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Der Einstieg in den Ausstieg

Wie geht das Leben nach dem Shutdown weiter? Wann ist es soweit?

Und was bleibt besonders wichtig im Kampf gegen das Coronavirus?

Forscher haben dazu gestern mehrere Empfehlungen vorgelegt.

Für Bund und Länder lesen sie sich wie ein Fahrplan. Gut so.

ES IST DIE STUNDE der wissenschaftlichen Politikberatung, und wer behauptet, die Republik werde nur noch von ein paar Virologen regiert, der hat Wesentliches übersehen. Gleich drei Gruppen renommierter Forscher haben gestern Empfehlungen vorgelegt, wie Bund und Länder in den kommenden Wochen den Kampf gegen das Coronavirus fortsetzen sollten.

Zwei davon konzentrieren sich auf die zunehmend drängende Frage, wie die Infektionsbekämpfung mit der schrittweisen Rückkehr zu einem halbwegs normalen öffentlichen Leben einhergehen könnte. Ja, auch Charité-Virologe Christian Drosten hat an einer der Empfehlungen mitgearbeitet, aber als einer unter vielen. Und zu diesen vielen gehörten neben Medizinern unter anderem auch Informatiker, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler.

Genau diese Perspektivenvielfalt macht das, was die Forscher gestern empfohlen haben, so wertvoll. Sie führt nämlich nicht, wie man denken könnte, zu einem Chaos von je nach Disziplin widersprüchlichen Aussagen, nein: In wesentlichen Fragen sind sich die Forscher disziplinübergreifend einig, auch die drei vorgelegten Empfehlungen insgesamt ergänzen sich, ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Die Wissenschaft entscheidet nicht, das tut die Politik. Aber wenn die Wissenschaft ein so einiges Bild abgibt; wenn sie der Politik so differenzierte und doch eindeutige Ratschläge gibt, dann tun Bund und Länder gut daran, ihnen auch zu folgen. Tatsächlich stehen die Chancen mit einer Physikerin als Bundeskanzlerin gut, dass sie es tun wird, wenn Angela Merkel nach Ostern ...

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Kommentare

#1 -

kaulbarsch | Sa., 04.04.2020 - 18:00
Hochschule können sicherlich als erste wieder öffnen. Im Schulbereich sollte geprüft werden, ob nicht eine Halbierung der Klassen mit wöchentlichen Wechsel von Schule und Homeschooling eine sinnvollere Variante ist (unter Berücksichtigung von Geschwisterpaaren, so dass immer alle Kinder einer Familie im gleichen Rhythmus sind). Auch wenn Kinder und Jugendliche oftmals nicht schwer erkranken, stellen Schulkinder doch einen enormen Vernetzungsknoten zwischen verschiedenen Familien dar. Solche ein System müsste auch nicht flächendeckend umgesetzt werden, aber sollte zumindest bei weit überdurchschnittlichen Neuinfektionen auf Landkreisebene erwogen werden.

#2 -

Anna T. | So., 05.04.2020 - 12:37
Eine klare Perspektive aufzuzeigen halte ich ebenfalls für dringend notwendig, um das Commitment der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.

Mich würde bei all diesen Empfehlungen interessieren, ob es irgendwelche zentralen Formen der Bürgerbeteiligung bei der Ausarbeitung der möglichen Regeln gibt? Sehr viele Menschen machen sich ja über Lösungen für verschiedene Bereiche Gedanken (siehe anderer Kommentar) und haben zugleich Anliegen, die in der Lösungsentwicklung berücksichtigt werden sollten und können. Zwei Beispiele: a) Pauschal das Sitzen auf Parkbänken zu untersagen ist sehr nachteilig für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, aber wie die sportlichen Mitbürger*innen auch mal an die frische Luft wollen. Das ...

#3 -

Jana B. | So., 05.04.2020 - 19:57
Es wäre schön wenn auch mal an die Eltern gedacht werden würde, die nach wie vor ihrem "nicht systemrelevanten" (Baugewerbe, Industrie etc.) Beruf nachgehen. Wie sollen wir die Betreuung unseres 8 jährigen Kindes sicherstellen, wenn die Schulen noch länger geschlossen bleiben? Kaum ein Normal-verdiener hat Reserven einfach mal zu Hause zu bleiben.

#4 -

O. Falada | So., 05.04.2020 - 20:26
Ich gehe damit einig, dass Hochschulen früh wieder geöffnet werden sollten, jedoch sind nicht nur junge Menschen dort, sondern unter den Lehrenden und Mitarbeiter*innen auch viele ältere Menschen, so dass es sich empfiehlt, Schutzmaßnahmen für alle zu ergreifen. Die Lehrenden haben sich bereits auf einen Einstieg in digitalisierte Lehre vorbereitet, so dass eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lehre (wochen- und gruppenweise alternierend) ein guter Weg zu sein scheint.

