet. Sprecher der Gruppe ist der DIPF-Forscher Kai Maaz. Für jedes Bildungsfeld im Bereich gibt es eigene Zuständige, die die Daten...


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Staatssekretäre beschließen Zeitpläne zu Nachwuchspakt und Innovativer Hochschule

Bund und Länder drücken aufs Tempo: Schon Ende Juli soll der Wettbewerb zur „Innovativen Hochschule“ ausgeschrieben werden. Darauf haben sich die Staatssekretäre aus Bund und Ländern am vergangenen Freitag geeinigt, und das nur zehn Tage, nachdem das Programm von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin offiziell beschlossen wurde. Deadline für die Anträge soll der 28.


  • allgemeines Artikelbild - Der Wiarda Blog

Zehn-Punkte-Plan: Thüringen fordert vom Bund vier Dauer-Milliarden für die Hochschulen

Gerade dachten die Wissenschaftsminister, sie könnten entspannt in die Sommerpause gehen. Doch kaum hat Hamburg dem Kompromiss zur Zukunft der Exzellenzinitiative zugestimmt, meldet sich Thüringens Ressortchef Wolfgang Tiefensee zu Wort: Das Programm zur Förderung der Spitzenforschung sei ja gut und schön, aber jetzt sei es an der Zeit, zum Wesentlichen zu kommen.