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Kitas, Hochschulen & CO: Warum wir jetzt eine Debatte über Gebühren brauchen und sie trotzdem um Jahre zu spät kommt

Dass kostenlos für alle nicht automatisch mehr Bildungsgerechtigkeit bedeutet, schwant gerade einigen in der SPD. Gut so. Aber was folgt jetzt daraus?

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Artikelbild: Kitas, Hochschulen & CO: Warum wir jetzt eine Debatte über Gebühren brauchen und sie trotzdem um Jahre zu spät kommt

Von einer besseren Ausstattung in Kitas profitieren gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien.

Foto: congerdesign / pixabay.

ES WAR EIN für Sozialdemokraten mutiger Vorstoß. Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel, die sich in Berlin als Landesparteivorsitzende bewerben, stellen die gebührenfreie Kita für alle in Frage. Sie habe damals gegen den entsprechenden Beschluss gestimmt, sagte Böcker-Giannini bereits im Februar im Tagesspiegel , "weil kostenfrei oft auf Kosten der Qualität geht." Die Kostenlos-Stadt für alle sei nicht in allen Bereichen die Lösung. "Wer es sich problemlos leisten kann, muss sich auch an den Kosten der Allgemeinheit beteiligen." Und Martin Hikel, Bezirksbürgermeister in Neukölln fügte hinzu: "Wir sind für ein Solidarprinzip statt für das kostenfreie Prinzip, so kann man es auf den Punkt bringen."

Mutig ist der Vorstoß auch deshalb, weil die für Bildungsgebühren-Vorstöße üblichen Diskreditierungen folgten. Der amtierende SPD-Landeschef Raed Saleh, der ebenfalls wieder ins Rennen um den Vorsitz geht, warf Böcker-Giannini und Hikel vor, Menschen vor den Kopf zu ...

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Kommentare

#1 -

Ulrich Steinbach | Do., 11.04.2024 - 14:52
Ich finde es sehr wertvoll, über Finanzierungsfragen, bei der Bildung zu sprechen.
Ich will aber ein Argument noch in die Debatte einbringen, das nicht unterschlagen werden sollte. Der administrative Aufwand für alle Beitrags- und Gebührenmodelle ist nicht zu unterschätzen. Wenn man das noch nach Einkommen gestaffelt haben will, wird’s wirklich schwierig.

#2 -

Edith Riedel | Fr., 12.04.2024 - 11:10
Der Zeitpunkt ist in der Tat nicht besonders glücklich. Verbesserungen, die durch eingenommene Gebühren umgesetzt werden, sind erst mit Verzögerung spürbar. Bis dahin sind diejenigen, die es sich leisten können, zum Studieren ins Ausland abgewandert - warum hier bleiben, wenn man für schlechte Leistung Geld bezahlen muss, und im Ausland für das Geld bessere Leistungen erhält.

#3 -

Franka Listersen | Fr., 12.04.2024 - 12:03
Die Steuern, aus denen Kita, Schule und Hochschule finanziert werden, sind doch schon sozial gestaffelt. Warum dann noch eine weitere soziale Staffelung über Gebühren? Oder reicht die Steuerprogression nicht? Das wäre aber eine andere Debatte.



Etwas anders würde ich dagegen das Argument einschätzen, dass einer Leistung eine direkte (und nicht wie bei Steuern indirekte) Gegenleistung entspräche. Dann müsste man aber Bildungsleistung unabhängig vom Einkommen für alle kostenpflichtig machen, was aber keiner will.



Daher meine Schlussfolgerung: Lasst es wie es ist und konzentriert euch lieber auf die Sicherung bzw. Erhöhung der Bedeutung von Bildung an sich - zum Beispiel über Quotenziele ...

#4 -

Matthias Güldner | Di., 16.04.2024 - 12:24
Das mit weit über 20 Milliarden Euro verschuldete Bremen (680T Einwohner) ging beim Kita-Irrsinn voran. Bremen hatte eine extrem sozial gestaffelte Beitragstabelle ("Beitrag", da "Gebühren" kostendeckend sein müssten, was in der Kita ausgeschlossen ist). 56% aller Eltern, diejenigen ohne oder mit geringeren Einkommen, zahlten gar nichts. Die übrigen 44% sozial stark gestaffelt nach Einkommen. Der Verzicht auf die Beiträge der oberen Mittel- und Oberschicht kostete weit über 20 Millionen Euro per anno. Dieses Geld fehlt angesichts des Hauptproblems Fachkräftemangel für einer attraktivere Ausbildung mit Azubi-Gehalt statt Zahlung von Schulgeld, für Neu- und Ausbau von Kitas, für Investitionen in die so ...

#5 -

Eltern | Mi., 17.04.2024 - 20:29
Ein paar Elterngedanken zum Thema und zur Unterstützung der Politik bei der „Kompasssuche“:



1. Zusatzbelastung für Eltern: Kitagebühren stellen eine zusätzliche finanzielle Belastung für Eltern dar, besonders in einer finanziell anfälligen Lebensphase. In dieser Zeit sind Kinder noch sehr abhängig und können sich nicht selbst versorgen.



2. Finanzierung der Gebühren: Diese Gebühren müssen aus dem erarbeiteten Einkommen der Eltern gezahlt werden, was besonders belastend ist, da die Eltern oft noch nicht in ihrer vollständigen Erwerbskapazität arbeiten können.



3.Vergleich mit anderen Bildungsgebühren: Im Gegensatz zu Schul- oder Hochschulgebühren, bei denen ältere Kinder und Jugendliche teilweise durch eigene Erwerbstätigkeit zur Finanzierung beitragen ...

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