Krise bei "Hochschulstart.de": Politik will offenbar handeln

Die ehemalige ZVS produziert seit Jahren eine Panne nach der anderen. Nach dem jüngsten Fiasko bei der Online-Studienplatzvergabe planen die Kultusminister Konsequenzen. Am Mittwoch treffen sich ihre Amtschefs zur Sondersitzung.

Screenshot des DoSV-Onlineportals
Screenshot des DoSV-Onlineportals

DIE KRISE DER STIFTUNG für Hochschulzulassung (SfH) ist so ernst, dass die Wissenschaftsministerien offenbar endlich zu tiefgreifenden Veränderungen bereit sind. „Wir haben eine Menge Zeit verloren und brauchen jetzt eine Zäsur“, sagt die Brandenburger Staatssekretärin Ulrike Gutheil, die Ende November zur Stiftungsratsvorsitzenden der SfH gewählt worden ist. 

 

Die Stiftung vermittelt unter dem Label „Hochschulstart.de“ hunderttausende Studienbewerber auf Studienplätze. Über die tiefgreifenden Probleme der Stiftung hatte ich wiederholt berichtet, zuletzt im September.  Gutheil, ehemalige Kanzlerin der Technischen Universität Berlin, gilt nun als treibende Kraft hinter der neuen Entschlossenheit der KMK, in der Dortmunder Hochschulstart-Zentrale aufzuräumen. An diesem Mittwoch hat die Kultusministerkonferenz zu einer Sondersitzung eingeladen, die sogenannte Amtschefskommission „Qualitätssicherung in Hochschulen“ berät über die Zukunft von „Hochschulstart.de“. 

 

Seit Jahren läuft die Stiftung ihren eigenen Ankündigungen hinterher. Die Anbindung der Hochschulen an die vor sechs Jahren (schon damals mit erheblicher Verspätung) gestartete Online-Studienplatzvergabe DoSV klappt weiter nur zögerlich. Im Sommer hatte die Stiftung den Wissenschaftsministern der Länder mitgeteilt, dass sie voraussichtlich erst zum Wintersemester 2020/21 alle relevanten Hochschulen in Deutschland erreichen wird. Damit wird das ursprüngliche Ziel, bereits 2018/19 alle in Frage kommenden Hochschulen mit möglichst allen örtlich zulassungsbeschränkten Einfach- und Mehrfachstudienangeboten einzubinden, deutlich verfehlt.

 

Zum aktuellen Wintersemester nutzten zwar 129 von schätzungsweise 175 möglichen Hochschulen DoSV, die Zahl der angeschlossenen Studiengänge beträgt mittlerweile 1080. Was auf den ersten Blick gar nicht schlecht aussieht, erweist sich auf den zweiten jedoch als Fiasko: Es gibt deutschlandweit mehr als 4000 Studiengänge, die eigentlich bis 2018 flächendeckend ins DoSV eingebunden werden sollten. >>


Fast zehn Jahre Verzögerung

Das 2009 initiierte „Dialogorientierte Serviceverfahren“ (DoSV) sollte das sich jährlich wiederholende bundesweite Zulassungschaos bei der Studienplatzvergabe beenden: Keine Bewerber mehr, die monatelang auf eine Zusage warten und dann mitunter anderswo leer ausgehen, während anderswo Plätze frei werden.

 

15 Millionen Euro spendierte Bundesregierung für die Entwicklung einer Software, die international Standards setzen sollte.

 

Inzwischen ist klar, dass DoSV frühestens 2020/2021 das ursprünglich für 2011 geplante Ziel erreichen wird, möglichst alle in Frage kommenden Hochschulen mit möglichst allen 

örtlich zulassungsbeschränkten Einfach- und Mehrfachstudienangeboten einzubinden. 

 

Vor besondere Probleme stellt "Hochschulstart.de" die Anbindung der Mehrfachstudiengänge. Diese setzen sich aus zwei oder mehreren Studienfächern zusammen, sogenannten Teilstudiengängen: Lehramtsstudiengänge zum Beispiel. Auch der sogenannte „Mehrfach-Bachelor“ ist keine Ausnahme, sondern als Nachfolgemodell des ehemaligen Magisterstudiums eine äußert beliebte Studienoption. Laut Umfrage von Brandenburgs Wissenschaftsministerium waren Anfang des Jahres nur zwei Prozent der erfassten Mehrfachstudiengänge in DoSV eingebunden – gegenüber immerhin rund 37 Prozent bei den Einfachstudiengängen. 



>> Allein bei den technisch wenig komplexen Einfach-Studiengängen schafft die Stiftung eine nennenswerte Beteiligung, von den 1080 bislang erreichten Studienprogrammen entfallen 982 auf diese Gruppe. Die Zahl der Mehrfachstudiengänge in der Online-Plattform dagegen stagniert seit Jahren, im vergangenen Jahr stieg sie gerade einmal um 12 auf nunmehr 98 Angebote. Der Grund: Noch immer läuft DoSV in den meisten Fällen nicht rund im Zusammenspiel mit den hochschuleigenen Systemen – weshalb die große Mehrheit der Hochschulen die Finger von der Einbindung ihrer Mehrfachstudiengänge lässt. In ihrem Sachstandsbericht an die Amtschefs räumt die Stiftung nun in bislang nicht gekannter Deutlichkeit „vor allem technische und organisatorische Probleme auf Seiten der Hochschulen... und der SfH“ ein. 

 

Was noch euphemistisch formuliert ist: Als ob die Probleme um die örtlich zulassungsbeschränkten Studiengänge noch nicht schlimm genug wäre, bekommt die Stiftung auch die DoSV-Weiterentwicklung 2.0 nicht in den Griff – trotz eigens zu diesem Zweck eingerichteter Software-Schmiede in Berlin. Mithilfe von DoSV 2.0 sollten bis 2018/19 zusätzlich die bundesweiten NC-Studiengänge wie Medizin oder Pharmazie in die Online-Plattform einbezogen werden. Ende vergangenen Jahres wurde klar: Auch daraus wird nichts. Die Inbetriebnahme wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. 

 

Gleichzeitig verschlingt die Stiftung immer mehr Geld, was die Landesfinanzminister im November zu einer offiziellen Warnung veranlasste. Sie stellten mit Sorge fest, heißt es in einem Beschluss der Finanzministerkonferenz, „dass bei der Weiterentwicklung und Integration des Zentralen Verfahrens (DoSV 2.0) erneut eine massive Kostensteigerung auftritt sowie eine spätere Inbetriebnahme vorgesehen ist.“ Zwar entschieden sich die Finanzminister „aus übergeordneten Gründen“ dagegen, den Haushaltsplan der Stiftung abzulehnen, doch gaben sie gleichzeitig ihrer Erwartung Ausdruck, dass „für die Wahrung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Sorge getragen wird.“ Eine Ohrfeige nicht nur für die Stiftung, sondern auch für die verantwortlichen Wissenschaftsministerien, denen die Probleme bei "Hochschulstart.de" seit Jahren zumindest in Ansätzen bekannt waren, die sich jedoch bislang nie zum entschiedenen Gegensteuern hatten durchringen können.

