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Haushaltsausschuss sperrt 190 Millionen Euro Hochschulpakt-Gelder fürs kommende Jahr

Damit reagiere man auf die scharfe Kritik des Bundesrechnungshofs, heißt es aus dem Ausschuss. Auch das neue Programm für die KI-Hochschullehre legen die Haushälter vorerst auf Eis – und setzen Bundesforschungsministerin Karliczek und die Länder unter Druck.

ES IST EIN DOPPELTER SCHLAG. Für die Hochschulen. Für die Länder – und für Anja Karliczek. In seiner jährlichen Bereinigungssitzung hat der Haushaltsausschuss des Bundestages rund 190 Millionen Euro an Hochschulpakt-Gelder, die nächstes Jahr zur Auszahlung anstanden, vorerst gesperrt. Außerdem verfügte das Gremium, dass auch die Finanzierung für das vor zwei Wochen beschlossene Bund-Länder-Programm für "KI in der Hochschulbildung" auf Eis gelegt wird – bis das BMBF ein Konzept vorgelegt hat. Hier sollten bereits nächstes Jahr die ersten von insgesamt 120 Bundesmillionen fließen (zuzüglich zehn Prozent Länderanteil). Umgekehrt planen die Haushaltspolitiker, in den nächsten Jahren insgesamt 1,2 Milliarden Euro zusätzlich für Bildung und Forschung auszugeben.

Außerdem fasste der Ausschuss heute einen Grundsatzbeschluss, der Karliczek noch zusätzlich schmerzen wird. Der Ausschuss erwarte, heißt es darin wörtlich, "dass ihm die Bundesregierung bei künftigen Bund-Länder-Verhandlungen vor Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung Gelegenheit zur Stellungnahme gibt. Ohne eine angemessene Information und Beteiligung des Haushaltsausschusses wird er keine Mittel für Bund-Länder-Vereinbarungen mehr freigeben."

Das BMBF teilte am späten Nachmittag mit, es sei zuversichtlich, "dass die Länder die notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um dem Anliegen des Haushaltsausschusses für eine zeitnahe zweckentsprechende Verwendung der Mittel des Hochschulpakets gerecht zu werden. Es ist im gemeinsamen Interesse von Bund und Ländern, dass die Mittel des Hochschulpaktes für den vereinbarten Zweck verwendet werden können." Womit Karliczek umgehend versuchte, als Reaktion auf den Ausschuss-Beschluss zum Hochschulpakt ein Umleitungsschild in Richtung Länder aufzustellen. Zum geforderten Gesamtkonzept für den Einsatz der KI-Mittel sagte ihr Ministerium, dieses werde werde es dem Haushaltsausschuss "in Kürze vorlegen, um dem aktuellen Anliegen des Ausschusses Rechnung zu tragen".

Der Beschluss hatte sich schon angedeutet

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Kommentare

#1 -

Karla K. | Do., 26.11.2020 - 21:16
Wenn Karin Prien das Unverständnis über die Rücklagen der Hochschulen als Kommunikationsproblem einstuft und behauptet, die Hochschulen hätten "sich keine Unregelmäßigkeiten vorzuwerfen", dann bestätigt sie letztlich das Kernproblem: Die zuständigen Landesministerien haben jeglichen Zugriff auf ihre befreiten Hochschulen verloren und versuchen verzweifelt zu vertuschen, dass ihnen die Hochschulleitungen auf der Nase herumtanzen können. Es ist insbesondere auch dieser Schulterschluss zwischen unwilligen Ministerien und autokratisch agierenden Hochschulleitungen, der die Zustände vor Ort immer desaströser werden lässt. Vielleicht sollte Frau Prien mit ihren Kolleg*innen mal in die Niederungen des Hochschulalltags herabsteigen und sich nicht von Hochglanzbroschüren und Marketinggeschwätz blenden lassen.



Und was ...

#2 -

Benjamin B. | Fr., 27.11.2020 - 14:20
Interessante Denkweise meiner Vorrednerin. Sie fordern Trasparenz ein (immer gut), aber wollen schon vorab wissen, dass "autokratische Hochschulleitungen" wem auch immer auf der Nase herumtanzen?



Wenn Sie doch so gut informiert sein wollen, was sagen Sie denn zu dem gut 10 Jahre tatsächlich vorhandenem Problem, dass die HP-Mittel immer nur befristet für wenige Jahre versprochen waren, man aber gleichzeitig erwartete, dass man damit langfristig Personalzuwächse schafft? Jedem halbwegs vernünftig kaufmännisch denkenden Mensch - und davon gibt es innerhalb der "befreiten Hochschulen" viel mehr, als Sie offensichtlich vermuten - ist doch klar, dass man dann Mittel ansparen muss.

Siehe oben: Ab ...

#3 -

Karla K. | Sa., 28.11.2020 - 15:33
Lieber Herr B.,



mit dem Bogen, den Sie schlagen, dass eine Einschätzung "autokratische Hochschulleitungen, die irgendwem auf der Nase herumtanzen" als unzulässiger Vorgriff auf die Erkenntnisse von Transparenz zu verstehen wäre, hängen Sie mich dann doch ein bisschen ab - Sie nutzen zwar einzelne von mir verwendete Formulierungen, konstruieren dabei aber einen Zusammenhang, der nicht der meine ist, um sich von diesem abzugrenzen und mir diesen vorzuhalten. Der Wertung als "autokratisch" liegen viele Facetten zugrunde, in denen sich dies im Hochschulalltag ausdrückt. Ich freue mich aber über jeden Hinweis auf Hochschulen, deren Leitung ernsthaft und umfassend Partizipation und Beteiligung als ...

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