Frist ist Frust
Wir sind ein breites Bündnis und wir streiten für einen Entfristungspakt 2019. Dies sind unsere Forderungen: ein Gastbeitrag von Andreas Keller, Ute Kittel und Tilman Reitz.

Foto: Arek Socha / Pixabay - cco.
FÖDERALISMUS BEDEUTET GELEGENTLICH, dass niemand Verantwortung tragen will. In der deutschen Hochschulpolitik ist das Spiel beliebt, Fehlentwicklungen den jeweils anderen Instanzen zuzurechnen. Wenn Studierende schlecht betreut werden, kaum bezahlte Lehrbeauftragte für Kernaufgaben eingesetzt werden und das Stammpersonal vorrangig Projektmitteln für Forschung hinterherlaufen muss, beklagen die Hochschulen ihre knappe Finanzierung durch das Land, die Länder prangern die mangelnde Unterstützung durch den Bund an und der Bund kritisiert die Zweckentfremdung seiner Mittel durch Länder und Hochschulen.
Es regiert die organisierte Verantwortungslosigkeit
Auch beim größten akademischen Dauerskandal, dem massenhaften Einsatz befristet Beschäftigter für Aufgaben, die sich nur mit dauerhafter Perspektive sinnvoll bewältigen lassen, regiert die organisierte Verantwortungslosigkeit. Fast allen ist klar, dass eine Befristungsquote von über 90 Prozent beim sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs, äußerst geringe Bleibechancen und kurze Vertragslaufzeiten nicht aufgabenadäquat sind.
Selbst bei den Beschäftigten im wissenschaftsunterstützenden Bereich ist die Befristungsquote mit 23 Prozent doppelt so hoch wie im Rest der öffentlichen Verwaltung. Doch niemand sieht sich in der Lage, dagegen vorzugehen. Die Hochschulen fragen, woher ...
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Kommentare
#1 - Die Gewerkschaften sind für ihre Ausdauer zu loben.…
Leider glaube ich nicht daran, dass der beschriebene Weg die Lösung sein wird. Die Hochschulen in Deutschland sind hinsichtlich ihres Verhältnisses zum Bundesland und damit auch im Handeln, was ihre Personalpolitik anbetrifft, unterschiedlich aufgestellt und damit handlungs(un)fähig. Es gibt recht freie Stiftungshochschulen bspw. in Niedersachsen, oder eben auch noch einen festen Stellenplan des Ministeriums wie in Bayern. Dass eine einheitliche Formel im Rahmen des Paktes hier für ausreichenden Durchgriff in allen Bundesländern und für ...
#2 - Um dem Grundsatz "Dauerstellen für Daueraufgaben" müsste…
Mathematikübungen in "Kleingruppen" (von 20-40 Studierenden) sind offenbar keine Daueraufgabe, denn sie könnten von den Mitarbeiter/inne/n mit Dauerstelle an den meisten Universitäten nicht angeboten werden.
#3 - Bereits der Wissenschaftsrat hat im letzten Jahr gefordert,…
#4 - Das ist eine, wie ich finde, sehr gute Idee, wenngleich sie…
#5 - * wieder);-)
;-)
#6 - Aus meiner Sicht zeugt die Forderung 100% der HSP-Mittel…
1) Mir müssen die Initiatoren dieser Initiative erstmal erklären, wie ich sinnvolle Lehre ohne Mittel für HiWis, Tutorien oder Sachmittel etc. planen soll?
2) Was die nächste Generation von PostDocs oder Doktorranden*innen macht die keine Chance auf Dauerstellen bekommen, weil die Stellen für die nächsten 30 Jahre besetzt sind?
3) Warum gute forschungsorientierte Lehre nur mit 8 LVS funktioniert. Also mit weniger Lehrdeputat als Professoren und viele Dauerstelleninhaber*innen im Moment habe. Aus meiner ...
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