#5 -

Thomas Hoffmeister | So., 05.04.2020 - 21:05
Ich finde den Vorschlag interessant, die Hochschulen bevorzugt wieder zu öffnen, weil die jungen Menschen selten schwer erkranken würden. Das klingt erst mal so als würden Hochschulen ausschließlich aus Studierenden bestehen, was sie de facto aber nicht tun. Was Hochschulen aber im Normalbetrieb sicherlich repräsentieren, sind Orte vielfältiger Kontakte immer wieder neu zusammengesetzter Gruppen, ideale Situationen also für epidemische Verbreitungszentren. Vielleicht sollte man statt einer pauschalen Öffnung besser über eine strategische Öffnung nachdenken. Zunächst die Forschenden und Lehrenden wieder in die Universitäten zu lassen, und zwar auch nur dort, wo dies für deren Arbeit notwendig ist. Dann Studierende nur für ...

#7 -

Marco Weber | Di., 07.04.2020 - 06:21
Man merkt an den Vorschlägen wie es darum geht das Risiko ungleich zu verteilen. Die Notwendigkeit der Erstöffnung von Kitas und Schulen wird hauptsächlich mit dem gesellschaftlichen Bedarf der Betreuung argumentiert, damit die werktätigen Eltern wieder den Witschaftskreislauf in Gang setzen können, schattenhaft begleitet mit dem Scheinargument das die Kinder aus bildungsabgehängten Familien total den Anschluss verlieren. Dabei Luft die Coronakrise wie ein Brennglas in die Verwahrlosung sozialer Ungleichheiten, ob im unterfinanzierten Pflege-oder Bildungsbereich, es mangelt an allen Enden an Personal, Mittel und in den Schulen bröckelt die Bausubstanz. Nicht in der schicken Privatschule des Berliner Mitte-Kiez oder Steglitzer Viertel, ...

#8 -

Yvonne | Di., 07.04.2020 - 15:53
Ein Stufenplan scheint mir sehr sinnvoll und stößt bei mir auf Gegenliebe, schließlich wollen wir unsere Wirtschaft nicht gefährden und so ein weiteres Problem schaffen. Einzig die baldige uneingeschränkte Öffnung der KiTas verstehe ich überhaupt nicht, denn gerade kleinen Kindern kann man die Hygieneregeln zwar erlären, sie werden sie aber nicht vollumfänglich beherzigen und wenn kleine Kinder krank werden, werden logischerweise auch deren Eltern krank und tragen das Virus wieder weiter. Die Kinder selbst sind zwar keine Risikogruppe, aber eben potente "Überträger" und Eltern, die krank werden können auch nicht arbeiten und Omas, Opas, Onkel, Tanten, Nachbarn, Freunde, etc. gibt ...

#9 -

Manuel Meyer | Mi., 08.04.2020 - 23:36
Ich bitte Sie, die Schulen bis zu den Sommerferien geschlossen zu lassen. Ein anderes Szenario halte ich als Vater von zwei schulpflichtigen Kindern als äußerst unverantwortlich und grob fahrlässig. Man sollte sich selbstverständlich einen Notfallplan für Eltern, dessen Kinder nicht betreut werden können, anfertigen.



Bleiben Sie gesund und treffen Sie die richtigen Entscheidungen, denn nur so können wir bald alle wieder ein weitesgehend normales Leben führen.





Mit freundlichen Grüßen



Manuel Meyer

#12 -

G.S | Fr., 10.04.2020 - 20:09
Ich halte es für unverantwortlich, zum jetzigen Zeitpunkt Krippen, Kitas, Horte und Grundschulen wieder zu öffnen. Wie soll man jungen Kindern die Abstandsregeln erklären? Kindern, die auch mal in den Arm genommen werden möchten. In vielen Einrichtungen ist es aufgrund der Räumlichkeiten auch gar nicht möglich, den notwendigen Abstand einzuhalten. Auch wenn Kinder die Krankheit in der Regel ohne Komplikationen überstehen: was ist mit den Lehrern, Erziehern, Sozialpädagogen, Eltern und Großeltern, die möglicherweise infiziert werden? Wie soll die Sicherheit der Betreuer garantiert werden, ohne ausreichende Schutzkleidung? Ruck Zug wird nicht nur eine Schule sondern ein ganzer Stadtteil infiziert. Wenn überhaupt, ...

#13 -

HansWurst | Mo., 20.04.2020 - 03:54
Kinder brauchen soziale Kontakte. Es kann nicht, dass diese Gesellschaft systemrelevante Friseure, Kirchen, Möbel- und Autohändler hat, aber die frühkindliche Bildung komplett ignoriert wird. Kitas sind Bildungseinrichtungen und keine Verwahranstalten; entsprechend müssen Kitas auch wieder zeitnah ggf. mit Einschränkungen für alle Kinder wieder geöffnet werden. Und noch eine Anmerkung: Es gibt aktuell keine Studien dazu, dass Kita-Kinder besonders stark oder mehr als andere Viren verbreiten. Auch gibt es keine Studien dazu, wie häufig und ob überhaupt Kinder an Corona erkranken. Alle aktuellen Entscheidungen in Bezug auf Kitas basieren auf Vermutungen und Glauben.

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