Das macht 0 Dollar

Warum mehrere US-Bundesstaaten die Studiengebühren abschaffen

Foto: Screenshot der Website des Pellissippi State Community Colleges in Tennessee. www.pstcc.edu

"HILLARY CLINTON WILL Studiengebühren abschaffen", berichtete ich vor knapp einem Jahr in meinem Blog. Es war ein Wahlkampfversprechen, abgegeben, um die Unterstützer von Bernie Sanders zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin hinüberzuziehen. Wir wissen, wie die Sache ausging.

 

Doch ausgerechnet in dem Monat, als Barack Obama das Weiße Haus räumen musste und Donald Trump einzog, verkündete New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo: Wir machen Schluss mit den Gebühren. Und der Bundesstaat im Nordosten der USA ist nicht allein. Tennessee hat das Bezahlstudium zumindest an den so genannten Community Colleges schon 2015 teilweise eliminiert. Oregon folgte, später die Stadt San Francisco, die im Gegenzug die Steuer auf Luxusimmobilien erhöhte. Und als nächstes planen Rhode Island und möglicherweise Minnesota, wie New York die gesamten vier Jahre bis zum Bachelor gebührenfrei zu machen.

 

Was geht da vor sich in dem Land, das in Diskussionen hierzulande stets als abschreckendes Beispiel herhalten muss dafür, was passiert, wenn man erst Studiengebühren einführt und diese dann über die Jahre außer Kontrolle geraten? In dem inklusive sonstigen Pflichtausgaben und Wohnheimplatz selbst an staatlichen Hochschulen schnell ein Rechnungsbetrag von 50.000 Dollar zusammenkommt – und zwar pro Jahr. 

 

US-Experten rufen schon die Trendwende aus. Irgendwann sei angesichts der Gebührenexplosion klar gewesen: "So geht es nicht weiter", sagt Bernd Streitwieser, Professor für internationale Bildung an der George-Washington-Universität in Washington. 

Wie der Umschwung begann, was von ihm zu halten ist, und wie sich die Gebührenbefreiung auf den Alltag amerikanischer Studenten auswirken wird, habe ich in einem Artikel für Spiegel Online beschrieben. Sie finden ihn hier.

 

PS: Sehr hilfreich für meine Recherche waren die Mitarbeiter der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission, die mir mit ihren Kontakten viele Türen an US-Unis öffneten, um schnell mit den verantwortlichen Administratoren ins Gespräch zu kommen. Vielen Dank dafür. 

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