Liest sich gar nicht so schlimm

In einem Brief an die Hochschulen räumt die Stiftung für Hochschulzulassung die neuen Softwareprobleme offiziell ein.

EIN KURZER NACHTRAG zu meinem drei Wochen alten Artikel über "Chaos 2.0", die neue Softwarekrise bei der Stiftung für Hochschulzulassung. Anfang der Woche endlich hat die Stiftung dann auch mal einen Brief an alle Hochschulen losgeschickt, in dem sie die Probleme offiziell einräumt. Allerdings erst auf Seite zwei, nachdem sie vorher in vielen Worten betont, dass sie "mit Hochdruck" am neuen Zulassungsverfahren für die bundesweiten Numerus-Clausus-Fächer arbeite und dass das alte (in Worten: sehr alte) bisherige Verfahren "technisch störungsfrei" laufe. Die eigentliche Botschaft des langen Schreibens folgt dann in zwei knappen Sätzen: "Die Testergebnisse zu den ersten Kernkomponenten des neuen Verfahrens lassen jedoch erkennen, dass die vorliegende Aufgabe noch komplexer ausfällt, als ursprünglich abzusehen war. Somit erscheint der zum Wintersemester 2018/19 in Aussicht gestellte Ersteinsatz von DoSV 2.0 unwahrscheinlich." 

Also nicht die Ausführenden sind verantwortlich, sondern die Sache, die gemeinerweise beschlossen hat, noch komplizierter zu werden. Vom administrativen Umbau in der Stiftung und der faktischen Entmachtung des Geschäftsführers Ulf Bade ist in dem Schreiben nicht die Rede. Bade durfte es auch unterschreiben. Oder musste, je nachdem wie man es sieht. Morgen trifft sich übrigens die Amtschefskommission der Kultusministerkonferenz, Tagesordnungspunkt 2 unter anderem: DoSV. 

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