 

Der Geschäftsführer räumte die Probleme nur auf Nachfrage ein

 

Seit einem guten Jahr nimmt der Ärger über die Stiftung und ihre Geschäftsführung massiv zu. So hätten bereits Ende September 2016 die ersten Hinweise über deutliche Probleme in der Entwicklung des DoSV 2.0 die damaligen Vorsitzenden des Stiftungsrates „auf verschiedenen Wegen“ erreicht, berichtet die nordrhein-westfälische Staatssekretärin Annette Storsberg der Amtschefskommission. Doch die Meldungen kamen nicht vom Geschäftsführer, sondern über Dritte. Den Stiftungsrat führten damals Storsberg Staatssekretärs-Vorgänger Thomas Grünewald und Holger Burckhart, Präsident der Universität Siegen und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz. Als die beiden bei SfH-SfH-Geschäftsführer Ulf Bade nachfragten, habe der nur „zeitlich verzögert“ geantwortet, dazu „unvollständig“ und „inhaltlich unbefriedigend“. Vor allem aber seien seine Angaben „in relevanten Teilen nicht deckungsgleich“ gewesen mit dem, was die Stiftungsratsvorsitzenden schon anderswo erfahren hatten. 

 

Es wurde eine Expertengruppe eingesetzt, die schon wenige Tage später „Schwierigkeiten“ vermeldete, die ermittelt werden müssten. Bade selbst habe allerdings bis Mitte Dezember 2016 gebraucht, bis er erstmals selbst vor den beiden Stiftungsratsvorsitzenden die Probleme eingeräumt habe. Im Februar 2017 wurde Bade daraufhin die operative Steuerung des Projekts DoSV 2.0 entzogen und einem neu gegründeten Beirat „Einbettung Zentrales Verfahren“ übergeben. Weitere Konsequenzen für Bade gab es nicht.

 

Ebenfalls noch auf Betreiben von Thomas Grünewald wurde der Geschäftsführung der ehemalige Kanzler der Universität Hannover, Günter Scholz, als „Beauftragter des Stiftungsratsvorsitzenden“ zur Seite gestellt. Scholz stellt in seinem Bericht an die Amtschefs der Stiftung nun ein katastrophales Zeugnis aus.  Die „Vielzahl“ der Stiftungsgremien, die sich in ihren Aufgaben offenbar teilweise überschnitten, werde „einer zügigen Aufgabenerfüllung nicht gerecht“. Vom Stiftungsrat, der die Arbeit der SfH-Geschäftsführung begleiten soll, sei schon aufgrund seiner schieren Größe (16 Länder- und 16 Hochschulvertreter) nur eine „bedingte Arbeitsfähigkeit“ zu erwarten, weil schon die erheblichen Terminabstimmungen dazu führten, dass er gerade zweimal im Jahr tage. Die hohe personelle Fluktuation im Stiftungsrat führe zudem dazu, dass Informationsfluss und Sachkunde vielfach zu wünschen übrig ließen – und in der Folge die Geschäftsführung große und laut Scholz „möglicherweise unerwünschte“ Freiräume erhalte. 

 

"Besonderer Fall eines Kommunikationsmangels"

 

Der SfH-Geschäftsstelle selbst bescheinigt Scholz „den besonderen Fall eines Kommunikationsmangels“ zwischen der Berliner DoSV 2.0-Entwicklungsabteilung und der Dortmunder Zentrale. Die in Dortmund zuständige Abteilung habe den Vorrang bei der Sicherheit des künftigen Massenverfahrens gesehen und deshalb bei den notwendigen Tests der neuen DoSV 2.0-Funktionalitäten nur mit Verzögerungen mitgearbeitet. Warum? Weil den Dortmunder Mitarbeitern nie jemand in hinreichender Deutlichkeit gesagt hatte, wie politisch wichtig DoSV 2.0 ist. Woraufhin offenbar ziemlich dicke Luft zwischen Berlin und Dortmund geherrscht hat. Ein Fall von Führungsversagen? Apropos: Es fehle, so Scholz, eine „Strategie für die Zukunftsentwicklung der SfH, die nicht zuletzt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick auf persönliche Motivation und Perspektive“ wichtig sei. 

 

„Die Bewertung ist natürlich besorgniserregend, zumal der Geschäftsführung eine Schlüsselrolle im Gesamtprozess zukommt“, räumt die neue Stiftungsratsvorsitzende Ulrike Gutheil ein. Die Mitarbeiter der Stiftung, denen man zu überwiegenden Teilen gute Arbeit bescheinigen könne, bräuchten gerade in schwierigen Zeiten besondere Aufmerksamkeit, besonders was die Führung der Stiftung angeht. „Da geht es um Fehlerkultur, aber auch um Motivation und Schutz.“

 

Mitarbeiter der Stiftung selbst berichten von angeblich undurchsichtigen Geschäftsbeziehungen mit der Berliner IT-Firma ITSO, die einerseits ohne Ausschreibung Aufträge der Stiftung erhalten habe, andererseits aber selbst mindestens einen Mitarbeiter in die Geschäftsstelle entsandt habe. Die SfH-Geschäftsführung bestätigt, dass es über Jahre eine Zusammenarbeit mit ITSO „durch die gemeinsame Entwicklung des DoSV- Converters sowie durch Unterstützung bei Durchführung von Softwaretests im Rahmen des Projekts zur Entwicklung von DoSV 2.0“ gegeben habe. Die „in den Entscheidungsprozess involvierten Gremien der Stiftung“ hätten sich „bezüglich der Notwendigkeit einer Ausschreibung nicht im Detail geäußert.“ Was den in der Stiftung arbeitenden ITSO-Mitarbeiter angeht: Den gebe es tatsächlich, räumt die SfH-Geschäftsführung ein, er sei auf der „Basis einer Arbeitnehmerüberlassung“ dauerhaft in der IT-Entwicklung der Stiftung tätig – mit Aufgaben, die klassischerweise einem Entwicklungsleiter „zugeschrieben werden“. So verfüge er auch über die notwendige Personalkompetenz, habe aber, betont die Stiftung, „keinerlei Budgethoheit“. Im Ergebnis seien Mitarbeiter von ITSO „nicht an der Durchführung von Vergabeverfahren (Auftragsvergaben) beteiligt“. 

 

Aus mehreren Wissenschaftsministerien werden auf Nachfrage die Beziehungen zwischen der Stiftung und ITSO nun ebenfalls mit zunehmender Aufmerksamkeit beobachtet. 

 

Die Politik hat das Problem erst unterschätzt und dann verschleppt

 

Fragezeichen ergeben sich jedoch nicht nur bei Gremienstruktur und SfH-Geschäftsführung. Eine erhebliche Mitschuld für die gegenwärtigen „Verwerfungen und Finanzierungsproblemen“ sieht Berichterstatter Scholz auch bei den Wissenschaftsministerien der Länder. Als diese 2008 beschlossen, die ehemalige Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen“ (ZVS) in eine Stiftung umzuwandeln, hätten sie eine „seriöse“ Bestandsaufnahme „der organisatorischen und infrastrukturellen Notwendigkeiten“ und der „finanziellen Auswirkungen der politischen Entscheidungen für eine solche Serviceeinrichtung“ versäumt. So sei schon der Start der DoSV-Plattform für die Einfachstudiengänge unter anderem deshalb „problematisch“ gewesen, weil die Wissenschaftsministerien die technische „Vielfalt“ bei den Immatrikulationsverfahren ihrer Hochschulen „unbekannt“ gewesen sei. 

