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Wieviel Kontrolle verträgt Wissenschaft?

Milliarden fließen jährlich an Fraunhofer, die Max-Planck-Gesellschaft und Co. Das Zauberwort heißt seit 2005: Pakt für Forschung und Innovation. Aber tun die Forschungseinrichtungen genug für all das Steuergeld?
Screenshot von der BMBF-Website zum Jubiläum des Paktes für Forschung und Innovation.

Foto: Screenshot von der BMBF-Website zum Paktjubiläum.

DAS LOB AUS DEN CHEFETAGEN der deutschen Wissenschaft fiel einhellig aus. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD enthalte ein klares "Bekenntnis zu einem starken Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland", erklärte die Allianz der Wissenschaftsorganisationen vergangene Woche.

Ein Bekenntnis, das erhebliche finanzielle Dimensionen hat, sollte der Vertrag wie angekündigt umgesetzt werden. Bis 2030 sollen die Ausgaben von Wirtschaft und Staat für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Wozu der Bund seinen Beitrag vor allem über die vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) leisten wird.

Schon jetzt erhalten die Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz- und die Leibniz-Gemeinschaft einen garantierten Aufschlag von drei Prozent jährlich, genau wie die DFG, die Forschungsprojekte überwiegend an Universitäten finanziert.

11 Milliarden pro Jahr, 

Tendenz steigend

Zusammengerechnet macht das ein Plus von inzwischen weit über 300 Millionen Euro pro Jahr. Jedes Jahr. So bestimmt es der Pakt für Forschung und Innovation (PFI), den Bund und Länder vor 20 Jahren abgeschlossen und seitdem mehrmals verlängert haben. Demnächst wird im Berliner Futurium Jubiläum gefeiert. Nach 20 Jahren Zuwachs, "Dynamisierung" genannt, überschreiten die jährlichen PFI-Ausgaben für die "Big Five" die Elf-Milliarden-Grenze, wovon der Bund mehr als Drittel trägt.

Und so soll es zur Freude der Organisationen weitergehen. "Wir werden bis 2028 die Weichen für eine dynamisierte Fortschreibung des PFI stellen", steht im schwarz-roten Vertrag und verspricht weitere "Planungssicherheit" für Max Planck und Co. Denn derzeit läuft der ...

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Kommentare

#1 -

silia | Do., 24.04.2025 - 22:03
Die erste Aufgabe dürfte es sein, die Finanzen der o.g. Institutionen wieder in die Balance zu bringen, da der 3% Aufwuchs durch die Inflation der letzten Jahre viel zu wenig ist. Da müsste realistischerweise ein einmaliger "Sonder-Aufwuchs" von 10-15% her.

#2 -

Potsdamer | Fr., 25.04.2025 - 10:09
"Im Gegenzug für all das Geld, so formuliert es das BMBF, erbrächten die Organisationen "nicht nur exzellente Forschung und im Falle der DFG einzigartige Forschungsförderung, sondern verfolgen auch festgesteckte forschungspolitische Ziele"." Hier liegt das Kernproblem des BMBF versteckt: Jeder Mitarbeiter möchte als erfolgreicher Forschungsförderer gelten und redet deshalb die Leistungen seiner Destinatäre schön. Auch Organisationen, die offensichtlich ihre Ziele nicht erreichen (nach Einschätzung unabhängiger Experten) werden "positiv evaluiert" und machen einfach weiter. So unterbleibt die dringend nötige Fehlerkorrektur, die eigentlich eine demokratische Gesellschaft z.B. von Putins Rußland unterscheiden sollte. Es hilft nur eins: Die Vergabe, das Management und die Abnahme ...

#3 -

Roman Held | Mi., 30.04.2025 - 13:42
Dass bei Fraunhofer keine Ruhe einkehrt ist sehr bedauerlich und weniger förderlich in dem derzeit eh schon sehr rauen wirtschaftlichen Umfeld. Herrn Hanselka nun aber auch noch eine Strafanzeige um die Ohren zu hauen, klingt doch eher nach einem Rachefeldzug des düpierten Dresdner Strafverteidigers Wilhelm als nach einer sachlich angemessenen Vorgehensweise. Die verschwenderischen Vorwürfe sind m.E. nicht wirklich von tragender Bedeutung. Aber, sollen die Strafgerichte besser darüber entscheiden. Grundsätzlich sind aber die von Jan-Martin Wiarda dargestellten Sachverhalte schon bemerkenswert und zutreffend. Das BMBF ist nicht in der Lage eine großangelegte strukturelle Neuausrichtung seiner angewandten Forschungseinrichtungen auf den Weg zu bringen, ...

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