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Keine gerechten Prüfungsbedingungen

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien will wegen Corona sämtliche Abschlussprüfungen streichen – auch beim Abitur. Im Interview sagt sie, was das für die Schüler bedeutet – und warum die anderen Kultusminister es ihr gleichtun sollten.

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Artikelbild: Keine gerechten Prüfungsbedingungen

Karin Prien (CDU) ist seit 2017 Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Foto: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Frau Prien, wird es in diesem Jahr in Schleswig-Holstein ein Abitur geben?

Aber natürlich wird es das. Es wird ein Abitur geben, es wird auch einen Mittleren Schulabschluss (MSA) geben und einen Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA). Sie werden voll gültig sein, die Schülerinnen und Schüler müssen sich da keine Sorgen machen.

Allerdings haben sie als erste Kultusministerin bundesweit vorgeschlagen, wegen der Coronakrise sämtliche Abiturprüfungen abzusagen. Auch die Prüfung zum MSA und zum ESA, der dem ehemaligen Hauptschulabschluss entspricht, sollen entfallen. Der Kabinettsbeschluss soll noch diese Woche kommen.

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler haben das Anrecht auf eine klare Ansage. Am Freitag beginnen bei uns in Schleswig-Holstein offiziell die Osterferien, und direkt im Anschluss, vom 20. April an, würden die Abschlussprüfungen überall im Land starten. Keiner weiß heute, wie dann die Pandemielage in Deutschland aussieht. Aber eines ist absehbar: Selbst wenn die beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen ...

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Kommentare

#1 -

Edith Riedel | Di., 24.03.2020 - 23:11
"Zwei Drittel der fürs Abitur relevanten Leistungen haben unsere Schülerinnen und Schüler längst erbracht in der Qualifikationsphase, also den letzten beiden Schuljahren. Jetzt geht es darum, eine geeignete Formel zu finden, mit der wir die vorhandenen Leistungen auf die Abschlussnote umrechnen werden. "



Da fehlt dann ein Drittel der Leistungen. Gerade das Drittel der Leistungen, bei dem man zumindest noch im Ansatz von einer standardisierten Leistung sprechen kann. Eine Vergleichbarkeit mit anderen Abschlussjahrgängen ist nicht gegeben. Die Hochschulen werden sich "freuen", Abiturienten zu bekommen, die weder die Prüfungssituation des Abiturs noch die Vorbereitung darauf durchlaufen haben (dabei lernt man unheimlich ...

#2 -

Thomas Oerder | Mi., 25.03.2020 - 13:59
Um die Ministerin beim Wort zu nehmen: Wirklich "ungerecht" ist, dass diejenigen, die ihre Prüfungen bereits abgelegt haben, gleich gestellt werden sollen mit denen, die nur eine Teilleistung gebracht haben. Der organisatorische Mehraufwand für die Durchführung der Prüfungen ist offenbar zu stemmen - Hessen macht es derzeit vor.

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