 

Auch das wiederum eine vergleichsweise nette Umschreibung für das Chaos bei den Campusmanagement-Systemen an den Hochschulen, das eine von Brandenburgs Staatssekretärin Gutheil in Auftrag gegebene bundesweite Befragung unter 171 Hochschulen im Frühjahr offenbart hatte. 50 Prozent der Hochschulen berichteten, dass sie kurzfristig ein neues oder zumindest überarbeitetes System brauchen, langfristig sagen das sogar 90 Prozent. Der entstandene Software-Wildwuchs ist atemberaubend: Über die vergangenen Jahrzehnte hat jede Hochschule ihr eigenes Campus-Management-System aufgesetzt, um die Studentendaten und die digitalen Studienangebote zu verwalten. Eine Vielzahl von Systemen, die größtenteils auf der gleichen Grundsoftware beruhen, dann jedoch im Alltag so lange umgebaut, angebaut und an die lokalen Notwendigkeiten angepasst wurden, bis sie außerhalb der eigenen Hochschule mit fast gar nichts mehr zusammenpassten. Erst recht nicht mit DoSV, so dass schon die Anbindung der Einfach-Studiengänge zu der von Scholz angesprochenen jahrelangen Verzögerung führte. 

 

So schwach die gegenwärtige SfH-Geschäftsführung unter Ulf Bade sein mag: Dass die Stiftung und DoSV überhaupt auf die schiefe Bahn geraten sind, haben also die Wissenschaftsministerien zu einem guten Teil auch selbst zu verantworten. Weil sie eine Stiftung mit undurchsichtigen Gremien geschaffen und einem offenbar überforderten Geschäftsführer jahrelang einfach bei der Arbeit zugesehen haben. Weil sie sich über das Chaos bei der Zulassungssoftware an ihren Hochschulen offenbar lange gar nicht im Klaren waren und, als sie es allmählich begriffen, sich viel zu lange wegduckten. 

 

Womöglich ist es ja auch so, dass sich das Engagement in Sachen SfH für die jeweiligen Stiftungsratsvorsitzenden politisch nicht wirklich auszahlte. Dann schon lieber die Zähne zusammenbeißen, die heiße Kartoffel SfH für eine Weile in der Hand halten und dann schnell weitergeben an die Nachfolger. 

 

Wie geht es jetzt weiter?

 

Brandenburgs Staatssekretärin Gutheil und ihr Co-Vorsitzender Holger Burckhart allerdings scheinen es diesmal wirklich ernstzumeinen. „Die Analyse und die sich daraus ableitenden Handlungen sind technisch und organisatorisch sehr komplex“, sagt Gutheil vieldeutig. Was könnte das heißen? Kommt diesmal wirklich die dringend nötige Neuaufstellung der Stiftungsgremien, anstatt weiter notbehelfsmäßige Beiräte und Bevollmächtigte in undankbare Rollen zu drängen? Wird womöglich sogar Bade abgelöst – der Geschäftsführer, über den bislang immer alle hinter vorgehaltener Hand gemeckert hatten, um ihn dann wiederzuwählen? Gutheil ist zudem seit einigen Monaten Leiterin einer eigens eingerichteten KMK-Arbeitsgruppe „Campus-Management-Systeme“, die den möglichst bundesweiten Neustart bei der Hochschulsoftware vorbereiten soll – mit einer möglichst einheitlichen technischen Lösung für alle. 

 

Diesen Mittwoch können die KMK-Amtschefs zeigen, dass sie die nötigen Konsequenzen, strukturell wie personell, nicht erneut scheuen. Es wäre höchste Zeit. Nicht nur, weil das peinliche DoSV-Geschiebe den Hochschulföderalismus seit geraumer Zeit schlecht aussehen lässt. Sondern weil, bis das Chaos beseitigt ist, hunderttausende Studienbewerber mangels Koordination weiter überflüssige Bewerbungen an Hochschulen überall im Land verschicken. Und während tausende von ihnen am Ende leer ausgehen, während tausende Studienplätze unbesetzt bleiben. Das ist der eigentliche DoSV-Skandal. 


Wie die Stiftung auf Presseanfragen reagiert: ein Lehrstück

Wer wissen will, wie schief die Dinge bei der Stiftung für Hochschulzulassung stehen, muss ihr nur einmal eine Presseanfrage stellen. So geschehen am 12. Oktober, als ich einen acht Fragen umfassenden Katalog an die Pressestelle der Stiftung verschickte, verbunden mit der Bitte um eine Rückmeldung innerhalb von zwei Wochen.

 

Fünf Tage später die erste Reaktion: Fragen angekommen, die 14 Tage werde man wohl brauchen, um die Antworten zu liefern. Am 27. Oktober, nach 15 Tagen, eine erneute Mail: Da der gewünschte „Reaktionszeitraum nunmehr beinahe“ verstrichen sei, wolle man vor dem Wochenende rasch Bescheid geben, dass „die erfragten Inhalte inzwischen zwar als ausformulierte Antworten vorliegen, sich aber derzeit noch im Prozess der benötigten Freigabe befinden.“ 

 

Am 3. November meine Nachfrage: Wie sieht es aus? Keine Antwort. Am 6. November meldet sich Geschäftsführer Ulf 

Bade persönlich per Mail: Die Stiftung erwäge „anläßlich Ihrer Fragen mit Ihnen ein Gespräch zu führen. Sobald eine konkrete Entscheidung getroffen ist, werde ich Sie informieren“. Zum Verbleib der Antworten auf meine Fragen kein Wort.

 

Eine von mir bis zum 13. November gesetzte Nachfrist lassen Bade und die Pressestelle der Stiftung ebenfalls unbeantwortet. Erst nach meinem erneuten Drängen am 20. November eine Mail aus der Pressestelle, im Anhang die Antworten auf meine Fragen – Aussagekraft gering. Dafür eine Bitte um Entschuldigung angesichts der Verzögerungen „im Hinblick auf erforderliche Abstimmungen“. Auf meine Nachfrage, wann ich denn nun ein persönliches Gespräch mit Geschäftsführer Bade führen könne, am 21.11. die lapidare Antwort: „Aufgrund der Vielzahl der bevorstehenden Termine ist es ihm (Bade, JMW) leider in der nächsten Zeit nicht möglich, ein Gespräch mit Ihnen zu führen.“


Kommentare: 27 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    frodo (Mittwoch, 13 Dezember 2017 08:02)

    Bei aller Kritik an der Stiftung darf man eines nicht vergessen, die Stiftung bzw. früher die ZVS war bzw. ist nicht Herr des Verfahrens. Früher waren die 16 Bundesländer für die Rahmenbedingungen verantwortlich. Die ZVS setzte die Beschlüsse der 16 Bundesländer um. Nachdem die FDP und CDU erfolgreich die Umwandlung der funktionierenden ZVS in ein Moloch Stiftung umgewandelt hat, konnte das Ganze nicht funktionieren. Schon allein der Wasserkopf aus je 16 Vertretern von Ländern und Hochschulen lässt ein effektives Arbeiten nicht zu. Seitens der Politik war dies wahrscheinlich auch nicht gewünscht. Die ZVS hatte ein bis zum WS10/11 ein funktionierendes Serviceverfahren für die Fachhochschulen in NRW entwickelt, das man ohne großen Aufwand auf bundesweite Studienangebote ausdehnen konnte. Aber man verzichtete lieber auf die Erfahrungen der ZVS und verließ sich auf die "Kompetenz" von der ITSO. Man beachte auch damals die Liste der Entscheidungträger in den Gremien.

