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Wer wird es?

In vier Tagen wird gewählt. Und dann? Welche Person könnte die Forschungs- und Bildungspolitik in der nächsten Regierung verantworten? Und wie würde das dazu gehörende Ministerium aussehen? Eine Analyse zwischen Wahrscheinlichkeiten und Kaffeesatzleserei.

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Artikelbild: Wer wird es?

KURZ VOR DER WAHL erhielt die frühere BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger ihr Abschlusszeugnis. "Die denkbar schlechteste Besetzung" für ihr Amt sei die FDP-Politikerin gewesen, befanden 30,3 Prozent der Teilnehmenden einer Online-Umfrage des Deutschen Hochschulverbandes (DHV). Weitere 34,8 Prozent nannten Stark-Watzinger "eine sehr schlechte Besetzung". Auf der Notenskala von 1 bis 6 erhielt sie eine Durchschnittsbewertung von 4,82 – mit Abstand die mieseste Bewertung im sogenannten DHV-Ministerranking , in dem die Landesminister zwischen 2,31 (Katharina Fegebank aus Hamburg) und 3,85 (Ina Czyborra aus Berlin und Timon Gremmels aus Hessen) rangierten. Ingesamt werde Stark-Watzinger gar als "die schwächste Bundesministerin, die wir je hatten" gesehen, resümierte der Professorenverband DHV.

Eine Bewertung, die sich mit den Stimmen aus den Führungsetagen der deutschen Wissenschaft deckt. Der gleichlautende Tenor in vielen Gesprächen in den vergangenen drei Jahren: Als sich Stark-Watzingers direkte Vorgängerin Anja Karliczek (CDU) aus dem Amt verabschiedete, die als freundlich, aber komplett fachfremd und intellektuell überfordert galt, habe man gedacht, es könnte nur besser werden, zumal Stark-Watzinger ein guter Ruf vorauseilte, sie zugewandt und kenntnisreich gewirkt habe. Doch dann sei das genaue Gegenteil eingetreten: "Eine Katastrophe im Amt", so formuliert das ein einflussreicher Forschungslenker. "Konzeptionsschwach, durchsetzungsschwach, und je stärker der Druck auf sie wuchs, desto mehr igelte sie sich ein mit ihren Leuten im Ministerium."

Die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes: gescheitert . Die Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI): verschleppt . Die Verhandlungen um die Digitalpakt-Fortsetzung: fast vor die Wand gefahren . Und dann die Aufruhr um Fördermittelkürzungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften gleich zu Beginn der Legislaturperiode. Später der Ärger um die Unterfinanzierung der Batterieforschung, das Einfrieren großer Innovations-Förderprogramme . Vor allem aber das katastrophale Handling der sogenannten Fördermittelaffäre , für das ihr in der DHV-Umfrage "mangelndes Fingerspitzengefühl für die Wissenschaft und ihre Belange" attestiert wurde.

Die Liste der Fails ließe sich fortsetzen. Und selbst Stark-Watzingers Errungenschaften – die gar nicht so klein waren, angefangen ...

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Kommentare

#1 -

Kaktus | Mi., 19.02.2025 - 10:40
Ich lehne Karin Prien ab. Sie hat auf X das Abstimmungsverhalten der CDU mit Rechtsextremen heruntergespielt. Keine Einsicht in das Fehlverhalten der CDU. Wissenschaft braucht Internationalität, Diversität.

Sie ist genauso schlimm wie Stark-Watzinger.



Eine Naturwissenschaftlerin sollte das BMBF übernehmen, am besten mit Industrieerfahrung. Diese Politikerinnen mit Background in Wirtschaft und Politik haben dem BMBF nur Schaden hinzugefügt. Es wird Zeit, dass dem BMBF jemand vorsteht, der echte Ahnung von Naturwissenschaft hat. Sonst denken demnächst mehr Leute, wie Doro Baer, Kernfusion ist schnell verfügbar.

#2 -

Bavaria | Mi., 19.02.2025 - 13:06
Lieber Herr Wiarda,

ich finde Ihren nachgestellten Appell unplausibel:

Sicherlich ist dem BMBF eine Spitze mit fachlicher Expertise zu wünschen, gerade dieses Haus würde aber vor allem auch von politischer Expertise profitieren. Für diese sind Quereinsteiger allgemein, auch Wissenschaftler, nicht bekannt, was auch in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen bei solchen Besetzungen geführt hat.

Im Gegenteil wäre daher dem BMBF eher jemand zu wünschen, der sich für die Themen erwärmen kann, jedoch vor allem politisch brillant ist - und so Wissenschaft und Innovation neben den ganzen anderen medial und politisch starken Themen (Verteidigung, Wirtschaft...) als wichtige Zukunftsthemen positionieren kann.

#4 -

Olaf Bartz | Mi., 19.02.2025 - 19:04
Zum Jonglieren mit Namen fühle ich mich nicht berufen, in Sachen Ministeriumszuschnitte haben wir in der Vergangenheit schon ein eigenständiges Forschungsministerium gesehen: 1962 wurde das "Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung" errichtet. 1969 wurde es nach dem Amtsantritt der Regierung Brandt ("Die Schule der Nation ist die Schule" etc.) und basierend auf einer vorangegangenen Föderalismusreform im Mai desselben Jahres in "Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft" (BMBW) erweitert und umbenannt. 1972 wurde das "Bundesministerium für Forschung und Technologie" (BMFT) neben dem BMBW geschaffen. 1994 erfolgte die "Wiedervereinigung", seit 1998 trägt es in durchaus bemerkenswerter Konstanz (z.B. die Föderalismusreform 2006 überdauernd) den heutigen Namen.

#5 -

M. Müller | Mi., 19.02.2025 - 19:34
Volle Zustimmung zum Kommentar von Bavaria, dass es Quereinsteigern an der politischen Erfahrung fehlt, die für ein Spitzenamt in der Bundespolitik unverzichtbar ist. Um einen Vergleich mit dem Sport zu ziehen: Ein Fußball-Talent fängt ja auch nicht aus dem Stand in der Bundesliga an. Warum sich dennoch immer wieder Quereinsteiger aus dem Stand ein Minister- oder Staatssekretärsamt zutrauen, ist mir ein unerklärliches Mysterium. Dass der Versuch meist kläglich scheitert, konnte man in der jüngeren Vergangenheit auch im BMBF beobachten.

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