Direkt zum Inhalt

Kultusminister verweigern dem Diplom die Wiederauferstehung

KMK beschließt die Musterrechtsverordnung zur Akkreditierung – Mecklenburg-Vorpommern enthält sich.

DIE KULTUSMINISTER HABEN das drohende Diplom-Revival in letzter Minute abgewendet und gleichzeitig die Reform des Akkreditierungssystems besiegelt. Heute Nachmittag beschlossen sie in der KMK die sogenannte Musterrechtsverordnung zur Akkreditierung – mit 15 Ja-Stimmen und einer Enthaltung.

In Sachen Diplom kommt eine sogenannte Äquivalenzlösung zum Tragen. Sie besagt, und ich zitiere aus der Sitzungsvorlage, dass künftig in Zeugnissen „an geeigneter Stelle“ verdeutlicht werden darf, „dass das Qualifikationsniveau des Bachelorabschlusses einem Diplomabschluss an Fachhochschulen bzw. das Qualifikationsniveau eines Masterabschlusses einem Diplomabschluss an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen entspricht.“

Mecklenburg-Vorpommerns Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) enthielt sich der Stimme, ließ damit aber die Verordnung passieren. Faktisch bedeutet das Ergebnis, dass MV sich nicht hat durchsetzen können mit seiner schon von Hesses Vorgänger Mathias Brodkorb erhobenen Forderung. Die besagte, dass künftig anstelle von Bachelor und Master wieder bundesweit der Diplomgrad hätte verliehen werden dürfen.

Die KMK hat mit ihrem Beschluss die minimal mögliche Kompromisslösung gewählt als Antwort auf die im Frühjahr in einer Protokollnotiz von sechs Ministerpräsidenten formulierte Erwartung, „eine für alle Länder tragfähige Lösung zur Anerkennung des Diploms zu finden“. Mecklenburg-Vorpommern wiederum hat heute in einer Protokollnotiz erklärt, weiter ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Dr. Schmidt | Sa., 16.12.2017 - 01:00
Ah ja, Politikwissenschaftler sprechen gerne für alle Studenten, auch für Studenten anderer Fachrichtungen.

Wir als kleines und sehr kreative Team quatschen auch mal gerne in den Pausen über Dinge, die die Menschheit betreffen Aber, wir würden gerne nette neue Mitarbeiter einstellen, die vom Studium ein breites Rüstzeug mitbringen und das weltweit so begehrte Ingenieur-Diplom erworben konnten.

Wir haben Mitleid mit den vielen unbekannten Studenten, die schon nach dem Bachelor ungewollt die Uni verlassen müssen, weil sie die geforderten Noten nicht erreicht haben.







Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Nachfolgende Beiträge in dieser Kategorie


  • Artikelbild: Krise bei Hochschulstart.de: Politik will offenbar handeln

Krise bei Hochschulstart.de: Politik will offenbar handeln

Die ehemalige ZVS produziert seit Jahren eine Panne nach der anderen. Nach dem jüngsten Fiasko bei der Online-Studienplatzvergabe planen die Kultusminister Konsequenzen. Am Mittwoch treffen sich ihre Amtschefs zur Sondersitzung.


  • Auf den letzten Drücker

Auf den letzten Drücker

Bundesregierung veröffentlicht ihren überfälligen BAföG-Bericht – allerdings mit verwässerten Schlussfolgerungen.


  • Artikelbild: Unis, geht auf die Fachhochschulen zu!

Unis, geht auf die Fachhochschulen zu!

Der Stifterverband hat Beispiele gesammelt, wieso Partnerschaften zwischen Universitäten und Fachhochschulen sich lohnen. In der Realität ist die Distanz zwischen beiden Hochschultypen allerdings immer noch gewaltig. Ein Interview mit dem zuständigen Programmleiter Mathias Winde.