  • #2

    Egal (Mittwoch, 13 Dezember 2017 09:31)

    @ Frodo:

    Das Problem der SfH (bzw. Ex-ZVS) ist nicht, dass es in der Stiftung keine Ideen oder Überlegungen für sinnvolle Zulassungsverfahren gäbe. Das Problem der SfH ist die Leitung, die kein Interesse an guten Zulassungsverfahren und keine Lust auf Service bzw. Dienstleistung für die Hochschulen und kein sachliches Verständnis für Projekt- und Organisationsmanagement hat.
    Vielmehr hat die Leitung der SfH Lust auf sinnlose Dienstreisen (immer zwingend mit Übernachtung), Messebesuche zur eigenen Belustigung und Intrigenspiele innerhalb der SfH.

    Solange wie die Leitung der SfH nicht ausgetauscht wird, wird die SfH Projekte wie das DoSV (1.0 oder 2.0) nicht ordentlich geregelt bekommen. Bislang hatte man in Dortmund jedoch das Glück, dass die massive Geldverschwendung für Sinnlosigkeiten und der hohe Personalverschleiß keine relevante Öffentlichkeit interessiert haben - eventuell ändert sich dies ja jetzt.

  • #3

    Anonym (Mittwoch, 13 Dezember 2017 13:17)

    Man darf auch daran erinnern, dass Herr Bade ursprünglich wohl nicht für den Posten als Geschäftsführer vorgesehen war und sich diesen gerichtlich erstreiten "musste". Wann ist eigentlich dessen Pension fällig?

    https://www.derwesten.de/staedte/dortmund/zvs-direktor-ulf-bade-kaempft-um-seinen-job-id3995278.html

  • #4

    Intern? (Mittwoch, 13 Dezember 2017 17:43)

    Lieber Herr Wiarda,

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Auch wenn es in Dortmund grad sehr frostig ist: die Hoffnung auf Besserung ist da. Und Ihr Text könnte ein Anfang sein.

  • #5

    frodo (Mittwoch, 13 Dezember 2017)

    Sehr geehrter Herr Dr. Wiarda,
    herzlichsten Dank für Ihre Mühen und Recherchen!

    @Egal:

    Bade ist ist schlicht eine Fehlbesetzung. Er repräsentiert weder die Intereßen der Hochschulen noch die seines Ladens. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig von ihm hintergangen. Statt an einem Strang mit seinen Kolleginnen und Kollegen zu ziehen führt er lieber Grabenkämpfe aus. Kommunikation zwischen der Stiftung in Dortmund und Berlin wird durch den Entwicklungsleiter unterbunden. Die Personalfluktuation bei der Stiftung ist Indiz dafür.

    Was die ITSO betrifft, muß man wissen, daß sie sich viel stärker aktiv integriert als es der Stiftung (außer Bade) lieb ist. Der genannte ITSO-Mitarbeiter in der IT-Entwicklung der Stiftung in Berlin ist weiterhin bei der ITSO angestellt und sorgt dafür, daß Aufgaben der Stiftung schön teuer durch die ITSO erledigt und abgerechnet werden. Von wegen "keinerlei Budgethoheit".
    Kurz und knapp: Vetternwirtschaft auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler!!!!

  • #6

    Kant (Mittwoch, 13 Dezember 2017 20:50)

    Mit Spannung habe ich Ihren Artikel gelesen und bin komplett fassungslos. Die Zeit ist nun wirklich reif für weitreichende Konsequenzen. Die Politik muss endlich handeln und diesen Maschenschaften einen Riegel vorschieben. Hoffentlich trägt Ihre unermüdliche Arbeit bald Früchte und andere Medien (Tageszeitschriften, Nachrichtensender) nehmen Ihren Appell auf. Die Menschen müssen informiert und aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden!

  • #7

    Kollega (Mittwoch, 13 Dezember 2017 23:12)

    Sehr geehrter Herr Wiarda,



    es freut mich sehr, dass Sie sich so engagiert für hochschulstart.de interessieren. Ich frage mich nur, welche Ziele Sie mit dieser tendenziösen Darstellung verfolgen. Die Stiftung leistet gute Arbeit, und die Darstellung unseres Chefs ist Rufmord. Man muss seinen Chef nicht lieben, aber die Leistungen sollte man anerkennen: Ich habe noch nie so einen fairen und den Mitarbeitern zugewandten Chef erlebt. Ohne seinen Einsatz wären wir längst nicht so weit, wie wir sind. Ich glaube, hier die Meinung der allermeisten meiner Kollegen wiederzugeben. Das sollte wohl auch mal gesagt werden.

  • #8

    @ Kollega (Donnerstag, 14 Dezember 2017 07:33)

    Oh, Herr Bade meldet sich selbst zu Wort...

  • #9

    Nutzer (Donnerstag, 14 Dezember 2017 07:33)

    Sehr geehrter Herr Wiarda,
    dass es bei einem so komplexen Verfahren wie der Studienplatzvergabe mit so vielen Beteiligten - und da spreche ich nicht nur von 16 Bundesländern sondern auch von den Hochschulen bei denen es manchmal eben schwer fällt sich auf Neues einzustellen. Die Stiftung und in Person den Geschäftsführer Dr. Bade an den Pranger zu stellen halte ich schlichtweg für bodenlos. Es ist immer einfach für ein Versagen einen Schuldigen auszumachen. Ich als Hochschulvertreter kann Ihnen nur sagen und mich damit Kollega anschließen - ohne Dr. Bade und eine Mitarbeiter*innen wäre das Verfahren noch lange nicht dort wo wir jetzt sind. Ich habe Dr. Bade immer als sehr kompetent erlebt, der seine Arbeit versteht. Ich möchte nicht mit ihm tauschen und habe höchte Achtung vor ihm.

  • #10

    HS-Nutzer (Donnerstag, 14 Dezember 2017 07:54)

    Die SfH leidet unter ihrer Leitung. Gerade im Dialog mit den Universitäten sind die "normalen" Mitarbeiter deutlich angenehmer als die Leitung. Das Auftreten der Leitung war in den letzten Jahren hingegen eher von Überheblichkeit und Desinteresse geprägt. Und wirkliches Verständnis für die Interessen der Unis hat die Leitung nie gehabt- was "normale" SfH-Mitarbeiter auch unter der Hand immer wieder bestätigen.

  • #11

    Jan-Martin Wiarda (Donnerstag, 14 Dezember 2017 09:38)

    Liebe Leserinnen und Leser,

    ein Hinweis in eigener Sache: Ich erhalte heute Morgen zum Teil vom Ton her unangemessene anonyme Kommentare, die ich in dieser Form nicht veröffentlichen werde. Ich bitte Sie alle um die nötige Sachlichkeit selbst bei diesem schwierigen Thema.

