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Schonfrist bis Ende 2022

Nach ZIM und AiF die nächste Forschungsförder-Baustelle für das Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck: Mitgliedsinstitute der Zuse-Gemeinschaft haben das Besserstellungsverbot nicht beachtet. Jetzt droht ihnen der Verlust öffentlicher Gelder.

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Artikelbild: Schonfrist bis Ende 2022

Screenshot der Zuse-Website .

DIE AMBITIONEN der Ampelkoalition waren groß. "Unser Ziel ist die Stärkung von anwendungsorientierter Forschung und Transfer zur Schaffung und Stärkung regionaler und überregionaler Innovationsökosysteme", schrieben sich SPD, Grüne und FDP in ihren Vertrag. Und: "Wir stärken und entbürokratisieren die Innovationsförderung und -finanzierung."

Die Realität: Der in Wissenschaft und Startup-Szene als Hoffnungsträger gehypte parlamentarische BMBF-Staatssekretär Thomas Sattelberger (FDP)gab Ende Mai sein Amt ab, die Mittel für die geplante "Deutschen Agentur für Transfer und Innovation" (DATI) haben Finanzministerium und Haushaltsausschuss größtenteils gesperrt – bis zur Vorlage eines "schlüssigen Konzepts". Unterdessen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) nach fast einem Jahr Förderstopp das Zentrale Innovationsprogramm für den Mittelstand (ZIM ) zwar wieder geöffnet – aber mit neuen Zugangsbeschränkungen und Regeln versehen, die in Unternehmen und Forschungsinstituten für Frust sorgen.

Der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) hat das BMWK den Vertrag zur Durchführung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gekündigt und mitgeteilt , dass man die Umsetzung der IGF nach 68 Jahren bei der AiF offen ausschreiben wolle. ...

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Kommentare

#1 -

Klaus Diepold | Mo., 05.09.2022 - 11:36
Meinungsstarke Persönlichkeiten haben in der jüngeren Vergangenheit wiederholt auf die Innovationsschwäche Deutschlands hingewiesen. Diese gälte es zu beseitigen. Richtig.



Scheinbar haben die für die Innovation zuständigen "fetten Katzen" ihren Auftrag unzureichend erfüllt und schreien jetzt auf, dass die Innovation in Deutschland gefärdert sei, wenn Zusegemeinschaft und AiF beschnitten werden sollten. Irgendwie drängt sich einem der Gedanke auf, dass durch einen radikalen Umbau vor allem die Beharrungskräfte (vulgo Trägheit) in Deutschland gefährdet werden.

#2 -

Liberaler | Mo., 05.09.2022 - 16:01
@Diepold

Richtig. Wenigstens räumt das BMWK bei bestehenden, aber erfolglosen Programmen auf. Das BMBF sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Nur markig zu reden wie Th. Sattelberger, in der Tat eine "meinungsstarke Persönlichkeit", reicht eben nicht: Man muß handeln. Wie Amerikaner sagen würden: It's not enough to talk the talk. You've gotta walk the walk.

#3 -

Th. Klein | Mi., 07.09.2022 - 10:32
"Tut das Bundeswirtschaftsministerium mit der neuen Hausleitung unter Robert Habeck (Grüne) also endlich das, was es schon vorher hätte tun sollen."



Dies der Hausleitung zuzuweisen, ist vielleicht etwas voreilig. Was hat der Minister oder seine Staatssekretäre mit diesen Vergabeverfahren zu tun, der Fokus liegt doch (derzeit) ganz woanders. Wer räumt da gerade eigentlich auf? Gibt es dazu Informationen? Gab es auf der Ebene der Abteilungsleitungen eine entsprechende Neubesetzung? Was sind ggf. deren Motive? Dies fände ich spannend zu erfahren.

#4 -

ZIM_Forscher | Do., 08.09.2022 - 12:39
Das ZIM-Programm bedarf unbedingt einer Überarbeitung. In der jetzigen Form ist es Planwirtschaft in Reinform und für kleine, innovative Hochschul-Labore nur mit viel Glück zu bewerkstelligen. Dabei ist es schon bezeichnend, dass man zur Antragsstellung eine externe Unternehmensberatung benötigt, um überhaupt eine Chance zu haben. Die Durchführung selbst ist geprägt durch einen aggressiven „Kasernenton“ gegenüber den Forschenden und „verrückten“, überbürokratischen Forderungen. Es ist schon bezeichnend, wenn Mitarbeitende aus der Hochschulverwaltung die Antragstellenden bitten, nicht nochmal ein ZIM-Projekt zu beantragen.

Die richtig großen Bürokratiemonster (aka „fette Katzen") kommen mit diesem System natürlich gut zurecht und die echten Innovationsträger werden vergrault (ist ...

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