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Das Ende der Sonderkonjunktur

Lange galten sie als hervorragend finanziert. Doch explodierende Energiekosten und hohe Tarifforderungen im öffentlichen Dienst versetzen Helmholtz, Max Planck & Co in Krisenstimmung. Bekommen das besonders die jungen Wissenschaftler zu spüren?

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Artikelbild: Das Ende der Sonderkonjunktur

"Haushaltsengpass vermeiden" : Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam.

Foto: Andreas Schwarzkopf, CC BY-SA 3.0 .

10,5 PROZENT MEHR GEHALT. Ein Mindesterhöhungsbetrag von 500 Euro pro Arbeitnehmer. Und eine Laufzeit von nur zwölf Monaten. So lautet die Forderung der Gewerkschaften, mit der sie in die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gegangen sind. Für viele Beschäftigte ist sie ein Hoffnungsschimmer inmitten von Inflation und Energierekordpreisen.

Diese Woche startet die erste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgeberverbänden, die die 10,5 Prozent bereits als "unrealisierbar" abgelehnt haben. Das ganz normale Spiel in außergewöhnlichen Zeiten?

Wer bei den Chefs der großen außeruniversitären Forschungsinstitute nachfragt, erlebt echte Ratlosigkeit. Wie soll das gehen, fragen sie ­– wenn doch Bund und Länder unsere Etats pro Jahr nur um drei Prozent anheben? Und sie geben sich selbst die Antwort: Nachdem sie alle kurzfristigen Einsparungen wegen der Energiekostenexplosion schon ausgereizt haben, nur mit Stellenstreichungen und kürzeren Vertragslaufzeiten. Was wiederum nur bei den befristet Beschäftigten geht. Bei den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ...

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Kommentare

#1 -

Noch 'ne Hanna | Mo., 23.01.2023 - 12:30
"Nur, dass dieses mit der Wissenschaftsfinanzierung rein gar nichts zu tun hat."



Hier muss ich widersprechen: Im Moment ist das Sonderbefristungsrecht eine riesige, sperrangelweit geöffnete Tür, durch die die Leitungen nur deshalb durchgehen, weil's so einfach ist. Mittlerweile wird die Nutzung des Sonderbefristungsrecht aus Haushaltsgründen zwar kritischer betrachtet als vor #IcchBinHanna, aber spürbare Konsequenzen gibt es immer noch nicht. Das verleitet die Leitungen dazu, diesen Weg zu gehen, statt Alternativen zu prüfen. Knappheit ist nunmal Grundtatbestand, daran kann man nichts ändern. Mehr Geld für die Forschung müsste bei anderen Aufgaben abgezogen werden, was zu demokratischen Verwerfungen führen kann: Ich persönlich ...

#2 -

Ursula Droper | Mo., 23.01.2023 - 15:08
In Deutschland werden durch redundante F&E u.a. Zentren, z.B. Batterie oder grüner Wasserstoff usw. Unsummen an Steuergeldern jedes Jahr doppelt und dreifach ausgegeben - streng genommen verplempert. Denn Deutschland rutscht im Innovationsranking International immer weiter zurück, ja wird gar als Wirtschaftsstandort immer unattraktiver. Hochschulen, aber auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (bspw. Fraunhofer) machen in den Bundesländer teilweise genau dasselbe. Wie lange kann so etwas noch gut gehen? Deutschland braucht endlich Reformen und Neuausrichtungen seiner Forschungslandschaft, wollen wir nicht nach ganz hinten durchgereicht werden.

#3 -

Ralf Meyer | Mi., 25.01.2023 - 18:14
Ich sehe nicht, dass Einschränkungen der Befristungsmöglichkeiten den Mitarbeiter*innen in den Forschungseinrichtungen helfen würden, so wie das ein früherer Kommentar nahelegt. Die Personalkosten sind in der Regel der größte Ausgabenposten. Wenn dort die Kosten steigen, lässt sich das durch Sparen bei Sachmitteln kaum ausgleichen. Wenn also gespart werden muss, so werden je nach Größe des Problems viele oder all frei werdenden Stellen nicht mehr neu besetzt („Stellensperre“). Zur Zeit geht es noch um Risikovorsorge, das heißt, es ist unklar, ob überhaupt und in welcher Höhe die Ausgaben gesenkt werden müssen. In dieser Situation nutzen die Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, Stellen befristet ...

#4 -

Düsentrieb | Do., 26.01.2023 - 16:25
@Droper Sie haben Recht, daß in D Milliardenbeträge verschwendet werden für "Innovationsförderung" ohne Impact. Aber es bringt leider überhaupt nichts, diese Defizite offen zu legen: Die Verhältnisse in D sind so zementiert, daß sich nichts ändert, ganz egal wie offen die Probleme thematisiert werden.

#5 -

Noch 'ne Hanna | Do., 26.01.2023 - 21:38
@Ralf Meyer: Bei der Einschränkung der Befristungsmöglichkeiten geht es nicht darum, den Forschungsorganisationen zu "helfen", sondern darum Rechtsmissbrauch zu unterbinden: Das Sonderbefristungsrecht wurde nicht geschaffen, um den wissenschaftlichen Einrichtungen mehr Flexibilität zu ermöglichen, aber es wird so genutzt, was u.a. betriebswirtschaftlich problematischem Entscheidungsverhalten führt. Das Sonderbefristungsrecht schafft ein Moral Hazard, welches z.B. dazu führt, dass Risikomanagement im Hinblick auf Energiekosten vernachlässigt wird, indem bei der Planung wissenschaftlicher Infrastruktur die Möglichkeit plötzlicher Energiepreisschocks nicht korrekt "eingepreist" wird: Bei Berücksichtigung des Risikos müsste von Projekten wie FAIR abgesehen werden. Dass Sie selbstverständlich davon ausgehen, dass das Sonderbefristungsrecht allein den Forschungseinrichtungen dienen und ...

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