    Auch bitte ich diejenigen, die eine andere Sicht auf die Stiftung und ihre Arbeit haben, diese sehr gern zu äußern, jedoch das Raunen über die angeblichen Ziele meiner "tendenziösen Berichterstattung" einzustellen. Es ist an der Zeit, die Missstände um die Stiftung für Hochschulzulassung aufzuarbeiten und diesen Prozess von außen journalistisch zu begleiten. Dabei müssen sich Personen, die seit Jahren Verantwortung tragen, auch Kritik an ihrer Arbeit gefallen lassen.

    Mit besten Grüßen
    Jan-Martin Wiarda

  • #12

    Ebling (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:10)

    Für mich ist es kein Vorteil des Internets, dass man anonym und damit ohne weitere Konsequenzen denunzieren kann, wie dies leider einige der Kommentatoren genüsslich tun.
    Und es ist immer wieder leicht wie der Blogger den Finger von außen in die Wunde zu legen und all das, was man – auf welchem Weg auch immer – an mehr oder weniger richtigen Informationen erhalten hat, zulasten einer einzelnen Person, hier des Geschäftsführers der Stiftung, zu verwenden.

    Daher sollte, siehe den Kommentar von Frodo, bei allem Verbesserungsbedarf innerhalb der Stiftung, der Blick auf die eigentlichen Probleme und deren Historie gerichtet werden. Frodo spricht dies zu Recht an und sogar im Blog finden sich Aussagen hierzu (der Berichterstatter Scholz spreche von einer "erheblichen Mitschuld der Wissenschaftsministerien der Länder").
    Vor diesem Hintergrund machen es sich sowohl der Blogger als auch die meisten Kommentatoren recht - und nach meiner Einschätzung zu - einfach, wenn sie allein den Geschäftsführer für das Nichterreichen bestimmter Ziele verantwortlich machen.

    Wenn man selbst im Hochschulbereich gearbeitet hat, weiß man, wie anstrengend und auch inhaltlich problematisch Abstimmungen mit maßgeblichen Gremien, in denen Vertreter unterschiedlichster Interessen tätig sind, sein können.
    Anders als der Blogger – der nicht in der Stiftung tätig ist, aber den Anschein erwecken möchte, er kenne jedes (insbesondere für den Geschäftsführer negative) Detail - kann ich von außen keine alles umfassende objektive Beurteilung der dort geleisteten Arbeit abgeben und möchte mir daher auch kein objektives Urteil zubilligen.

    Zugegebenermaßen: Herr Dr. Bade ist nicht stromlinienförmig, wie dies vielleicht politisch korrekt wäre, sondern geht seinen geraden Weg, auch wenn dies mit Schwierigkeiten verbunden ist. Und auch hier gilt gilt der Satz eines ebenfalls Unbequemen "everybody's Darling ist everybody's Depp". Das kann aber nicht das Ziel sein.

    Allein schon deswegen sollte Bade im Interesse der Hochschulen und gerade der Studierenden uneingeschränkte Unterstützung der Länder und hier insbesondere der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker bei der Lösung der Probleme, die die Stiftung zu bewältigen hat, erhalten und nicht als Sündenbock herangezogen werden. Damit würden es sich die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker zu einfach machen – auch wenn dies vielleicht opportun sein mag.
    Schließlich ist das Wohl der Hochschulen und der Studierenden höher einzuschätzen als die aufmerksamkeitsheischende einseitige Berichterstattung eines Bloggers und anonyme ehrabschneidende Kommentare.


  • #13

    Jan-Martin Wiarda (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:17)

    Liebe/r Ebling,

    ich stelle Ihren Kommentar online, auch wenn er wiederum eigentlich bereits jenseits Grenze der Sachlichkeit ist. Eine "aufmerksamkeitsheischende einseitige Berichterstattung eines Bloggers" kann ich ebenso wenig sehen wie eine Zuschreibung der alleinigen Verantwortung zulasten des Geschäftsführers. Im Gegenteil betone ich die Rolle der verschiedenen Beteiligten. Es ist nicht sachdienlich, journalistische Arbeit, die einem nicht passt, als "einseitig" abzutun. Das funktioniert auch als Abwehrstrategie nicht wirklich.

    In diesem Sinne erneuere ich meine Bitte, sachlich zu bleiben.

    Beste Grüße
    Jan-Martin Wiarda

  • #14

    Anonymus (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:18)

    Schade, hätte eine interessante Diskussion werden können. Leider sind persönliche Befindlichkeiten wichtiger als Sachthemen. Vielleicht sollten sich a l l e Beteiligten einmal fragen, warum die Situation dermaßen eskaliert. Es geht schon lange mehr um die Sache, sondern wie kann den Gegner möglichst schlecht darstehen lassen. Hier sind alle gefragt und man sollte sich endlich wieder den Sachthemen widmen und nicht ständig Forderungen aufstellen, die so nicht erfüllbar sind. Aber Politiker und Funktionäre leben in ihrer eigenen Welt, fernab der Realität.

  • #15

    Thomas (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:22)

    Ich kann den Kommentar von Ebling nur voll und ganz unterstützen. Allerdings ein kleiner Kommentar sei noch erlaubt: in diesem Land herrscht meiner Meinung nach freie Meinungsäußerung. Dann muss man es auch als Blogger akzeptieren, wenn vielleicht nicht so freundliche Gegenkommentare zur eigenen Berichterstattung gepostet werden. Die einfach so zu selektieren, halte ich persönlich für fragwürdig!

  • #16

    Jan-Martin Wiarda (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:26)

    @Thomas: Seien Sie versichert, dass ich alle halbwegs sachlich vorgetragenen Meinungsäußerungen veröffentliche. Unangemessene und Personen beleidigende Kommentare hingegen nicht.

  • #17

    Bunke (Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:47)

    Herr Bade hat Hochschulzulassung nie als Geheimsache behandelt. Vielmehr hat er seine Vorstellungen immer wieder in Fachzeitschriften publiziert. Es wäre nützlich, im Blog eine Sammlung einschlägiger Links zusammen zu stellen, damit Leserinen und Leser die authentische Position des Angegriffenen erkennen können. Da käme dann - für viele überraschend - eine Zielsetzung zum Vorschein, die sich an der Lebenswelt von rund 500.000 jungen Menschen orientiert. Leider wurden Bades Vorstellungen von Hochschulvertretern und Landespolitikern weder innerhalb noch außerhalb der Stiftung je aufgegriffen. Eine öffentliche Diskussion von Bade mit Wiarda und je einem Vertreter von HRK und KMK fände ich spannend. Ein neutraler Journalist könnte sie leiten.

  • #18

    EmCe-Teil1 (Donnerstag, 14 Dezember 2017 12:47)

    Lieber Herr Wiarda,
    sie kratzen viele Themen an und formulieren sie so, dass es jemandem, der nicht tagtäglich / persönlich mit Hochschulen, den Softwarehäusern oder der SfH zutun hat, sie leicht missverstehen könnte. Ob dies Berechnung, Absicht oder Zufall ist, lass ich mal dahingestellt.
    Dazu ein paar Punkte:
    Sie schreiben, dass es mit dem achsotollen DOSV keine wartenden Bewerber mehr geben würde, die ggf. leer ausgehen oder erst nach langwierigen Nachrückverfahren endlich zum Zuge kommen. Sie schreiben jedoch mit keinem Wort über die bisherigen Erfahrungen von teilnehmenden Hochschulen und beispielsweise von der Tatsache, dass auch nach "erfolgreicher DOSV-Teilnahme" die Hochschulen die Studiengänge halb voll von der SfH zurück erhalten, trotz K1, K2 und Clearing. Also schließen sich trotz des DOSV weitere Verfahren an, ob lokale Nachrückverfahren oder hochschulinterne Lose auch nach dem zentralen Clearing/Losen der SfH - Sinn macht das alles nicht.

