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Deutschland macht dicht – so ziemlich jedenfalls

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Deutschland macht dicht – so ziemlich jedenfalls

Die Regierungschefs haben sich auf Shutdown-Maßnahmen verständigt. Was die Beschlüsse bedeuten und warum sie nicht reichen: Eine erste Einschätzung – mit besonderem Augenmerk auf Kitas und Schulen.

1. Ist das jetzt ein Lockdown?

Die vorerst bis zum 10. Januar 2021 verabredeten Schließungen sind weitreichend: Restaurants bleiben zu, ab Mittwoch müssen auch Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe dichtmachen – abgesehen von den aus dem Frühjahr bekannten Ausnahmen. Auch die Kitas und Schulen müssen weitgehend schließen (dazu später mehr). Gut: Am Silvester- und Neujahrstag soll es ein bundesweites Versammlungsverbot gebe, ein Feuerwerksverbot an publikumsträchtigen Plätzen und ein generelles Verbot des Verkaufs von Pyrotechnik.

Aber: Anders als in der ersten Shutdown-Phase im Frühjahr bleibt Take-Out-Gastro weiter erlaubt. Vor allem aber bleiben die Gotteshäuser offen. Auch sind die Regelungen für Weihnachten weiter erstaunlich großzügig, es gibt Ausnahmen von den sonst geltenden Kontaktbeschränkungen, so dass über die Festtage, wie es im Bund-Länder-Beschluss heißt, "Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahren aus dem engsten Familienkreis" möglich werden. Die große Familienfeier mit Jung und Alt kann also kommen. Auch Reisen untersagen Bund und Länder nicht, und Arbeitgeber werden nur dringend, aber freundlich gebeten, ob sie nicht "Betriebsferien oder großzügige Home-Office-Lösungen" umsetzen können. Keine Pflicht, keine Unterscheidung zwischen gesellschaftlich relevanten Branchen und anderen.

 

Angesichts der vielen Ausnahmen logisch ist, dass es keine generelle ...

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Kommentare

#1 -

Karla K. | So., 13.12.2020 - 15:43
Es rächt sich nun und schlägt mit voller Wucht zu, dass die für Schulen zuständigen Ministerien sich konsequent verweigert haben, gemeinsam mit Vertreter*nnen von Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen umsetzbare Strategien für einen Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen zu entwickeln. Unter normalen Umständen würden die 16 verantwortlichen Minister*innen wohl von ihren Aufgaben entbunden. Hoffen wir auch in diesem Bereich für die Post-Coronazeit auf eine substanzielle Reflexion des Gewesenen.

#2 -

Peter Svoboda | So., 13.12.2020 - 16:40
Man muß schon korrekt übersetzen: "Lockdown" heißt "Ausgangssperre". Insofern ist es gut, daß Herr Wiarda die
getroffenen Maßnahmen dem "public viewing", d.h. der "öffentlichen Zurschaustellung", aussetzt.

#3 -

Muriel Helbig | So., 13.12.2020 - 21:40
Ich habe seit Freitag drei Mails vom Schulleiter bekommen, die letzte Sonntag Abend. So oft und vor allem so
kurzfristig musste er seine Aussagen für den Schulbesuch ab Montag (!) korrigieren. Hieß es Freitag, Präsenz bis Mittwoch bis Klasse 7, heißt es Sonntag Abend (!), Präsenz nur im Notfall. Ich bin fassungslos, dass diese lang anstehende Entscheidung kurzfristig auf die Familien abgewälzt wurde, und was für ein respektloser Umgang mit den Schulen.

#4 -

Lehrerkind | Mo., 14.12.2020 - 11:02
Ja, es ist ein respektloser Umgang mit den Schulen, und vor Allem mit den Lehrer*innen. Wie und unter welchen Voraussetzungen und Schutzmaßnahmen sollen sie nun Bildungsauftrag / Betreuung / Notbetreuung / Präsensunterricht / Fernunterricht umsetzen?

#5 -

Working Mum | Di., 15.12.2020 - 09:40
Seit dem Frühjahr wurden keine hinreichenden Vorbereitungen für erneutes Distanzlernen getroffen. An der Grundschule unseres Kindes scheitert vieles z.B. schon an der mangelnden Stärke der WLAN-Verbindung. Und wir leben in einer Großstadt, nicht auf dem Land. Hier ist so viel Zeit verloren gegangen, weil sich die verantwortlichen Politiker*innen hinter einem Versprechen von Präsenz auf jeden Fall versteckt haben, von dem klar war, dass sie es nicht würden halten können. Und nun wälzt man die Verantwortung auf die Eltern ab, die mit moralischem Druck dazu bewegt werden, sich dann doch wieder in Vereinbarkeitsfallen zu zerreiben.

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