Direkt zum Inhalt

Fingerzeig nach irgendwo

Sechs Ministerpräsidenten haben sich als Diplom-Fans geoutet. Was folgt daraus für die Hochschulpolitik?

Bild
Artikelbild: Fingerzeig nach irgendwo

DAS KOMMT DABEI heraus, wenn Ministerpräsidenten selbst Hand an die Hochschulpolitik legen. Eigentlich hätte es eine Formsache sein sollen, als die Länderchefs vergangene Woche in ihrer Konferenz dem neuen Staatsvertrag zur Akkreditierung von Studiengängen zustimmten, den ihre Wissenschaftsminister über Monate ausgehandelt hatten. Doch sechs Ministerpräsidenten beließen es nicht bei dem Ja, sondern fügten eine Protokollnotiz hinzu. Mit der noch ausstehenden Erarbeitung der so genannten Musterverordnung, formulierten die sechs, „sei die Erwartung verbunden, doch noch eine für alle Länder tragfähige Lösung zur Anerkennung des Diploms zu erreichen.“

Hinter der konzilianten Technokratensprache verbirgt sich Sprengstoff. Durch die Hintertür wollen die Ministerpräsidenten den totgeglaubten Abschluss wiederbeleben. Und das geht so: Jeder Staatsvertrag ist nur so viel wert wie die Ausführungsverordnung, mit der jedes Bundesland für sich bestimmt, wie der Vertrag praktisch umgesetzt werden soll. Um einen föderalen Flickenteppich zu vermeiden, einigen sich alle 16 Länder normalerweise auf eine Musterverordnung, die sie dann gleichlautend in Landesrecht übernehmen.

Und obwohl der Staatsvertrag die Kombination der Wörter „Diplom“ und „Akkreditierung“ tunlichst vermeidet, wollen die sechs Ministerpräsidenten jetzt über diese Verordnung seinen Wirkungsbereich auf Abschlüsse mit dem alten Namen ausdehnen. ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Rolf Möller | Fr., 24.03.2017 - 22:16
Ich wäre froh, wenn der Bologna-Himmel auch auf unserem Campus endlich aufreißen würde. Stattdessen gefällt man sich leider in seinem Halbwissen und fühlt sich jetzt vermutlich durch die Volte der Ministerpräsidenten auch noch bestärkt.... sehr weitsichtig ist das natürlich leider alles nicht... Meine Resthoffnung ruht auf den 10 Bundesländern, die den populistischen Quatsch nicht mitmachen, obwohl dort in diesem Jahr sogar teilweise Landtagswahlen sind!

#2 -

Gerhard Schreier | So., 26.03.2017 - 19:01
Worüber wundern wir uns eigentlich, wenn die staatliche Seite, was die von ihr selbst verantworteten Abschlüsse (Staatsexamina) angeht, lange Zeit und zum Teil bis heute einen großen Bogen um Bologna gemacht hat? Es ist wieder einmal der "deutsche Weg" ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.