    Sie schreiben, das die Mehrfach-Studiengänge immer noch nicht "rund laufen" - Ursachen lassen Sie unbeachtet. Haben Sie sich bei der SfH erkundigt, wo hier die Probleme liegen? Haben Sie sich bei den Hochschulen erkundigt, weshalb die Logik, so wie dort z.B. Lehramtsstudiengänge/-plätze vergeben werden und NCs beantragt wurden, so von der SfH mit keinerlei Entgegenkommen eine technischen Realisierung erfährt?
    Sie schreiben nicht über die trägen DOSV-Zeitpläne, die den Großteil der Hochschulen fast zum verzweifeln bringen, die seit Anbeginn des DOSV in der Kritik stehen und an denen bislang keinerlei Veränderungen vorgenommen wurden. Sie schreiben nicht über den Umgang der SfH mit Anforderungen oder konkreten Hinweisen von Hochschulvertern auf vorhandene Fehler. Sie schreiben nicht davon, wie die SfH (insbesondere Hr. Bade) in offenen Runden wie bspw. der DOSV-Nutzertagung auf solche Anforderungen eingegangen oder vielmehr nicht eingegangen ist. Und da sprechen wir nicht von "ich möchte einen grünen Button statt einen blauen" sondern von den Hochschulen (teils in extra dafür organisierten Runden) sowohl organisatorisch als auch technisch gut begründeten Anforderungen, die nicht nur die Arbeit mit dem DOSV erleichtern würden, sondern auch die Wirksamkeit und Akzeptanz in nicht unerheblichem Maße steigern würden. Diese Anforderungen wurden neben der SfH auch den zuständigen Gremien / Ministerien zugeleitet. Null Resonanz. Auf der Nutzertagung hört man dann stattdessen auch noch... "Weiterentwicklungen auf Basis von DOSV 1.0 (Fehlerkorrekturen, Anpassungen, Verbesserungen von Usibility...) finden nicht mehr statt, Prio hat jetzt DOSV 2.0 und Mehrfach-BA" - diese wiederum kriegt man nicht hin, also gibt es neben der Nicht-Weiterentwicklung von 1.0 und einem gescheiterten 2.0 - was?! Nichts.

    Sie schreiben aber über das "jüngste Fiasko" - unbeachtet lassen Sie leider (was ich fast noch am schlimmsten finde), dass die SfH und (!) die Ministerien in den letzten Jahren nicht mal eine Vollabdeckung der Einfach-Bachelor hinbekommen, die weiteren Vorhaben wie DOSV 2.0 (Intergration Medizinerverfahren) und Einbindung Lehramts-/Mehrfach-BA vollkommen scheitern und man nichts besseres im Sinn hat (weil man sonst nichts positives zu vermelden hat), die Hochschulen auch noch aufzufordern ihre zulassungsFREIEN Studiengänge in das eh mit Unterlast fahrende DSOV einzubetten. Da wo der Busch richtig brennt (tausende von Lehramtskombinationen an verschiedensten Standorten sowohl die alleine schon bei Klageverfahren hart umkämpften Mediziner-Plätze und abgelehnte 1,0er Bewebrer) ....das kriegt man alles nicht auf die Kette und da fällt einem aus der Not heraus nichts anderes ein, dass eine Hochschule jetzt den NC-freien BA Japanologie in ein komplett überdimensioniertes Verfahren einzubauen. Da fällt es einem doch schwer ernst zu bleiben. Da fehlt nur noch der Bachelor SemesterTicket, aber auf diesen Sommer-/Winterlochzug sind bislang gottseidank noch nicht aufgesprungen.
    Haben Sie sich mit bestehenden Mitarbeitern oder ehemaligen (was sich bald ja fast zahlenmäßig die Waage halten dürfte) SfH Kollegen unterhalten? Hier ist von Fluktuation die Rede, wurde mal hinterfragt, weshalb diese Kollegen gegangen sind, die über Jahre gute Arbeit geleitet hatten? Alleine die Führungsebenen unterhalb Dr. Bades ist in den letzten 2-3 Jahren nahezu ausgetaucht, da hat die Alleinherrschaft und das Hinwegsetzen über Recht&Gesetz oder auch alleine ein menschliches Verantwortungsbewußtsein natürlich überhaupt nichts mit zutun. Aber das führt hier zu weit...

    Sie schreiben außerdem von Software Wildwuchs und Chaos bei den CM-Systemen. Und dass so viele Unis solange an den alten HIS Varianten herumgeschraubt hätten, dass es somit nicht mehr DOSV-kompatibel ist - ich habe keine Ahnung, wo diese Märchen her stammen. Hätten Sie sich mit Hochschulvertetern unterhalten, könnten Sie die Lage durchaus besser einschätzen...

  • #19

    EmCe-Teil2 (Donnerstag, 14 Dezember 2017 12:48)

