Der gesellschaftliche Aufstieg scheitert nicht am Kopftuch
Statt sinnfreien Debatten über Verbote zu führen, sollte die Politik lieber schärfer gegen die Diskriminierung in der Arbeitswelt vorgehen.

WERDEN MUSLIMISCHE MÄDCHEN freier, sobald es ein gesetzliches Kopftuchverbot für Minderjährige gibt? Mit Macht ist die Debatte aus Österreich zu uns hinübergeschwappt. In der WELT erschien neulich der, wie ich finde, äußerst passende Essay eines Berliner Lehrers. Rainer Werner hat an einer Gesamtschule gearbeitet. Dort sei ihm ausgefallen, schreibt er, wie benachteiligt vor allem die muslimischen Mädchen waren, wie sie sich, "die Haare oft unter dem Kopftuch verborgen", in sich zurückzogen. Klare Sache also? Nicht ganz. Denn später unterrichtete Werner an einem Gymnasium und beobachtete, dass ausgerechnet die muslimischen Mädchen besonders engagiert seien. "Auch wenn sie durch das Kopftuch ihre religiöse oder kulturelle Prägung signalisierten, taten sie alles, um durch gute Leistungen zu glänzen."
Offenbar entscheidet nicht das Kopftuch, sondern die soziale Herkunft der Mädchen. Um nochmal Rainer Werner zu zitieren: "In Deutschland ist ein türkischer Mittelstand entstanden, der leistungs- und aufstiegsorientiert eingestellt ist und auch die Kinder in dieser Haltung erzieht." >>
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Kommentare
#1 - "Was, möchte man fragen, nützt der schönste…
Kein größeres Unternehmen wird sich auf Dauer leisten können einen großen Teil der qualifizierten Bewerber einseitig zu ignorieren. Je besser diese Bewerber sind, desto teurer wird die Diskriminierung die Unternehmen zu stehen kommen.
"Zum Beispiel, indem sie den Unternehmen verbietet, in Bewerbungsschreiben Namen, Alter, Religion und Foto einzufordern."
Das wäre wünschenswert und ist in einigen Branchen ja sowieso schon üblich. Dass die Innen - äh Heimatpolitiker sich darauf verständigen scheint leider unwahrscheinlich.
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