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Irgendwann kommen nur noch die Graubärte rein

Morgen entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Zukunft des Numerus Clausus. Ein totaler Systemwechsel ist möglich – aber unwahrscheinlich.

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Artikelbild: Irgendwann kommen nur noch die Graubärte rein
Foto: pixabay/geralt

WER ARZT WERDEN will und keine 1,2 (besser eine 1,0) im Abi anpeilt, sollte viel Zeit mitbringen. Bis zu 15 Semester müssen Schulabgänger warten, um einen Medizin-Studienplatz zu ergattern. „Irgendwann kommen nur noch die Graubärte rein“, sagt Ferdinand Kirchhof.

Schon dass jemand wie Kirchhof einen solchen Satz sagt, lässt aufhorchen. Er ist Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, und das befasst sich seit Oktober mit den Folgen seiner eigenen Rechtsprechung. An einem Sommertag im Jahr 1972 entschieden Kirchhofs Vorgänger: Weil das Grundgesetz die freie Berufswahl garantiert, muss jeder Mensch, der die Fähigkeiten dazu hat, auch studieren können, was er oder sie will. Der Staat müsse dafür sorgen, indem er die Plätze schafft und, wenn sie einmal zu knapp werden, ihre faire Verteilung organisiert. Der „Numerus Clausus“ (NC) war geboren, und die Argumentation der damaligen Verfassungsrichter zeigt: Eigentlich sollte er die große Ausnahme bleiben.

Tatsächlich wurde aus dem Notbehelf der Normalfall. Derzeit konkurrieren 62.000 Bewerber um 11.000 Plätze, ein Verhältnis von fast 6 zu 1. In den Neunzigern lag es bei 2 zu 1. Und so ...

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Kommentare

#2 -

Volkhard Fischer | Fr., 22.12.2017 - 10:44
Herr Achelpöhler argumentiert ähnlich schräg wie Herr Montgomery bzgl. Des Masterplans Medizin. Die Anzahl der Medizinstudienplätze richtet sich nämlich im Kern nach der Anzahl der Patientenstunden, die für den Unterricht zur Verfügung stehen, nicht nach dem Personal.

#3 -

Wilhelm Achelpöhler | Do., 08.03.2018 - 12:13
Die Anzahl der Medizinstudienplätze richtet sich im vorklinischen Abschnitt des Studiums nicht nach der Zahl der Patienten. Das gilt nur für den klinischen Abschnitt des Studiums und dann auch nur dann, wenn es bei den Patienten einen Engpass gibt. Ein solcher Engpass entsteht z.B. wenn eine Abteilung aus der Universitätsklinik ausgegliedert wird. Dann soll die Patientenzahl anders berechnet werden und allein wegen der anderen Berechnung sinkt die Zahl der Studienplätze.

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Seit 20 Jahren beschäftigte ich mich mit Hochschulen, Bildung und Wissenschaft. Viel ist passiert in dieser Zeit, vieles davon durfte ich als Journalist begleiten. Der Blick zurück zeigt, wie aktuell einige meiner Themen von einst geblieben sind – obwohl sich fast alles verändert hat. Machmal allerdings auch, weil sich fast gar nichts verändert hat. Der 10. Teil einer Serie.