    ...Die Hochschulen haben seit Langem das Recht, zu entscheiden, mit welchem CM-System sie den gesamten StudentLifeCycle bedienen wollen. Und diese Entscheidung treffen sie frei und selbstständig für oder gegen die HIS. Weil die Hochschulen von ihrem Recht Gebrauch machen, sich zu kaufen, was sie wollen, kann in keinster Weise die Rede von Chaos oder Wildwuchs sein, sondern einfach das Gesetz des Marktes und der Produkte. Und da setzen sich die einen durch und die anderen nicht. Wieso fragen Sie nicht mal Hochschulen, welche Probleme sie haben um mit alter HIS Software und dem Converter der SfH am DOSV teilzunehmen? Wieso hören sie sich nicht an, wie man von den Kollegen in den Hochschulen erwartet in einem Massengeschäft von Zulassung über die unhandlichen Anwendungen eines Not-Converters CSV Dateien per Hand von links nach rechts zu schieben - was fast undenkbar ist. Wieso hören Sie sich nicht an, wie andere Hochschulen (ob mit neuem HIS oder Konkurrenz Produkten) über ihre durchaus erfolgreiche/unproblematische DOSV-Teilnahme berichten? Wieso fragen Sie nicht mal die Hochschulen, die vom alten HIS auf die vermeintlich bessere Alternative eines Anbieters aus der Schweiz oder aus Hamburg gewechselt sind, um nach 1-2 Jahren Projekt und verbranntem Geld dieses zu canceln und zurück zur HIS zu "kriechen".
    Hochschulen, egal ob mit 5.000 oder 42.000 Studierenden, gehen Projekte an, um auf 5-10 Jahre hinweg ein CMSystem anzubinden und die alten Daten zu migrieren, dort ist Geld im Umlauf, was ein klein wenig über eine MS-Office-Installations-CD hinausgehen wird - da halte ich es für eines der größten Ammenmärchen, dass das Ziel der KMK AG sein soll, "wir zwingen alle Hochschulen zu einem gemeinsamen / technisch einheitlichen Produkt". Diese Annahme ist völlig utopisch und nicht umzusetzen. Und auch das kommende Hochschulgesetz hier in NRW wird mit Sicherheit diese Option nicht mal andenken...
    Zuletzt noch ein Punkt zu Ihrem letzten Absatz: ...dass die künftige Koordination überflüssige Bewerbungen überall im Land verhindern würden. In den Anfängen des DOSV war mal im Gespräch, wovon heute niemand mehr etwas hören/wissen will: den Voll-Service. Bislang liefern Hochschulen ausschließlich Ranglisten an die SfH, wie diese Listen zustande gekommen sind, ist rein Sache der Hochschule. Alleine bei den (zahlenmäßig zwar geringeren aber umso aufwendigeren Prüfungen der) Sonderanträge jedoch multiliziert sich der Aufwand an den Hochschulen. Ein Bewerber, der z.B. Soziale Arbeit studieren will nutzt das DOSV. Nun will er jedoch z.b. eine bevorzugte Zulassung beantragen, oder nachweisen, dass er zum OlympiaKader gehört oder aber er stellt einen Antrag auf außergewöhnliche Härte oder einen Nachteilsausgleich... in all diesen Fällen müsste er diese Anträge an jeder einzelnen Wunschhochschule separat stellen, also n-fach Kopien, n-fach amtliche Beglaubigungen, n-fach Porto bezahlen... und die jeweiligen Kollegen an den Hochschulen prüfen allesamt den gleichen Fall, mit den gleichen Unterlagen - völlig sinnfrei. Auch der Wunschgedanke, eine besondere Härte würde an allen beteiligten Hochschulen gleichermassen abgelehnt oder genehmigt löst sich damit in Luft aus. Der damalige Gedanke war, ich meine man hatte so um die 20Euro veranschlagt, dass eben diese Arbeit die SfH machen könnte, um eben auch dieser (ausnahmsweise mal sinnvollen Stelle) zu unterstützen und das über Jahrzehnte erarbeitete KnowHow aus den alten Verfahren einfliessen zu lassen. Wenn man jetzt aber bereits sieht, dass schon das Regel-DOSV so nicht läuft, da wundert es natürlich auch nicht, dass über solche Themen schon gar nicht mehr diskutiert wird.
    Fazit: Meine Wahrnehmung ist hier, dass - aus welchem Grunde auch immer - in ihrem Artikel zwar viele Themen zwar angerissen aber nicht ausreichend beleuchtet/beantwortet werden und zum anderen ein unterschwelliger Anti-HIS / Anti-Bade Ton dazu führt, ein bestimmtes Meinungsbild zu verteten. Wenn Sie, wie sie aufgeführt haben, durchaus einen journalistischen Anspruch an ihre Arbeit/Texte haben, dann würde ich auch erwarten, dass Sie etwas darstellen und dem Lesen nicht von hinten herum ihre Meinung vermitteln - so nach dem Motto, ach was ich schon immer sagen wollte, die alte HIS muss genauso weg wie Bade.
    ...wenn ich mich täusche, um so besser. Das Thema wird uns auf jeden Fall noch weiter beschäftigen, ob wie bei mir eher aus Hochschul-/Anwendersicht oder auch rein privat aus Steuerzahler-15Mio-verbrannt-und-keiner-will-schuld-sein-Sicht.

  • #20

    Jan-Martin Wiarda (Donnerstag, 14 Dezember 2017 13:04)

    Liebe/r EmCe,

    vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir noch einmal deutlich macht, wie überfällig eine ausführliche Berichterstattung zu dem Thema ist. Sie haben Recht, dass ich in meinem bereits sehr umfangreichen Artikel viele Themen und Sachverhalte nur anreißen konnte und womöglich dabei auch welche, die es verdient gehabt hätten, nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Darum freue ich mich, dass Sie viele Punkte ergänzen, die ich mir sicherlich noch einmal genauer anschauen werde. Bzw: Viele der Punkte, die Sie aufwerfen, habe ich in meiner jahrelangen Berichterstattung zum Thema bereits ausführlich behandelt, was sie nicht unwichtiger macht.

    Der Reformbedarf in Sachen SfH ist gewaltig, und ich hoffe, dass die Politik sich jetzt bewegen wird. Was "die alte His" angeht: Das sehe ich gar nicht so. Ich denke nur, dass es dringend einen Lösungsansatz geben muss, der den (nicht genuin von der His verantworteten) Wildwuchs (und das halte ich aufrecht) bei den Software-Lösungen eindämmt. So lese ich auch die Umfrageergebnisse des Brandenburger Wissenschaftsministeriums.

    Beste Grüße
    Ihr Jan-Martin Wiarda

  • #21

    Frage (Donnerstag, 14 Dezember 2017 14:47)

    Eine Frage an Herrn Wiarda: Wer war denn eigentlich dafür verantwortlich, dass das über Jahrzehnte gut funktionierende ZVS-Verfahren (Auswahlverfahren und Verteilungsverfahren) abgeschafft wurde? Habe damals selbst meinen Studienplatz darüber bekommen und die spätere Entwicklung nicht mehr verfolgt.

  • #22

    Really Nobody (Donnerstag, 14 Dezember 2017 19:45)

    Äußerst interessant und sehr informativ, für eine/n Beschäftigte/n der SfH, diesen Bericht und all die Kommentare zu lesen - das ganze Ausmaß des Wahnsinns bekommt man im Arbeitsalltag zwar täglich zu spüren, aber die Gedanken, die um das alltägliche Chaos kreisen, gepaart mit der ständigen Überlegung, es der kompletten mittleren, äußerst kompetenden Führungsebene der vergangenen zwei Jahren besser gleichzutun und das Beschäftigungsverhältnis beenden/lassen (der verbliebenen Inkompetenz würde dies natürlich niemals in den Sinn kommen), kann man selbst gar nicht so konkret in der Form auf den Punkt bringen. Nachdem sich nun jedoch alle über alles und jeden ausgelassen haben - gibt es irgendwelche konkreten Lösungsvorschläge für die momentane Situation? Konkrete Lösungen wären ertragreicher als das ausschweifende Herumkritisieren sowie Schuldzugeschiebe, was in der Form bis in die Unendlichkeit fortgesetzt werden könnten...gäbe es nicht beispielsweise eine bessere Firma als die ITSO, welche beauftragt werden könnte, die paar IT-Probleme in den Griff zu kriegen? Kaum vorstellbar, dass das in der heutigen Zeit soo schwer sein soll...denn die Grundidee des Ganzen finde ich nach wie vor sehr erstrebenswert: nur ein Studienplatz pro Bewerber in Deutschland - ein Traum für alle Beteiligten: Bewerber, Bewerbereltern, Hochschulmitarbeiter, Stiftungsmitarbeiter, Politiker & Journalisten!

