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Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" zeigt neben einigen Highlights vor allem eine Schattenseite der deutschen Bildungspolitik: die mickrige Finanzierung der Hochschulen.

WÄHREND BUND UND LÄNDER sich angesichts der OECD-Studie " Bildung auf einen Blick 2017 " in einer gemeinsamen Pressemitteilung gegenseitig auf die Schultern klopfen, veröffentlicht Andreas Schleicher seine Warnung anderswo. Eine Reihe europäischer Staaten falle bei der Hochschulfinanzierung zurück, warnt der OECD-Bildungsdirektor heute bei Times Higher Education , diese Länder seien „echt in Schwierigkeiten“.

Als Beispiele nennt Schleicher Spanien, Italien, Slowenien und Portugal, aber selbst Länder wie Deutschland oder Finnland hielten bei ihren Ausgaben pro Student nicht Schritt mit der Konkurrenz in den USA oder Großbritannien. Dies belegen die Statistiken im heute erschienenen "Bildung auf einen Blick" drastisch: Deutschland investiert nur 17.180 Dollar pro Kopf, Tendenz fallend, die Vereinigten Staaten knapp 29.300, Großbritannien 24.500 Dollar – Tendenz steigend.

Was Schleicher noch im Times-Interview sagte, dürfte direkt in Richtung der Deutschen gemünzt sein: Es gebe Länder, die blockierten sich selbst, indem sie nicht in der Lage oder willens seien, ausreichend Steuergelder in die Hochschulen zu investieren, ihnen andererseits aber auch nicht erlaubten, Studiengebühren zu kassieren. Im Grunde seien zwei Modell denkbar: das schwedisch-norwegische, wo hohe Steuern und ...

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Kommentare

#1 -

Stefan Wender | Di., 12.09.2017 - 16:33
"Während die Chefs der großen Forschungsorganisationen hierzulande angesichts von Brexit und Trump-Regierung davon schwärmen, bessere Karten als je zuvor zu haben im Wettstreit um die talentiertesten Studenten und Nachwuchswissenschaftler, vergrößerte sich der qualitative Rückstand der deutschen Hochschulen zuletzt sogar noch. Denn auch wenn die Bundesrepublik absolut gesehen in den vergangenen Jahren wie kaum ein zweites europäisches Land ihre Hochschulausgaben gesteigert hat, verpuffte der Effekt qualitativ, weil ebenfalls nirgendwo sonst im gleichen Zeitraum die Studentenzahlen so stark kletterten."



Der qualitative Rückstand bezieht sich hier wohl rein auf die Studienqualität, da die Ausgaben pro Studierendem als Grundlage der Bewertung genommen werden. Die ...

#2 -

Jan-Martin Wiard | Di., 12.09.2017 - 16:37
Lieber Herr Wender,

da haben Sie völlig Recht. Die OECD rechnet die Ausgaben für Forschung und Lehre zusammen, so dass der von mir beschriebene Effekt tatsächlich noch stärker ist, wenn man allein die Lehre betrachtet. Was die Attraktivität für die jungen Talente angeht: Die entscheidet sich meines Erachtens zuallererst bei der Studienqualität, alles Andere kommt später...

Viele Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda

#3 -

Klaus Diepold | Do., 21.09.2017 - 00:07
Für die jungen Talente käme es auf die Lehrqualität an. Aber die ist für die Studieninteressierten oft gar nicht leicht zu erkennen oder zu bewerten. Studierende wählen dann anhand der Kriterien aus, auf die sie einfach zugreiffen können. Das sind aber dann meist forschungsbezogene Kriterien, wie z.B. ein Elitestatus (ExIni) oder Rankings.



Darüber hinaus macht man es sich ein wenig einfach, bei der Lehrqualität immer nur nach mehr Geld zu schreien. Die OECD Daten beinhalten Hinweise über die Geldmittel. Die Menge an Geld an sich verbessert die Lehre aber auch nicht. Zu Zeiten der Studienbeiträge war schon erkennbar, dass den ...

#4 -

Ari Wugalter | So., 24.09.2017 - 02:15
Als jemand, der als Student die inneren Strukturen einer Hochschule in Deutschland ausgiebig kennenlernen durfte und jetzt an einer Hochschule in den USA in Forschung und Lehre involviert ist, wuerde ich sagen, dass neben einer besseren finanziellen Ausstattung und einem hoeheren Bekanntheitsgrad zuallererst strukturelle Gruende dafuer verantwortlich sind, dass nach wie vor anglo-amerikanische Universitaeten erfolgreicher dabei sind, internationale Talente anzuwerben.



Das faengt damit an, dass Englisch als Sprache in- und ausserhalb der Uni den Umzug wesentlich einfacher macht. Ausserdem ist der Bewerbungsprozess von Anfang an auf internationale Studierende zugeschnitten und daher etwas transparenter. Fuer Studierende ist Deutschland unattraktiv durch die ...

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