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Raumfahrtträume und Reformdruck

Mit Lego-Raumschiff ins Amt, mit DFG-Pauschale, Exzellenzstrategie und Hochschulsanierung in den Alltag: Was Doro Bärs Ministerium jetzt wirklich leisten muss.
Screenshot der Startseite des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Im Übergang: Screenshot von der Startseite des neu zugeschnittenen Forschungsministeriums (BMFTR). Stand 10.05.25.

NATÜRLICH EIN RAUMSCHIFF. Als Dorothee Bär am Mittwochmorgen das bisher BMBF genannte Ministerium offiziell von Cem Özdemir (Grüne) übernahm, hatte sie zum Fototermin ein "Galactic Spaceship" von Lego mitgebracht, als Abschiedsgeschenk für ihren Vorgänger. "Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt", kurz BMFTR, heißt Bärs Haus, auf besondere Initiative von ihrer Partei, der CSU, in den Koalitionsverhandlungen.

Und so augenzwinkernd Bär das Spielzeug-Set überreichte, so ernst scheint es ihr mit dem Anspruch dahinter zu sein. "Wie wir im Koalitionsvertrag betonen, hat die Luft- und Raumfahrt eine strategische Rolle für unseren Wirtschaftsstandort", sagte sie. "Daher werden wir massiv in Forschung und Entwicklung investieren."

Gelegentlich sollte man die neue Bezeichnung des Hauses und die Ambitionen der neuen Hausherrin dann allerdings doch mit den aktuellen Realitäten gegenschneiden . Anders als die aus dem bisherigen Ministeriumsnamen gestrichene "Bildung", die in Abteilungsstärke das Haus verlässt, kommen für die "Raumfahrt" im Kern nur (je nach Zählung) drei bis vier Referate aus dem bisherigen Wirtschaftsministerium dazu.

Und was die finanzielle Größenordnung angeht: Im Haushalt 2024 waren für das nationale Raumfahrtprogramm rund 333 Millionen Euro veranschlagt, der deutsche ESA-Beitrag lag bei gut einer Milliarde Euro pro Jahr. Fairerweise muss man noch Teile der insgesamt 640 Millionen Euro für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hinzurechnen und einige Ausgabenposten anderswo, aber, wiederum nur zum Vergleich: Der Gesamthaushalt des bisherigen BMBF lag pro Jahr bei über 21  Milliarden Euro.

Die Dominanz der galaktischen

Supertechnologiethemen

Währenddessen weigert sich die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), wichtige Bereiche der Innovationsförderung an Bär abzutreten, das Ringen hinter den Kulissen hält an. Doch der Fokus auf die galaktischen Supertechnologiethemen zieht sich durch das gesamte forschungspolitische Kapitel des schwarz-roten Koalitionsvertrages : Die Ambitionen reichen vom Bau des ersten Fusionsreaktors der Welt in Deutschland über eine KI-Offensive für Superrechner ("AI-Gigafactory") und eine nationale "Hyperloop"-Referenzstrecke bis hin zu einer deutschen Astronautin auf dem Mond und einer Raketen-Startrampe in der Nordsee.

Warum es nicht verkehrt sein muss für eine Forschungsministerin, mit ...

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Kommentare

#2 -

#IchBinTina | Di., 13.05.2025 - 07:07
- Teil 1 - Statt die ExStra selbst in Frage zu stellen, wäre es sehr viel sinnvoller, wenn sich der Bund mit dem Diensthandeln der Hochschulleitungen und der Wahrnehmung der Aufsichtsfunktion durch die Länder befassen würde. Das Haushaltsrecht gibt das durchaus her, da vom Bund nicht erwartet werden kann, Milliarden an Zuwendungsempfänger zu geben, die noch nicht mal rudimentäre interne Bemühungen um Compliance mit den allgemeinen Gesetzen bis hin zum Strafrecht unternehmen. 1.) Es gibt mindestens zwei Fälle, in denen Hochschulleitungen trotz Kenntnis mehrere Jahre nicht gegen sexualisierte Diskriminierung in Form von Belästigung vorgegangen sind und so einen massiven Vertrauensverlust ...

#3 -

#IchBinTina | Di., 13.05.2025 - 07:08
- Teil 2 - 4.) Bei Machtmissbrauch ist auffällig, wie stark überrepräsentiert Hochschulen mit Exzellenzförderung und/oder Leitungen mit einer herausgehobenen Funktion in einer der Mitgliedseinrichtungen der Allianz der Wisschenschaftsorganisationen sind. Walter Rosenthal betont zwar immer wieder, dass ihm während seiner Zeit an der Universität Jena kein Fall bekannt wurde, es gab aber einen Fall am Max-Delbrück-Centrum, der während seiner Amtszeit dort seinen Anfang genommen hat. Im Fall von Joybrato Mukherjee gab es einen Fall mit strafrechtlicher Relevanz, der ebenfalls mit Auftragsforschung zusammenhing. Er war damals relativ jung und neu im Amt, aber da es sich um einen besonders schwerwiegenden Vorfall ...

#4 -

Eco | So., 18.05.2025 - 20:56
Die Exzellenzstrategie krank daran, dass sie universitätsbezogen und nicht personenbezogen ist. Es wäre viel sinnvoller, wenn Forscher an verschiedenen Universitäten und HAWs gemeinsam Cluster bilden würden, die gemeinsam forschen und sich gemeinsam um Gelder bewerben. Das gleiche Problem gibt es allgemein, weil die Universität als Organisationseinheiten aus Professuren und Instituten bestehen, die im Wettbewerb miteinander stehen. Zumindest die Zerstückelung ist kontraproduktiv. Die sinnvollste Einheit wären die Fakultäten. Das wäre aber eine grundlegende Änderung, die in Deutschland von den Professoren aus naheliegenden Gründen bekämpft wird.

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