  • #23

    XXL (Freitag, 15 Dezember 2017 07:51)

    Die Tatsache, dass bereits 2010 das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium mit juristischen Winkelzügen versucht hat, den Stelleninhaber aus dem Amt zu drängen, daß er aber dennoch als Geschäftsführer der Stiftung einstimmig gewählt wurde, spricht wohl kaum gegen den Stelleninhaber.
    Es nährt aber den Verdacht, dass vorrangig anderweitige Interessen bei der Stellenbesetzung wie auch in Bezug auf die laufende Arbeit die entscheidende Rolle spielen.
    Bleibt nur zu hoffen, dass ernsthafter, an Fakten orientierter Journalismus, nicht tatsächlich durch unterstellende Polemik ersetzt wird.

  • #24

    @xxl a.k.a UB (Freitag, 15 Dezember 2017 08:53)

    Diese "Tatsache" spricht vor allem für das Intrigenspiel des Stelleninhabers. Die Zahl der juristischen Auseinandersetzungen spricht ja Bände - ebenso die Art, wie der Stelleninhaber ins Amt gekommen ist.

  • #25

    Sonne (Freitag, 15 Dezember 2017 09:41)

    Sehr geehrter Dr. Bade,
    nachdem ich nun diesen Blog-Eintrag selbst gelesen haben kann ich ihre kleinen persönlichen Ausfälle auf der "Weihnachtsfeier" zum Eintrag nicht mehr nachvollziehen. Herr Wiada sagt sicher ein paar kritische Dinge aber die sind ja auch nicht nur gegen sie gerichtet. Und die Kritik an der Arbeit von ihnen ist auch nicht ganz falsch und ich fände es gut, wenn sie neben den persönlichen Angriffen gegen ehemalige Kollegen und Herrn Wiada auch sachliche Argumente erzählen könnten. Entweder intern oder eben auch hier, damit man sich ein sachliches Bild machen kann.
    wenn man jedoch ihre Darstellung auf der "Weihnachtsfeier" mit dem hier geschriebenen vergleicht dann bleibt zumindest bei mir das Gefühl das sie bewusst keine sachlichen Argumente vorbringen wollen weil die im Blog-Eintrag geschriebenen Dinge doch nicht so falsch sind.

  • #26

    Personalrat (Freitag, 15 Dezember 2017 12:18)

    Sehr geehrte Mitschreiber, sehr geehrter Herr Wiarda,

    hinsichtlich der positiven Ansätze und der konstruktiven Kritik bedanken wir uns bei denen, die sich unterstützend mit der Thematik „Hochschulstart.de“ auseinandersetzen.
    Leider halten sich jedoch diese positiven Ansätze innerhalb dieses Blogs und den anhängenden Kommentaren in Grenzen und aus der Sicht des Personalrats zielen die Inhalte viel zu sehr darauf, ein bestimmtes Ergebnis herbeizuführen. Darüber hinaus halten wir einen Journalistenblog für den falschen Ort, um solche Inhalte zu besprechen. Die Personalversammlung oder persönliche Gespräche wären aus Sicht des Personalrats adäquate Möglichkeiten.
    Dem Personalrat ist daran gelegen, dass alle Beteiligten sich hinterfragen, denn am Ende des Tages haben die Gremien der SfH, die zuständigen Ministerien und auch noch weitere, bisher nicht genannte Protagonisten die Entscheidungen getroffen und mitgetragen (oder haben geschwiegen!). Die Geschäftsführung hat in diesem Spiel nur einen sehr beschränkten Spielraum. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass alle genannten „Mitspieler“ das politische Spiel bestens beherrschen. Leider betont der Verfasser des Blogs mit der Aufforderung etwas „aufzuklären“ (diese Absicht kommt als Intention sicher zur kurz) und die Fokussierung, gespickt mit Zitaten, auf die mögliche Ablösung der Geschäftsführung eine Perspektive deutlicher. Hierdurch werden die anderen Verantwortlichen, zu denen auch z.B. ehemalige Beschäftigte oder Dienstleister gehören, in den Hintergrund geschoben und der Eindruck einer übermächtigen Geschäftsführung erweckt. Dem ist sicher nicht so. Vielmehr haben es die Beteiligten versäumt, offen und ehrlich aufeinander zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Ein Ansatz von Herrn Wiarda, der auch vom Personalrat verfolgt und begrüßt wird. So hat der Personalrat vor einiger Zeit vorgeschlagen, sämtliche Beteiligten an einen Tisch zu holen. Ein ungewöhnlicher Vorschlag und sicher nicht der formellen Etikette entsprechend. Allerdings möchte der Personalrat ungewöhnliche Wege gehen. Denn leider haben die bisher eingeschlagenen Pfade nicht immer zum Ziel geführt. Entweder haben wir von den beteiligten Institutionen hierzu keine Rückmeldung bekommen oder wurde das Angebot des Personalrats nicht weitreichend wahrgenommen.
    Die Sorge und das Interesse, die das Handeln des Personalrats bestimmt, gilt vor allem zwei Interessengruppen: dem Personal der SfH und den Bewerbern. Wir möchten uns ausdrücklich über eine öffentliche Zurschaustellung von Personen (wie in einigen Kommentaren geschehen) und damit verbundenen Darstellungen, die allenfalls Teilwahrheiten beinhalten oder nur sehr einseitig kommentieren, verwehren.
    Wir sind der Meinung, dass guter Journalismus Missstände ansprechen und Fragen stellen sollte, aber nicht mit aus dem Zusammenhang gerissenen Sachverhalts- und Personendarstellungen. Ebenso ergeht es uns mit einigen Kommentaren. Zudem ist nicht auszuschließen, dass bei all diesen Dingen persönliche Vorbehalte und alte Rechnungen eine Rolle spielen. Der Personalrat hat die Aufgabe, Schaden von seinem Personal abzuwenden. Zu dem zu schützenden Personal zählt in diesem Kontext auch der Geschäftsführer. Wir nehmen an dieser Stelle absichtlich keine Bewertung der Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung vor, da wir großen Wert darauf legen positive wie negative Aspekte in der Zusammenarbeit miteinander (in unseren regelmäßig stattfindenden Besprechungen) konstruktiv zu besprechen, denn das bedeutet für uns vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Der Personalrat der SfH

  • #27

    Jan-Martin Wiarda (Freitag, 15 Dezember 2017 22:56)

    Auch wenn ich dem Personalrat in seiner Einschätzung von außen betrachtet nur teilweise zustimmen kann, möchte ich seine Wortmeldung zum Anlass nehmen, die Diskussion an dieser Stelle zu schließen. Ich denke, die verschiedenen Positionen und Sichtweisen vor allem innerhalb der Stiftung sind deutlich geworden. Leider konnte ich eine Reihe von Kommentaren wegen der darin enthaltenen Unterstellung niederer Motive oder sonstiger persönlicher Herabsetzungen verschiedener Personen (einschließlich meiner selbst) nicht freischalten, was mir nie zuvor in diesem Blog passiert ist. Insofern bedaure ich die Diskussionskultur an der Stelle ein wenig. Ich werde die weitere Entwicklung in der Stiftung und um die Stiftung natürlich journalistisch weiter begleiten. Wenn mir die harte und unversöhnliche Diskussion zwischen verschiedenen Kommentatoren, die teilweise KollegInnen in der Stiftung zu sein scheinen, anschaue, wird mir noch einmal bewusst, wie tiefgreifend die Krise der SfH tatächlich ist.