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Der gesellschaftliche Aufstieg scheitert nicht am Kopftuch

Statt sinnfreien Debatten über Verbote zu führen, sollte die Politik lieber schärfer gegen die Diskriminierung in der Arbeitswelt vorgehen.

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Artikelbild: Der gesellschaftliche Aufstieg scheitert nicht am Kopftuch

WERDEN MUSLIMISCHE MÄDCHEN freier, sobald es ein gesetzliches Kopftuchverbot für Minderjährige gibt? Mit Macht ist die Debatte aus Österreich zu uns hinübergeschwappt. In der WELT erschien neulich der, wie ich finde, äußerst passende Essay eines Berliner Lehrers. Rainer Werner hat an einer Gesamtschule gearbeitet. Dort sei ihm ausgefallen, schreibt er, wie benachteiligt vor allem die muslimischen Mädchen waren, wie sie sich, "die Haare oft unter dem Kopftuch verborgen", in sich zurückzogen. Klare Sache also? Nicht ganz. Denn später unterrichtete Werner an einem Gymnasium und beobachtete, dass ausgerechnet die muslimischen Mädchen besonders engagiert seien. "Auch wenn sie durch das Kopftuch ihre religiöse oder kulturelle Prägung signalisierten, taten sie alles, um durch gute Leistungen zu glänzen."

Offenbar entscheidet nicht das Kopftuch, sondern die soziale Herkunft der Mädchen. Um nochmal Rainer Werner zu zitieren: "In Deutschland ist ein türkischer Mittelstand entstanden, der leistungs- und aufstiegsorientiert eingestellt ist und auch die Kinder in dieser Haltung erzieht." >>


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Kommentare

#1 -

Mannheimer Studi | Mo., 16.04.2018 - 11:52
"Was, möchte man fragen, nützt der schönste Bildungsaufstieg, wenn die muslimischen Mädchen dann an den Vorurteilen unserer Gesellschaft scheitern?"

Kein größeres Unternehmen wird sich auf Dauer leisten können einen großen Teil der qualifizierten Bewerber einseitig zu ignorieren. Je besser diese Bewerber sind, desto teurer wird die Diskriminierung die Unternehmen zu stehen kommen.



"Zum Beispiel, indem sie den Unternehmen verbietet, in Bewerbungsschreiben Namen, Alter, Religion und Foto einzufordern."

Das wäre wünschenswert und ist in einigen Branchen ja sowieso schon üblich. Dass die Innen - äh Heimatpolitiker sich darauf verständigen scheint leider unwahrscheinlich.

#2 -

tutnichtszursache | Di., 17.04.2018 - 22:30
Jeder Islamist weltweit will die Frauen unter das Kopftuch zwingen. Jede Frau, dies es freiwillig trägt, unterstützt die islamistische Agenda - ob sie es wahrhaben will oder, wie meistens, nicht, was ein weiterer Teil des Problems ist. Natürlich und zurecht will die übergroße Mehrheit in diesem Land keine Trägerinnen von Islamismuspropaganda als Mitarbeiterinnen oder Kolleginnen. Wer hierzulande ein Kopftuch trägt, grenzt sich wissentlich und willentlich selbst aus. Und sollte sich zum Karrieremachen besser Länder mit anderer kultureller Prägung suchen.

#3 -

Mannheimer Studi | Di., 17.04.2018 - 23:48
Mit der gleichen Argumentation könnte ich auch Diskriminierung aufgrund jeder politischer Einstellung rechtfertigen. Da stelle ich mir gleich die Frage, ob ich Sie als Kollegin oder Mitarbeiterin haben wollte, liebe tutnichtszursache. Sicher suchen Sie sich besser in einem anderen Land einen Job, zu dem Sie kulturell besser passen. ;)

#4 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 18.04.2018 - 10:53
@Mannheimer Studi: Vielen Dank für diese Reaktion auf den sehr unschönen Post von tutnichtszursache. Ich hätte sonst selbst noch entsprechend reagiert. Und daher auch nochmal eine Ansage an alle: Offene Debatten auf meiner Website sind erlaubt, doch im Zweifel werde ich Beiträge entfernen, wenn ich sie für diskriminierend oder rassistisch halte.

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